Frauen-Regionalliga: FV Löchgau gegen Würzburg im Torrausch

Wie gewonnen, so zerronnen. Dieses Gefühl könnte in der Frauen-Regionalliga Süd beim SV Frauenbiburg aufkommen, der in der Vorwoche seinen Rückstand auf den SC Freiburg II noch um zwei Zähler hatte verringern können, nun aber nach einem Remis gegen den SC Regensburg wieder acht Punkte zurück liegt. Dagegen gaben sich der Tabellenführer aus dem Breisgau und der FV Löchgau keine Blöße und landeten jeweils deutliche Siege über Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Die Württemberger, die sich gegen den ETSV Würzburg in einen Torrausch spielten, sind damit nun erster Verfolger des SC Freiburg II.

Bild Stefan Boldt

Auch wenn der souveräne Spitzenreiter SC Freiburg II zuletzt etwas an Konstanz vermissen ließ, weist die Krüger-Mannschaft immer noch sechs Punkte Vorsprung auf die Konkurrenz auf. Nach „nur“ vier erzielten Punkten aus den vorangegangenen drei Spielen feierte der Ligaprimus gegen den FSV Hessen Wetzlar II einen deutlichen 4:0-Heimsieg. Allerdings täuscht der Endstandt darüber hinweg, dass die Freiburgerinnen gegen die Gäste aus Nordhessen ein schweres Stück Arbeit zu verreichten hatten, ehe zwölfte Saisonsieg feststand. Nach einem torlosen ersten Durchgang erlöste Daria Streng mit ihrem zehnten Saisontor den Spitzenreiter und erzielte nach einer knappen Stunde den Führungstreffer. Auch danach wehrte sich die Zweitliga-Reserve aus Wetzlar nach Kräften und musste erst in der Schlussphase weitere Gegentreffer hinnehmen. Innerhalb der letzten sieben Spielminuten schraubten Ecem Cumert und Vanessa Ziegler mit einem Doppelschlag das Ergebnis in die Höhe und wahrten ihrem Team die hervorragende Ausgangssituation im Rennen um den Aufstieg in die 2. Frauen-Bundesliga.

In Löchgau waren es zur Überraschung der über 100 Zuschauer/innen die Gäste aus Würzburg, die den ersten Treffer der Partie erzielten. Beflügelt von der Hoffnung, den Klassenerhalt auch rechnerisch frühzeitig klar zu machen, brachte Antonia Heider den ETSV schon nach vier Zeigerumdrehungen in Führung. Doch die Gastgeberinnen berappelten sich schnell und brauchten gerade einmal 20 Minuten, um die Partie zu drehen. Zunächst glich Tanja Arnold aus, ehe Meike van Elten für die 2:1-Halbzeitführung des FV Löchgau sorgte. Dieser legte nach dem Seitenwechsel nach und sorgte für klare Verhältnisse. Svenja Fischer, erneut Tanja Arnold, Lisa Gayer und Lena Kühnle schraubten das Ergebnis in die Höhe. Dazwischen sorgte Theresa Damm kurzzeitig für Ergebniskosmetik aus Sicht der Unterfranken, was jedoch keinen wesentlichen Einfluss mehr auf den Spielverlauf hatte. Mit einem 6:2-Kantersieg unterstrich der FVL, dass er den Kampf um den Meistertitel noch nicht aufgegeben hat und hofft auf ein Endspiel am letzten Spieltag gegen den Tabellenführer aus Freiburg. Der ETSV Würzburg atmete hingegen auf, dass auch die Mannschaften hinter ihm am 18. Spieltag nicht siegen konnten, sodass der Vorsprung der Elf von Dieter Kölbl auf die Abstiegränge weiterhin sieben Zähler beträgt.

