Frauen-Regionalliga: Frankfurt dicht vor Meistertitel, Crailsheim verlässt Abstiegsrang

Da der derzeitige Tabellendritte SV Alberweiler keine Bewerbung für die 2. Frauen-Bundesliga eingereicht hatte, stehen der SV 67 Weinberg und Eintracht Frankfurt bereits frühzeitig als die beiden süddeutschen Teilnehmer an der Relegationsrunde um den Aufstieg fest. Dennoch kämpfen beide Mannschaften weiterhin mit allen Kräften um den Meistertitel in der Frauen-Regionalliga Süd, dem die Frankfurter Eintracht am 25. Spieltag durch einen Auswärtssieg beim FC Ingolstadt 04 einen großen Schritt näher gekommen ist. Bereits mit einem Sieg im Nachholspiel in München können die Hessen den berühmten Sack zumachen und sich die diesjährige Regionalliga-Krone sichern. Große Erleichterung herrscht indes beim TSV Crailsheim, der sich durch einen Last-Minute-Treffer gegen Regensburg durchsetzen und sich dadurch von den Abstiegsrängen lösen konnte, auf welche stattdessen der FV Löchgau zurückrutschte und dadurch am letzten Spieltag zwingend einen Sieg über den FC Ingolstadt 04 für den Klassenerhalt benötigt.

Zwar dauerte es eine gute halbe Stunde, ehe der Spitzenreiter Eintracht Frankfurt in seiner Begegnung beim FC Ingolstadt erstmals jubeln durfte, doch dafür gelang den Hessen kurz vor der Halbzeitpause gleich ein Doppelpack innerhalb von sechs Spielminuten, der den Tabellenführer noch vor dem Seitenwechsel auf die Siegerstraße brachte. Jedoch hatte der Ligaprimus auch das Glück auf seiner Seite, denn er profitierte zunächst von einem Ingolstädter Eigentor, ehe Jill Fournier zum 2:0 nachlegen konnte. Ähnlich verlief auch der zweite Durchgang. Die Abwehrreihen beider Teams standen sicher, erst in der späten Schlussphase sollten die Zuschauer weitere Tore zu sehen bekommen. In der 90. Spielminute durfte erneut Jill Fournier jubeln, die mit ihrem zweiten Tagestreffer endgültig den Deckel auf den Auswärtssieg des Spitzenreiters machte. Doch auch die Gastgeberinnen aus Oberbayern durften sich zumindest noch über einen Torerfolg freuen, denn in der Nachspielzeit erzielte Alina Mailbeck den Ingolstädter Ehrentreffer zum 1:3-Endstand. Für die Frankfurter Eintracht bedeutete das Resultat, dass sie nun zwei Matchbälle im Kampf um den Meistertitel hat. Bei einem Zähler Vorsprung auf den SV 67 Weinberg benötigt die Elf des neuen Trainers Carlos Pereira nur noch einen Sieg, um nach dem Meistertitel in der Hessenliga im Vorjahr nun den zweiten Meistertitel in Folge perfekt zu machen. Dagegen spielt der FC Ingolstadt 04 am letzten Spieltag noch um eine möglichst gute Abschlussplatzierung. Zwischen Rang 4 und Rang 7 wird das Team von FCI-Coach Florian Ächter die Saison 2017/18 beenden.

Der SV 67 Weinberg tat sich beim abgeschlagenen Schlusslicht ETSV Würzburg zwar lange schwer, setzte sich aber letztendlich ebenfalls mit 3:1 durch und vertagte damit die Entscheidung im Kampf um den Meistertitel. Dabei begann das Spiel denkbar ungünstig für den letztjährigen Zweitligisten aus Weinberg, der den direkten Wiederaufstieg anstrebt. Louisa Schenk brachte die Würzburgerinnen schon in der dritten Minute in Führung und belegte damit, dass der ETSV die Saison trotz des feststehenden Abstiegs ordentlich beenden möchte. Die Führung der Gastgeberinnen hatte jedoch nur bis zur 19. Minute Bestand, in der Spielertrainerin Christina Schellenberg persönlich für den Ausgleichstreffer verantwortlich zeichnete. Trotz des Fehlens von Top-Torjägerin Nina Heisel legten die Gäste im zweiten Durchgang dann weiter nach und konnten ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Jedoch bedurfte es in der 57. Minute eines Würzburger Eigentores für die erstmalige SVW-Führung. Im Stile einer Spitzenmannschaft legten die Weinbergerinnen aber gleich nach und markierten nur zwei Zeigerumdrehungen nach dem Führungtreffer in Person von Annika Kömm das 3:1, was zugleich auch schon den Endstand in der Partie brachte. Damit behält es der SV Weinberg in der eigenen Hand, mit einem Sieg über den TSV Crailsheim am letzten Spieltag die Saison als Vizemeister zu beenden und den SV Alberweiler auf Distanz zu halten.

