28. Ordentlicher Verbandstag: Rainer Koch als SFV-Präsident bestätigt

Rainer Koch bleibt Präsident des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV). Beim SFV-Verbandstag in Freiburg bestätigten die Delegierten den 55-jährigen Poinger einstimmig im Amt. Koch, der auch 1. DFB-Vizepräsident und Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) ist, steht damit vier weitere Jahre an der Spitze des größten der fünf DFB-Regionalverbände. „Der Amateurfußball steht – bedingt durch den demografischen Wandel, veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und immer stärkere mediale Fokussierung auf den professionellen Spitzenfußball – vor großen Herausforderungen und Zukunftsaufgaben. Sie können erfolgreich bewältigt werden, wenn alle zusammenarbeiten, Verbände und Vereine im Team. Der von den süddeutschen Landesverbänden organisierte Fußball ist gut aufgestellt, er wird seine Anliegen nach diesem Verbandstag mit der neugewählten Verbandsspitze geschlossen und kraftvoll gegenüber DFB und DFL vertreten“, erklärte Rainer Koch.

Komplettiert wird das Präsidium des Süddeutschen Fußball-Verbandes auch in der nächsten Amtsperiode durch Vizepräsident Ronny Zimmermann, Schatzmeister Peter Barth (beide Badischer FV), den Präsidenten der drei weiteren Landesverbände, Rolf Hocke (Hessischer FV), Alfred Hirt (Südbadischer FV) und Herbert Rösch (Württembergischer FV) sowie dem Vertreter der Lizenzvereine Ulrich Ruf (VfB Stuttgart), die allesamt ebenfalls einstimmig von den Delegierten gewählt wurden.

Struktur wird angepasst

Der süddeutsche Verbandstag hat einstimmig eine Vielzahl von Satzungs- und Ordnungsanträgen verabschiedet. So wurde zum Beispiel die Legislaturperiode auf vier Jahre verlängert, die Zuständigkeit für Mädchenfußball in einem Ausschuss zusammen mit dem Frauenfußball gebündelt und die Förderung des Beach-Soccers und des Futsals als Satzungsziel aufgenommen. Zudem wurde ein Beschluss gefasst, dass im Zusammenwirken mit den Vereinen die Struktur der C-Junioren Regionalliga Süd evaluiert und diskutiert wird und gegebenenfalls geändert wird.

Weitere Vorstandsmitglieder sind gewählt

Zum neuen Vorsitzenden des Spielausschusses wurde Thomas Schmidt (Sölden) bestimmt, der damit die Nachfolge von Günter Seith antritt, welcher vom 28. Ordentlichen Verbandstag unter tosendem Beifall zum Verbandsehrenmitglied ernannt wurde.  Der Jugendausschuss wird auch in der nächsten vier Jahren von Karl-Heinz Wilhelm (Höchberg) geführt, dem Schiedsrichterausschuss wird wieder Helmut Geyer (Hessigheim) vorstehen, als Vorsitzende des Frauen- und Mädchenausschusses wurde Prof. Dr. Silke Sinning (Knüllwald) gewählt und dem Ausschuss für Freizeit- und Breitensport steht wie in der vergangenen Legislaturperiode Margarete Lehmann (Seitingen-Oberflacht) vor. Als Vorsitzenden des Verbandsgerichts bestätigten die Delegierten Reinhold Baier (Eichenau) sowie Torsten Becker (Hanau) als Vorsitzenden des Sportgerichts.

Regionalliga-Struktur: SFV-Verbandstag verabschiedet Erklärung

Der Verbandstag des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) hat sich in Freiburg eindeutig für eine Beibehaltung der beiden Regionalligen Südwest und Bayern ausgesprochen. In einer ohne Gegenstimme (eine Enthaltung) verabschiedeten Erklärung unterstrichen die Delegierten ihre Zufriedenheit mit der aktuellen Regionalliga-Struktur, in der der Fußball-Regional-Verband Südwest und der Süddeutsche Fußball-Verband zusammen zwei der deutschlandweit fünf Regionalligen bilden.

