Es „heiselt“ weiter in der Frauen-Regionalliga Süd

Nachdem in den Wochen zuvor insgesamt fünf Mannschaften daran gescheitert waren, die Tabellenführung für länger als eine Woche zu behaupten, hat es der SV 67 Weinberg nun am letzten Spieltag der Hinserie geschafft. Im Duell zweier letztjähriger Zweitligisten setzte sich der SVW beim TSV Crailsheim durch und verteidigte damit den Platz an der Sonne. Großen Anteil daran trug wieder einmal Nina Heisel, die bereits zum dritten Mal in Folge drei Treffer für ihr Team erzielen konnte. Groß ist die Freude auch beim TSV Schwaben Augsburg, der erstmals in der Spielzeit 2017/18 die Abstiegsränge verlassen konnte. Der 1. FC Nürnberg feiert währenddessen einen Derbysieg über die SpVgg Greuther Fürth.

Die Vorzeichen in Crailsheim waren klar: Der gastierende SV 67 Weinberg ging als Tabellenführer und somit Favorit ins Duell mit dem gastgebenden TSV, auch wenn dieser durch seinen in der Vorwoche errungenen dritten Saisonsieg wieder Morgenluft im Kampf um den Klassenerhalt witterte. Und dies merkte man der Elf von Crailsheim-Coach Wulf Saur an, die druckvoll in die Begegnung startete und den Gegner zunächst in die Defensive zwang. Doch ein individueller Fehler ermöglichte dem SV 67 Weinberg nach 23 Spielminuten die bis dahin überraschende Führung durch Nina Heisel, die nur drei Zeigerumdrehungen später sogar ausgebaut werden konnte. Diesmal war Maren Haberäcker für den Spitzenreiter erfolgreich. Auch nach dem Seitenwechsel begegneten der TSV Crailsheim dem Gegner trotz des Rückstandes unerschrocken und spielte weiter mutig nach vorn. Doch erneut wussten die Gäste durch Effektivität zu glänzen, als in der 51. Minute wieder Heisel zuschlagen konnte und per Kopfball für eine Vorentscheidung sorgte. Zwar gelang Juliane Klenk mit einem direkt verwandelten Freistoß wenig später der Anschlusstreffer, doch mehr ließ die Gästeabwehr an diesem Tag nicht zu. Stattdessen schraubten abermals Nina Heisel und Annika Kömm das Ergebnis in den Schlussminuten sogar noch auf 5:1. Heisel ist somit die „Spielerin der Stunde“ in der Frauen-Regionalliga Süd. Mit allein neun Treffern in den letzten drei Spielen erhöhte sie ihr persönliches Konto auf nun 17 Saisontore und hat damit beinahe die Hälfte aller Tore (36) des Spitzenreiters selbst erzielt. Zum Auftakt der Rückserie empfängt der SV 67 Weinberg nun den Tabellenvorletzten SC Regensburg und kann seine Ausgangslage mit einem Heimsieg weiter verbessern. Dagegen steht dem TSV Crailsheim, der auf eine erfolgreiche Rückserie hofft, mit Eintracht Frankfurt die nächste hohe Hürde bevor.

Hinter dem SV 67 Weinberg rangiert der SV Alberweiler auf dem zweiten potenziellen Aufstiegsplatz und bestätigte gegen den SC Regensburg seine gute Verfassung. Nunmehr vier seiner letzten fünf Begegnungen konnte der Aufsteiger aus Württemberg siegreich gestalten und mischt somit weiterhin kräftig an der Tabellenspitze der Regionalliga mit. Doch auch wenn das Schlussergebnis von 5:0 ein einseitiges Spiel vermuten lässt, hatte der SVA gegen die Gäste aus der Oberpfalz ein hartes Stück Arbeit zu verrichten. Zwar gelang Larissa Mohr bereits in der 11. Spielminute der Führungstreffer für die Gastgeberinnen, doch anschließend wehrte sich der SC Regensburg tapfer gegen das Spitzenteam und erspielte sich sogar die eine oder andere Chance auf den Ausgleichstreffer. Erst in der Schlussphase der Partie brachen dann bei den Gästen, die zunehmend mehr Risiko gehen mussten, alle Dämme. Zwischen der 80. und der 89. Spielminute fielen vier weitere Treffer für den SV Alberweiler, für den Kerstin Schneider, Victoria Stvoric, und Melanie Geiselhart jeweils einmal erfolgreich waren. Als wäre der SCR damit nicht schon gestraft genug gewesen, unterlief den Gästen auch noch ein Eigentor zum zwischenzeitlichen 3:0. Mit nun 32:7 Toren weist der SV Alberweiler die beste Tordifferenz der Spitzenmannschaften auf und hat zudem noch ein Spiel mehr als die Konkurrenz zu absolvieren. Der SC Regensburg bleibt nach seiner achten Niederlage im Keller hängen, hat aber in einem dicht gestaffelten Feld lediglich drei Zähler Rückstand auf Rang 8.

