Frauen-Regionalliga: Augsburg erklimmt Tabellenspitze

Nun hat es auch den TSV Jahn Calden erwischt. Am 10. Spieltag der Frauen-Regionalliga Süd kassierten die Nordhessinnen im Spitzenspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg ihre erste Saisonniederlage und mussten dadurch die Tabellenführung an das Team aus Schwaben abtreten. Eine Premiere gab es auch im Tabellenkeller: Dem VfL Sindelfingen II gelang im Heimspiel gegen den FV Löchgau der erste Saisonsieg, wodurch für das Schlusslicht das rettende Ufer wieder in Sichtweite gerät.

Nach dem knappen Auswärtssieg in der Vorwoche bei Eintracht Wetzlar gingen die Spielerinnen vom Tabellenführer TSV Jahn Calden mit viel Selbstvertrauen in das nächste Topspiel gegen den Tabellenzweiten aus Augsburg. Jedoch merkte man beiden Teams den gegenseitigen Respekt an, was zu einer torlosen ersten Spielhälfte führte. Die Gäste aus Augsburg erwischten nach dem Pausentee einen Auftakt nach Maß: kaum war die zweite Spielhälfte angepfiffen, schon ging der TSV Schwaben in Führung. Selina Schmidt markierte diese mit ihrem achten Saisontreffer. Nur gut zehn Minuten später erhöhte Carina Schneider auf 0:2, was eine Vorentscheidung im Spitzenspiel zu sein schien. Doch ein Augsburger Eigentor in der Schlussphase brachte wieder Spannung in die Partie. Die Caldener warfen alles nach vorn und fingen sich durch einen Konter in der Nachspielzeit schließlich noch den Gegentreffer durch Ursula Neidlinger zum 1:3-Endstand ein. Dieser Sieg brachte die Mannschaft von Trainer Heinz Jörg zurück an die Tabellenspitze, die sie am 7. Spieltag an die Mannschaft aus Calden verloren hatten.

Wacker-Ingolstadt kleinErster Verfolger der Augsburgerinnen ist nun der bayerische Kontrahent FFC Wacker Münchern. Die Spielerinnen aus der bayerischen Landeshauptstadt setzten sich im oberbayerischen Duell gegen den FC Ingolstadt 04 knapp mit 1:0 durch. Auch in dieser Begegnung fiel die Entscheidung erst in der Schlussphase. Bis zur 85. Spielminute dauerte es, ehe Annalisa Rützel das siegbringende Tor für die Heimelf erzielte, wodurch der FFC Wacker weiterhin punktgleich (jeweils 23 Zähler) mit dem TSV Schwaben Augsburg liegt. Die Münchener Torhüterin Veronika Gratz verbuchte bereits das sechste Spiel, in dem sie nicht hinter sich greifen musste. Der FC Ingolstadt 04 verbleibt hingegen mit lediglich einem Saisonsieg auf dem vorletzten Rang und gerät zunehmend unter Druck, soll der Anschluss ans Tabellenmittelfeld nicht frühzeitig aus den Augen verloren werden.

Neben dem TSV Jahn Calden liegt auch die punktgleiche SG Eintracht Wetzlar (jeweils 21 Punkte) in unmittelbarer Schlagdistanz zum Führungsduo aus Bayern. Beim Hegauer FV ließen die Eintracht-Spielerinnen nichts anbrennen und setzten sich souverän mit 4:0 durch. Rebecca Konhäuser und Tania Rocha Ferreira zeigten mit ihren Treffern schon in der ersten Spielhälfte, dass die Niederlage gegen Calden nicht mehr in den Wetzlarer Köpfen steckte. Die eingewechselte Julia Christ und Hannah Scheid schraubten das Ergebnis kurz vor dem Abpfiff noch auf 4:0 für die Gäste, die damit über den erfolgreichsten Angriff der Liga (28 Tore) verfügen. Der Hegauer FV bleibt dagegen im Tabellenmittelfeld stecken, die vierte und gleichzeitig bislang höchste Saisonniederlage verhinderte, dass das Team von Trainer Gino Radice Tuchfühlung an die oberen Ränge herstellen konnte.

Ebenfalls im Mittelfeld der Tabelle befinden sich der 1. FC Nürnberg sowie Aufsteiger TV Derendingen, die sich im direkten Duell mit einem 1:1-Unentschieden trennten. Zunächst gingen die Gäste aus Derendingen durch Nina Weiß in Führung, doch Kim Urbanek gelang Mitte der zweiten Spielhälfte der Ausgleich für den „Club“, der letztendlich bis zum Schlusspfiff Bestand haben sollte. Mit 14 (Nürnberg), bzw. 13 Punkten (Derendingen) weisen beide Teams einen noch beruhigenden Vorsprung auf die Abstiegsränge auf, haben den Anschluss an die Spitzenplätze jedoch etwas verloren.

Um wichtige Punkte gegen den Abstieg ging es im Derby zwischen dem 1. FFC Frankfurt III und der Frankfurter Eintracht. Mit einem Sieg hätten die FFC-Spielerinnen nach Punkten mit dem Stadtrivalen gleichziehen können, jedoch behielten die Gäste am Ende deutlich mit 4:0 die Oberhand. Blieben in der ersten Spielhälfte noch sämtliche Torchancen ungenutzt, ging es zu Beginn der zweiten halbzeit Schlag auf Schlag. Innerhalb von nur 20 Minuten schossen Rosalie Sirna, Luisa Marie Horsch und Kristina Brenner einen 3:0-Vorsprung für die Eintracht heraus, womit die Entscheidung im Prestigeduell gefallen war. Der zweite Tagestreffer von Rosalie Sirna zum 0:4-Endstand hatte da nur noch statistischen Wert. Während die Gastgeberinnen nach ihrer bereits siebten Saisonniederlage weiter auf einem potenziellen Abstiegsrang stehen, schaffte die Eintracht mit nun 13 Punkten auf der Habenseite den Sprung ins Mittelfeld.

Nach neun vergeblichen Anläufen gelang nun mit dem VfL Sindelfingen II auch dem bis dahin einzig sieglosen Team der erste Saisonerfolg. Im württembergischen Duell gegen den FV Löchgau sorgte ein Last-Minute-Treffer von der eingewechselten Julia Hofmann für die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen, die nach dem erlösenden Sieg bis auf vier Zähler an die Löchgauerinnen heranrückten, welche in der Tabelle mit neun Zählern den letzten Nichtabstiegsrang belegen. Der FV Löchgau verpasste es, den Vorsprung auf die Gefahrenzone auszubauen, kann dies jedoch am 11. Spieltag im Heimspiel gegen den direkten Tabellennachbarn 1. FFC Frankfurt III nachholen.

 

 

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