Frauen-Regionalliga: Eintracht Frankfurt neuer Spitzenreiter, Milbradt-Show in Löchgau

Am 6. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd war es so weit: Der SV Alberweiler, der als Aufsteiger bislang ausschließlich Siege hatte einfahren können, musste in seiner Begegnung beim TSV Crailsheim erstmals Punkte abgeben. Dies nutzte der Mitaufsteiger Eintracht Frankfurt, um seinerseits mit einem knappen Erfolg über den FFC Wacker München die Tabellenspitze zu erklimmen. Für das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth setzte es indes eine herbe Abfuhr in Löchgau. Auch für den TSV Schwaben Augsburg wird die Lage zunehmend bedrohlicher.

Bereits am Samstag fand die Begegnung des bisherigen Spitzenreiters aus Alberweiler beim TSV Crailsheim statt, da sich die B-Juniorinnen beider Vereine an diesem Tag auch in der Bundesliga gegenüber standen. Waren in der vergangenen Spielzeit beide Teams noch durch zwei Spielklassen voneinander getrennt, reiste nun der letztjährige Oberligist aus Alberweiler aufgrund seines beeindruckenden Saisonstarts mit vier Siegen aus vier Spielen als leichter Favorit zum letztjährigen Zweitligisten TSV Crailsheim. Doch die Gastgeberinnen waren spürbar gewillt, das Duell der beiden württembergischen Clubs für sich zu entscheiden. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem der TSV Crailsheim nach 24 Minuten Grund zu jubeln hatte, als Juliane Klenk ihre Farben mit 1:0 in Führung brachte. Für den SV Alberweiler war es erst der insgesamt zweite Gegentreffer in der Spielzeit 2017/18. Im weiteren Spielverlauf standen beide Abwehrreihen wieder stabil, sodass bis in die Nachspielzeit hinein schon vieles auf einen knappen Heimerfolg hindeutete. Doch dann schlugen die Gäste doch noch einmal zu und bewiesen, dass sie auch bei einem Rückstand über eine große Moral verfügen. Victoria Stvoric war für den SVA erfolgreich und verhinderte mit ihrem Treffer in der 92. Spielminute die erste Niederlage des SV Alberweiler.

Die Vorlage aus Crailsheim wollte die Frankfurter Eintracht nutzen, die vor dem Spiel mit 11 Zählern in Lauerstellung hinter dem SV Alberweiler rangierte und nun mit einem Heimsieg über den FFC Wacker München am Mitaufsteiger vorbeiziehen konnte. Doch die Begegnung begann verhalten, was sich auch in einer torlosen ersten Spielhälfte ausdrückte. Dafür überschluegen sich nach einer knappen Stunde dann die Ereignisse. Zunächst wusste sich die Torhüterin der Eintracht bei einer klaren Torchance der Gäste aus München außerhalb ihres Strafraums nur mit einem Foulspiel zu helfen und wurde daraufhin per roter

Eintracht Frankfurt – FFC Wacker München (Foto: Denis Biesold)

Karte von der Schiedsrichterin des Feldes verwiesen. Doch der vermeintliche Vorteil für die Gäste durch die nummerische Überzahl wirkte sich nicht positiv aus, stattdessen bekamen die Gastgeberinnen nur wenige Zeigerumdrehungen nach dem Feldverweis einen Strafstoß zugesprochen, den Kanako Fuse zum einzigen Tor des Tages verwandelte. Den wütenden Angriffen der Münchnerinnen hielt die Eintracht Defensive Stand und sicherte der Elf von Trainer Christian Yarussi somit nicht nur den vierten Saisonsieg, sondern auch den erhofften Sprung an die Tabellenspitze der Frauen-Regionalliga Süd. Mit nun 14 Zählern aus sechs Begegnungen grüßt die Eintracht von ganz oben, hat aber auch schon eine Partie mehr absolviert als der Tabellenzweite aus Alberweiler.

In unmittelbarer Reichweite zum Spitzenreiter liegen mit dem SV 67 Weinberg und dem SC Sand II auch zwei letztjährige Zweitligisten, die ihre Begegnungen des 6. Spieltags jeweils siegreich gestalten konnten. Der SV 67 Weinberg hatte gegen den Regionalliga-Vizemeister der Vorsaison, SV Frauenbiburg, aber ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, ehe der vierte Saisonsieg der Schellenberg-Mannschaft unter Dach und Fach war. Auch diese Begegnung sollte nach einem torlosen ersten Durchgang erst nach dem Seitenwechsel entschieden werden. Nina Heisel brachte den SVW kurz nach Wiederanpfiff in Front, doch nach einer guten Stunde konnte Franziska Höllrigl für die Gäste aus Niederbayern ausgleichen. Bis in die Schlussphase hinein blieb die Partie umkämpft, da beiden mannschaften klar war, dass der nächste Treffer bereits der spielentscheidende sein könnte. Und diesen nächsten Treffer erzielten dann wiederum die Gastgeberinnen. Julia Brückner sorgte in der 85. Spielminute für den Siegtreffer des SV 67 Weinberg und zugleich dafür, dass ihre Mannschaft mit nun 12 Zählern auf der Habenseite in direkter Tuchfühlung zu den beiden Rängen bleibt, welche am Ende der Spielzeit die Teilnahme an den Aufstiegsspielen in die 2. Bundesliga berechtigen. Für den SV Frauenbiburg bedeutete das 1:2 bereits die dritte Niederlage in Folge, wodurch der Kontakt der Mannschaft von Trainerin Nina Mittrop zu den Spitzenteams trotz eines guten Saisonstarts mit sieben Punkten aus drei Spielen erstmal abreißt.