„Eine ganzheitliche Betrachtung der heutigen Struktur der Regionalligen muss neben den Aspekten der Eliteförderung und eines durchlässigen Übergangs vom Amateur- und Profifußball in besonderem Maße auch die Interessen der regionalen Amateurspitzenvereine berücksichtigen, die zu großen Teilen infrastrukturell den Weg in eine nationale Profiliga nicht mehr antreten können und wollen. Amateurspitzenfußball muss bezahlbar und für die Vereinsführungen verantwortbar sein“, heißt es in der Erklärung.

Die Vereins- und Verbandsvertreter aller fünf Landesverbände des SFV sind sich einig, dass sich die „unvermeidbare Schwäche der aktuellen Ligastruktur“ – die Meister der Regionalligen steigen nicht direkt in die 3. Liga auf – aus ihrer Sicht „spieltechnisch nur durch die Einführung einer zweigleisigen 3. Liga oder eine Rückführung der Regionalligen von fünf auf vier Ligen mit verstärktem Abstieg aus der 3. Liga“ beheben ließe. In der Erklärung machte der SFV-Verbandstag zugleich deutlich, dass dem Fußball-Regional-Verband Südwest und dem Süddeutschen Fußball-Verband auch bei einer Reduzierung auf vier Regionalligen weiterhin zwei Staffeln zustehen. Die beiden Regionalverbände stellen zusammen etwa 49 Prozent aller deutschen Vereine und Seniorenmannschaften und 52 Prozent der Mitglieder des DFB.

Erklärung des SFV-Verbandstages zur Lage der Regionalligen im Wortlaut:

Nach Abschluss von zwei Regionalligaspielzeiten zieht der Süddeutsche Fußball-Verband ein sehr positives Zwischenfazit zu der mit Beginn der Spielzeit 2012/2013 eingeführten Spielklassenstrukturreform und spricht sich uneingeschränkt vorrangig aus nachfolgenden Gründen für die Beibehaltung von zwei Regionalligen auf dem Gebiet der Regionalverbände Süd und Südwest aus:

1. Amateurspitzenfußball, der nahezu keine Fernsehgelder erhält, muss bezahlbar und für die Vereinsführungen verantwortbar sein. Amateurspitzenfußball findet nur ausnahmsweise im Fernsehen statt, er benötigt deshalb regionale Identität und Attraktivität. Die oberste Liga des Amateurspitzenfußballs verträgt nur eine begrenzte Anzahl von II. Mannschaften der Vereine der Bundesligen. Vorrangig aus diesen Gründen wurde die dreigleisige Regionalliga auf dem DFB-Bundestag 2010 abgeschafft und die gleichen Gründe stehen noch heute einer Reduzierung der Regionalligen entgegen.

2. Eine ganzheitliche Betrachtung der heutigen Struktur der Regionalligen muss neben den Aspekten der Eliteförderung und eines durchlässigen Übergangs vom Amateur- und Profifußball in besonderem Maße auch die Interessen der regionalen Amateurspitzenvereine berücksichtigen, die zu großen Teilen infrastrukturell den Weg in eine nationale Profiliga nicht mehr antreten können und wollen.

3. Es ist eine unvermeidbare Schwäche der aktuellen Ligastruktur, dass die Meister der Regionalligen nicht direkt in die 3. Liga aufsteigen können. Sie ließe sich spieltechnisch nur durch die Einführung einer zweigleisigen 3. Liga oder eine Rückführung der Regionalligen auf vier Ligen mit verstärktem Abstieg aus der 3. Liga beheben.

4. In den Regionalverbänden Süd und Südwest sind knapp 49% aller deutschen Vereine und Seniorenmannschaften und 52% der Mitglieder des DFB organisiert. Dies bedeutet, dass bei einer Rückführung von fünf auf vier Regionalligen weiterhin zwei Regionalligen im Gebiet der Regionalverbände Süd und Südwest zu bilden wären.

Ohne der am DFB-Bundestag 2010 beschlossenen und nunmehr anstehenden Evaluierung der Regionalligastruktur vorgreifen zu wollen, stellt sich die nach mehrfachen früheren Regionalligaänderungen, die sich sämtlich nicht bewährt haben, eingeführte aktuelle Regionalligastruktur angesichts der bislang gemachten guten Erfahrungen aus Sicht des Süddeutschen Fußball-Verbandes in der Gesamtbewertung als sehr positiv dar.

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