Ebenfalls fünf Treffer bekamen die Zuschauer in Sand zu sehen, wo die Zweitvertretung des südbadischen Bundesligisten den SV Frauenbiburg zu Gast hatte. Bis weit in die Nachspielzeit hinein sah es so aus, als sollten die Gäste aus Niederbayern einen überraschenden Zähler einheimsen können, ehe der SC Sand II in Person von Anne Rotzinger doch nochmals zuschlagen konnte und sich auf

SC Sand II – SV Frauenbiburg (Foto: Ralph Braun)

den letzten Drücker seinen achten Saisonsieg sicherte, Entsprechend niedergeschlagen waren die Akteurinnen des SV Frauenbiburg, die der Spitzenmannschaft Paroli geboten hatten und nicht nur in der 19. Minute durch Anja Riebesecker in Führung gegangen waren, sondern auch Moral bewiesen, nachdem die Gastgeberinnen das Spiel durch Tore von Christine Veth (Strafstoß, 28. Minute) und Ann-Christin Angel (64.‘) gedreht hatten. Carola Kammermayer belohnte die Gäste mit dem Ausgleichstreffer in der 81. Minute für den Kampfgeist, ehe dann doch noch der späte Nackenschlag folgte. Während der SC Sand II dadurch auf Rang 3 vorrücken konnte, büßte in der unteren Tabellenhälfte der SV Frauenbiburg einen Rang ein und musste den TSV Schwaben Augsburg passieren lassen.

Nicht nur den SV Frauenbiburg konnte der TSV Schwaben Augsburg hinter sich lassen, er machte sogar gleich drei Plätze in der Tabelle gut. Zu verdanken hatte die Elf von Trainer Günter Beyrle dies einem 2:2-Remis gegen den FFC Wacker München, der seinerseits dadurch von Rang 2 auf Rang 5 abrutschte. Dabei waren die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt im Derby durch Sarah Axthammer (8.‘) und Verena Pfeifer (58.‘) in beiden Halbzeiten jeweils in Führung gegangen und hatten sich dadurch in eine gute Ausgangslage für ihren siebten Saisonsieg gebracht. Doch die Gastgeberinnen schlugen jeweils zurück. Zunächst stellte Sabrina Eder in der 35. Minute auf 1:1, ehe Nicole Demel in der 84. Spielminute die Schlussoffensive der Gastgeberinnen mit dem Treffer zum 2:2-Endstand krönte. Für den FFC Wacker bedeutete das Schlussergebnis die insgesamt vierte Punkteteilung im 13. Saisonspiel (bei sieben Siegen und zwei Niederlagen), wohingegen der TSV Schwaben Augsburg mit Abschluss der Hinserie erstmals über den kritischen Strich springen konnte und auf Rang 8 mit 14 Zählern auf der Habenseite nun die untere Tabellenhälfte anführt. In der kommenden Woche erwarten die Schwaben nun den SV Frauenbiburg und sinnen auf Revanche für die 2:6-Niederlage vom 1. Spieltag.