Die Partie des SV Frauenbiburg gegen den SC Regensburg wurde wegen anhaltender Regenfälle und den daraus resultierenden Platzverhältnissen kurzfristig um einen Tag nach hinten verlegt. Möglicherweise kostete dies den SVF ein bisschen an Konzentration, denn mit dem Schlusspfiff mussten sich die Gastgeberinnen mit einer Punkteteilung begnügen. Dabei hatten die Gäste aus Regensburg sogar lange geführt, nachdem Melanie Scheid nach 25 Minuten für ihre Farben eingenetzt hatte und sich die Abwehr vor SCR-Keeperin Sarah Edlbauer lange der Angriffe des SV Frauenbiburg erwehren konnte. Einmal mehr konnten sich die Gastgeberinnen dann aber auf ihre Torjägerin Anja Riebesecker verlassen, die in der 74. Minute erfolgreich war und mit ihrem elften Saisontreffer den 1:1-Endstand erzielte. Während der SV Frauenbiburg damit Federn im Titelkampf ließ, bestätigte der Aufsteiger aus der Oberpfalz seine gute Form und steht mit einer unverändert positiven Bilanz auf einem guten 5. Tabellenplatz.

Zwischen den Mannschaften aus Frauenbiburg und Regensburg rangiert als Tabellenvierter der 1. FC Nürnberg, der dank eines späten Treffers einen 2:1-Heimsieg über den Hegauer FV feierte. Dabei waren es auch in dieser begegnung die Gäste, die den besseren Auftakt ins Spiel erwischten und sich für einen engagierten Auftritt in Person von Tabea Griß mit dem Führungstreffer belohnten. Doch nach dem Seitenwechsel avancierte Caroline Eberth zur Matchwinnerin für die Club-Frauen. Zunächst sorgte sie nach 65 Minuten für den Ausgleich, ehe sie in der 85. Spielminute erneut zuschlagen und ihrer Elf damit den Heimsieg sichern konnte. Während der 1. FCN nichts mehr mit Auf- und Abstieg zu hat und lediglich um eine möglichst gute Abschlussplatzierung spielt, schwindet beim Hegauer FV auch langsam die letzte Hoffnung auf den Klassenerhalt. Bereits nach dem nächsten Spieltag könnte die Radice-Mannschaft auch rechnerisch als Absteiger feststehen.

Gleiches gilt für den TSV Jahn Calden, der totz eines Punktgewinns in Ingolstadt punktgleich mit dem Hegauer FV das Tabellenende ziert. Dabei gerieten die Gäste aus Nordhessen in der Audi-Stadt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt in Rückstand. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff verhängte die Schiedsrichterin einen Strafstoß zu Gunsten des FCI. Alina Mailbeck ließ sich diese Chance nicht entgehen und brachte ihre Farben in Front. Doch die Jahn-Spielerinnen steckten nicht auf und suchten im zweiten Durchgang ihr Heil in der Offensive. Letztendlich sollte aber nur der Ausgleichstreffer durch Johanna Hildebrandt fallen, was die Caldener Ausgangslage kaum verbessert. Bei neun Zählern Rückstand aufs rettende Ufer bedarf es eines echten Fußballwunders, soll am Ende der Saison noch der Klassenerhalt rausspringen.

Ihre Plätze in der Tabelle tauschten der FFC Wacker München und der TSV Schwaben Augsburg, nachdem die Wacker-Elf einen 2:0-Heimerfolg über den Tabellennachbarn und Lokalrivalen landete. Jedoch sicherte sich die Heimmannschaft ihren siebten Saisonsieg erst innerhalb der Schlussviertelstunde. Bernadette Angstwurm (75.) und Lisa Flötzner (85.) führten mit ihren Treffern den dreifachen Punkten der Münchnerinnen herbei. Auch bedingt durch eine nummerische Unterlegenheit (Platzverweis nach „Notbremse“) hatten die Gäste aus Augsburg dem nichts mehr entgegen zu setzen und fielen hinter den FFC Wacker auf Rang 8 zurück.

 

 

 

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