Eben jener SV Alberweiler bezwang am 25. Spieltag den SV Frauenbiburg knapp mit 3:2 und sicherte sich damit vorzeitig eine Platzierung unter den Top-3-Teams der diesjährigen Regionalliga-Spielzeit. Schon in der ersten Spielhälfte legte der Aufsteiger aus Württemberg den Grundstein für den Heimsieg. Lena Bucher und Tamara Würstle hatten mit ihren Treffern einen 2:0-Zwischenstand herausgeschossen, mit dem auch die Seiten gewechselt wurden. Die Gäste aus Niederbayern, die noch um den Klassenerhalt kämpften, konnten durch Franziska Höllrigl zwar in der 75. Spielminute verkürzen, doch Milena Kohlmeyer stellte in der 82. Spielminute mit ihrem Treffer zum 3:1 den alten Abstand wieder her. Auch damit war die Begegnung jedoch noch noch nicht entschieden, denn Anja Riebesecker konnte für die Gäste unmittelbar darauf erneut den Anschluss herstellen, doch zu mehr sollte es für den SV Frauenbiburg nicht mehr reichen. Dennoch machte sich bei den von Nina Mittrop trainierten Gästen nach dem Schlusspfiff Erleichterung breit. Denn durch die Resultate auf den anderen Plätzen hat das lange Zittern um den Klassenerhalt für den SVF ein Ende, sodass man das letzte Heimspiel gegen den SC Sand II ohne Druck angehen kann.

Zu einem echten Endspiel um den Klassenerhalt kam es in dem Aufeinandertreffen zwischen dem TSV Crailsheim und dem SC Regensburg. Die gastgebenden Crailsheimerinnen benötigten dabei zwingend drei Zähler, um den SC Regensburg in der Tabelle überflügeln und damit die Abstiegszone verlassen zu können. Und es dauerte bis zur 90. Spielminute, ehe der aus Sicht der Gastgeberinnen erlösende Treffer fallen sollte. Celia Philine Kirbach avancierte durch ihr Tor zur Heldin des Tages und ging anschließend komplett in der Jubeltraube des TSV unter. Zuvor hatten Julia Specht (40.‘) für den TSV Crailsheim und Toni Tewes (68.‘) für den SC Regensburg getroffen. Doch als sich bereits ein Remis zwischen den beiden Konkurrenten abzeichnete, schlug eben Kirbach nochmals zu und sicherte ihrem TSV Crailsheim damit zwei Matchbälle im Kampf gegen den Abstieg. Da die Elf von Übergangstrainer Martin Grund noch ein Nachholspiel in Alberweiler zu absolvieren hat, verbleiben dem TSV noch zwei Möglichkeiten, um die entscheidenden drei Zähler für den Klassenerhalt einzufahren. Diesen hat trotz der Niederlage auch der SC Regensburg noch in der eigenen Hand. Denn als Tabellenzehnter weisen die Oberpfälzer einen Vorsprung von zwei Zählern auf den FV Löchgau auf, sodass es zu einem Showdown am letzten Spieltag kommt. Mit einem Sieg über den SV Alberweiler wäre der SCR auch im Spieljahr 2018/19 Regionalligist.

Zum großen Verlierer des 25. Spieltages wurde somit der FV Löchgau, der sich beim 1. FC Nürnberg mit 0:2 geschlagen geben musste und somit unmittelbar vor dem letzten Spieltag erstmals auf einen Abstiegsrang zurückfiel. Schon früh gerieten die Gäste aus Württemberg gegen die „Club-Frauen“ in Rückstand. Franziska Mai brachte die Gastgeberinnen nach nicht einmal drei Minuten in Führung. Davon unbeirrt bot der FVL dem FCN anschließend zwar tapfer Paroli, doch zu einem Torerfolg sollte es nicht reichen. So brachte das Tor zum 2:0, welches Lisa Tietz in der Schlussminute markierte, die endgültige Entscheidung zu Gunsten des 1. FC Nürnberg, der sich durch seinen 12. Saisonsieg auf Rang 4 vorschieben konnte und am letzten Spieltag das Derby bei der SpVgg Greuther Fürth vor der Brust hat. Dagegen steckt dem FV Löchgau die Tristesse in den Knochen. Rangierte der FVL nach dem sechsten Spieltag noch auf Platz 5, ging es danach zunehmend bergab. Doch stets befand sich die Schuster-Elf über dem Strich. Dies änderte sich nun am vorletzten Spieltag, sodass die Löchgauerinnen nun für den letzten Spieltag alle Kräfte bündeln, den FC Ingolstadt 04 bezwingen und gleichzeitig auf Ausrutscher der Konkurrenten aus Crailsheim und Regensburg hoffen müssen, soll am Ende einer turbulenten Spielzeit 2017/18 der Klassenerhalt zu Buche stehen.

In einem Duell zweier  Teams, die nicht mehr im Kampf um den Aufstieg oder den Klassenerhalt mitmischen, kam es zwischen dem SC Sand II und dem FFC Wacker München. Dabei setzten sich die Gastgeberinnen aus Südbaden durch einen Doppelpack von Madeleine Kurek und einen weiteren Treffer von Laurene Marjorie Leopoldes letztendlich souverän mit 3:0 durch und zogen in der Tabelle am Spielgegner vorbei auf Rang 6.

Die torreichste Begegnung des 25. Spieltages gab es zwischen den beiden bereits als Absteiger feststehenden Teams des TSV Schwaben Augsburg und der SpVgg Greuther Fürth. Die Gäste aus Mittelfranken behielten mit 5:1 die Oberhand und sammelten nochmals Selbstvertrauen für das Derby gegen den 1. FC Nürnberg, in dem Elf von Fürth-Trainer Kevin Schmidt trotz des Abstiegs einen versöhnlichen Saisonabschluss anstrebt. In Augsburg zeigte sich insbesondere Anna-Maria Buckel treffsicher, die gleich drei Treffer zum Auswärtssieg der SpVgg beisteuerte. Sabrina Schroll und Lara Treuheit netzten je einmal ein, für die Gastgeberinnen markierte Lisa Schweiger den Ehrentreffer.

 

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