Nachdem sich der ETSV Würzburg wochenlang knapp auf den Nichtabstiegsrängen hatte halten können, fiel er nun nach einer 0:3-Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt und dem Augsburger Punktgewinn in die Abstiegszone zurück. Dabei begegneten sich beide Mannschaften in der ersten Spielhälfte mit viel Respekt, sodass Torchancen bei gegenseitigem Abtasten eher Mangelware darstellten. Nach dem Seitenwechsel war es schließlich die Eintracht, die vorlegen konnte, Kaho Fushiki war mit einem sehenswerten Distanzschuss erfolgreich. Dies beflügelte die Gäste aus der Mainmetropole weiter, sodass sie wenig später nachlegen konnten. Allerdings bekamen die Hessinnen beim 2:0 Schützenhilfe einer Würzburger Verteidigerin, die einen Querpass ins eigene Tor bugsierte. Den Schlusspunkt setzte schließlich Rosalie Sirna in der 85. Minute und sorgte damit zugleich für den krönenden Abschluss einer bärenstarken Hinrunde des hessischen Aufsteigers, der nun zum Auftakt der Rückserie in Crailsheim nachlegen möchte, ehe vor der Winterpause dann noch das Top-Spiel gegen den SV 67 Weinberg ansteht. Dagegen hofft der ETSV Würzburg in seinen Begegnungen gegen den FV Löchgau und die SpVgg Greuther Fürth auf eine maximale Punktausbeute, um mit Selbstvertrauen ins Nachholspiel beim SV Alberweiler gehen zu können, ehe eine kräfte- und nervenzehrende Hinrunde der Spielzeit 2017/18 zuende ist.

Das schmale Mittelfeld der Tabelle bilden derweil zwei Mannschaften aus Bayern. Mit dem FC Ingolstadt 04 und dem 1. FC Nürnberg stehen zwei Mannschaften auf den Rängen 6 und 7, die sich ein ordentliches Polster auf die Abstiegsränge erspielt haben, zugleich aber auch auf eine eigene Siegesserie und Ausrutscher der Konkurrenten angewiesen sind, um nochmals oben angreifen zu können. Beide Temas konnten sich am 13. Spieltag auf ihre Abwehrreihen verlassen, die jeweils keinen Gegentreffer zuließen. Besonders beim 1. FC Nürnberg dürfte der Derbysieg über das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth für Emotionen gesorgt haben, auch weil dieser hart erkämpft werden musste. Vor 200 Zuschauern brachte Anna Wachal ihren Club in der 36. Minute gegen den Lokalrivalen mit 1:0 in Führung und stellte damit die Weichen auf Sieg. Kurz nach Wiederanpfiff legte Anna Madl nach und sorgte mit ihrem Treffer zum 2:0 zugleich schon für den Endstand im Duell der beiden fränkischen Teams. Nach einem schlechten Start in die Spielzeit hat sich die Truppe von FCN-Trainer Osman Cankaya längst stabilisiert und rangiert in der Tabelle derzeit jenseits von Gut und Böse. Dagegen bezahlte die SpVgg Greuther Fürth in ihrer ersten Regionalliga-Saison noch einiges an Lehrgeld und ziert mit acht Zählern das Tabellenende. Trainer Kevin Schmidt hofft, dass seine Spielerinnen aus diesen Erfahrungen gelernt haben und mit einer erfolgreichen Rückserie das Feld von hinten aufrollen. Die erste Möglichkeit dazu bietet sich am folgenden Wochenende beim FC Ingolstadt 04.

FC Ingolstadt 04 – FV Löchgau (Foto: Ralf Lüger)

Für eben diesen FC Ingolstadt 04 avancierte gegen den FV Löchgau Alina Mailbeck zur Matchwinnerin. Mit ihren Saisontreffern 3 und 4 war sie jeweils zu Beginn beider Spielhälften erfolgreich. Die Gäste aus Löchgau stemmten sich zwar gegen die drohende Niederlage, doch der Elf von Trainerin Stefanie Schuster war das fehlen ihrer Torjägerin Katja Milbradt deutlich anzumerken, sodass es im Angriff oftmals an der entscheidenden Durchschlagskraft fehlte. Dennoch warf der FVL bis in die Schlussphase hinein alles in die Waagschale, wurde dadurch aber zugleich anfällig für Konter der Gastgeberinnen. Einen davon spielte der FCI in der 80. Minute gekonnt aus und sorgte in Person von Ramona Maier mit dem 3:0 für den Schlusspunkt der Begegnung. Als Tabellensechster weisen die Schanzerinnen fünf Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten aus Alberweiler auf, der  jedoch noch ein Nachholspiel gegen Würzburg in der Hinterhand hat. Der FV Löchgau blickt indes auf eine sehr durchwachsene Hinserie zurück, die man als Tabellenzehnter nur dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem ETSV Würzburg auf einem Nichtabstiegsplatz beendet. Vor der Winterpause stehen dem FVL noch zwei Duelle von großer Bedeutung bevor, denn es geht mit dem ETSV Würzburg und dem TSV Crailsheim gegen zwei direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

 

 

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