Hinter dem SV 67 Weinberg reiht sich mit elf Punkten der SC

ETSV Würzburg – SC Sand II (Foto: Paul Zottmann)

Sand II ein, der sich letztendlich deutlich mit 4:1 beim ETSV Würzburg durchsetzte. Doch so klar wie es das Ergebnis vermuten lässt war der Spielverlauf nicht. Zwar sorgte Ann-Christin Angel für einen Traumstart der Gäste, als sie bereits in der 2. Spielminute einnetzen und eine halbe Stunde später auf 2:0 erhöhen konnte, doch Marie-Christine Seeger erzielte in der 62. Spielminute den Anschlusstreffer für die Gastgeberinnen und sorgte somit für eine spannende Schlussphase. In dieser setzte der ETSV mit zunehmender Spieldauer alles auf eine Karte und wurde dadurch anfällig für Konter der Gäste. Zwei davon verwertete die Bundesliga-Reserve aus Südbaden. Jennifer Schlee (84.‘) und Madeleine Kurek (88.‘) schraubten das Ergebnis in die Höhe, sodass der dritte Saisonsieg des SC Sand II nicht mehr in Gefahr geriet. Dagegen fiel der ETSV Würzburg durch seine zweite Saisonniederlage auf Rang 10 zurück und liegt nur einen Zähler vor dem SC Regensburg, der auf dem ersten Abstiegsrang rangiert.

Dass die Regensburger wieder Anschluss an die Nichtabstiegsränge haben, verdanken sie Toni Tewes, die im Spiel beim 1. FC Nürnberg den goldenen Treffer zum 1:0-Erfolg der Gäste aus der Oberpfalz erzielte und somit für den zweiten Saisonsieg des SCR sorgte. Die knappe 1:0-Führung aus der 24. Spielminute hatte auch bis zum Schlusspfiff Bestand, obwohl die Regensburgerinnen die letzten 20 Minuten in Unterzahl bestreiten mussten, nachdem eine Spielerin der Gäste sich die zweite gelbe Karte und somit einen Platzverweis eingehandelt hatte. Doch die Mannschaft von Trainerin Birgit Fellner verteidigte mit Leidenschaft den Vorsprung und konnte dadurch in der Tabelle am 1. FC Nürnberg vorbei auf Rang 11 vorrücken.

Hinter dem 1. FC Nürnberg tut sich der TSV Schwaben Augsburg weiter schwer, Fuß in der neuen Spielzeit zu fassen. Spielten die Augsburgerinnen bereits in der vergangenen Spielzeit lange gegen den Abstieg aus der Regionalliga an, setzt sich diese Entwicklung auch im Spieljahr 2017/18 fort. Beim FC Ingolstadt 04, an dem die Elf von Trainer Günter Beyrle mit einem eigenen Sieg hätte vorbeiziehen können, musste sich der TSV Schwaben mit 1:4 geschlagen geben. Schon in der ersten Spielhälfte brachten Alina Mailbeck und Paula Guba den FCI mit ihren Treffern auf die Siegerstraße. Die Vorentscheidung fiel dann unmittelbar nach Beginn des zweiten Durchgangs, als Katharina Schmittmann mit ihrem Treffer zum 3:0 für die Vorentscheidung sorgte. Zwar verkürzte Sabrina Eder in der 83. Spielminute für die Gäste aus Augsburg, doch die gastgeberinnen hatten auch darauf nochmals eine Antwort. Ramona Maier stellte in der 89. Spielminute den 4:1-Endstand her. Während der TSV Schwaben Augsburg bereits seine fünfte Saisonpleite kassierte und auf dem vorletzten Tabellenplatz festhängt, machte der FC Ingolstadt 04 durch seinen zweiten Saisonsieg einen großen Sprung. Gleich drei Konkurrenten konnte das Team um FCI-Coach Florian Ächter überholen und führt auf Rang 8 nun die untere tabellenhälfte an.

Einen gebrauchten Tag erwischte die Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth in Löchgau und lag bereits nach Ablauf der ersten 45 Minuten aussichtslos in Rückstand. Mit einem Eigentor in der 4. Spielminute nahm das Unheil für die Mittalfranken seinen Anfang. Danach drehte der FV Löchgau so richtig auf und legte Treffer um Treffer nach. Dabei stach insbesondere Katja Milbradt hervor, die gleich vier Treffer (darunter einen lupenreinen Hattrick innerhalb von fünf Minuten) beisteuerte. Der Treffer von Alisa Meinzer in der 26. Minute brachte bereits den Zwischendstand von 5:0. Auch der folgende Fürther Ehrentreffer durch Ann-Kathrin Wolfram änderte nichts daran, dass sich die SpVgg Greuther Fürth ihrem Schicksal beinahe wehrlos ergab, erneut Milbradt konnte nochmals nachlegen. Da es der FV Löchgau im zweiten Durchgang etwas gemächlicher angehen ließ und die Abwehr der Fürther Gäste nun auch nicht mehr ganz so hilflos agierte, sollte nach dem Seitenwechsel nur noch ein weiterer Treffer für die Gastgeberinnen fallen, den die eingewechselte Patricia Lopez zum 7:1-Endstand erzielte.

 

 

 

 

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