Frauen-Regionalliga: Hegauer FV und FSV Hessen Wetzlar II steigen ab

Während am oberen Ende der Tabelle der SC Freiburg II am 19. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd seinen Vorsprung auf acht Zähler ausbauen konnte und dadurch schon am nächsten Spieltag den Meistertitel perfekt machen kann, stehen mit dem Hegauer FV und dem FSV Hessen Wetzlar II die ersten beiden Absteiger fest. Durch eigene Niederlagen sowie einen gleichzeitigen Sieg des ETSV Würzburg kann das Duo das rettende Ufer nun auch rechnerisch nicht mehr erreichen. Dagegen wahrte der TSV Jahn Calden seine letzte Chance, auch wenn bei neun Punkten Rückstand die Möglichkeiten auf den Klassenerhalt wohl nur theoretischer Natur sein dürften.

Acht Zähler beträgt der Vorsprung des SC Freiburg II an der Tabellenspitze, sodass der Gewinn der diesjährigen Regionalliga-Meisterschaft für die Breisgauerinnen eine Frage der Zeit zu sein scheint. Doch hat es das Restprogramm der Mannschaft von SC-Trainerin Myriam Krüger in sich: es stehen an den letzten drei Spieltagen noch die Duelle mit den Mannschaften auf den Rängen 2-4 an, sodass die Verfolger die Hoffnung auf die Meisterschaft vielleicht noch nicht ganz aufgegeben haben. Dass der SCF schon am kommenden Spieltag den ersten Matchball hat, hatte er bei seiner Partie beim TSV Schwaben Augsburg vor allem einer Spielerin zu verdanken. Vanessa Ziegler erzielte alle drei Tore der Gäste beim knappen 3:2-Erfolg des Spitzenreiters und liegt gemeinsam mit Mona Budnick vom TSV Schwaben Augsburg gemeinsam an der Spitze der Torjägerliste. Auch Budnick konnte für die Gastgeberinnen einen Treffer erzielen und stellte damit den zwischenzeitlichen 2:2-Ausgleich her, nachdem im ersten Durchgang Selina Schmidt den Führungstreffer für den TSV Schwaben erzielt hatte. Doch auf Zieglers dritten Treffer fanden die Augsburgerinnen keine Antwort mehr, sodass die Bundesliga-Reserve aus Freiburg alle drei Zähler aus der Fuggerstadt entführte und einen Big-Point im Meisterschaftsrennen landete.

Vergeblich hoffte der SV Frauenbiburg auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters, jedoch machten die Niederbayern mit einem 2:0-Sieg beim Hegauer FV zumindest ihre eigenen Hausaufgaben und sorgten zugleich für traurige Gewissheit beim Spielgegner aus dem Hegau, der damit als Absteiger feststeht und in der Spielzeit 2017/18 in der Oberliga Baden-Württemberg antreten muss. Alina Angerer und Franziska Höllrigl besiegelten mit ihren Treffern den zehnten Saisonsieg des SVF, der von einem Punktverlust des FV Löchgau profitierte und sich auf Rang 2 vorschieben konnte. In Frauenbiburg drückt man nun am nächsten Wochenende dem 1. FC Nürnberg gegen Freiburg die Daumen, ehe man eine Woche später dann selbst zum Spitzenspiel in den Breisgau reist. Dagegen fiel der Hegauer FV auf den letzten Tabellenplatz zurück und arbeitet an den verbleibenden drei Spieltagen nur noch daran, seine Bilanz etwas aufzubessern. Lediglich zwei Saisonsiegen stehen schon zwölf Niederlagen der Radice-Elf gegenüber, sodass sich die Verantwortlichen beim HFV eingestehen müssen, dass der Abstieg nach einer bislang äußerst unglücklich verlaufenen Saison die logische Konsequenz ist.

Das gleiche Fazit zieht man wohl auch beim FSV Hessen Wetzlar II. Nach einem tollen Start des Aufsteigers in die Spielzeit (Nach fünf Spieltagen lag man noch auf Rang 4) hagelte es im weiteren Saisonverlauf fast nur noch Niederlagen. Auch am 19. Spieltag gingen die Hessinnen gegen den 1. FC Nürnberg ohne zählbaren Erfolg vom Platz, sodass bei nun zehn Zählern Rückstand aufs rettende Ufer der sofortige Wiederabstieg in die Hessenliga zu beklagen ist. Schon nach dem ersten Durchgang lag das Team von FSV-Trainer Sven Hilk mit 0:2 in Rückstand, nachdem Nina Raasch und Simone Grimm für die Gäste aus Mittelfranken eingenetzt hatten. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff konnte zwar Julia Christ für die Zweitlige-Reserve verkürzen, doch zu mehr reichte es nicht mehr, sodass auch für den FSV Hessen Wetzlar II die verbleibenden drei Spieltage zur Abschiedstour aus der Frauen-Regionalliga werden. Dagegen bestätigte der 1. FC Nürnberg eine insgesamt ordentliche Spielzeit und fuhr seinen neunten Saisonsieg ein.

Die Freude beim TSV Jahn Calden über den 2:1-Sieg gegen den FFC Wacker München war zunächst groß, wurde jedoch wenig später durch die Nachricht getrübt, dass auch der ETSV Würzburg einen Sieg einfahren konnte. Dadurch konnten die Jahn-Kickerinnen zwar ihren dritten Saisonsieg einfahren und die rote Laterne in den Hegau weiterreichen, doch die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist bei weiterhin neun Zählern Rückstand auf den ETSV Würzburg unverändert gering. Den Erfolg über die weit angereisten Gäste aus München sicherten in der ersten Spielhälfte Johanna Hildebrandt und Sharon Braun mit ihren Treffern. Der Heimsieg geriet zwar nochmals in Gefahr, als Lisa Flötzner für den FFC Wacker verkürzen konnte, doch danach hielt die Caldener Abwehr den gegnerischen Angriffen Stand und zugleich das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Ligaverbleib am Leben.

Eine Saison mit zahlreichen Leistungsschwankungen erlebt der Zweitligaabsteiger ETSV Würzburg. Nachdem man vor wenigen Wochen dem Spitzenreiter aus Freiburg die bislang einzige Saisonniederlage zugefügte hatte, zeigte sich die Elf von Trainer Dieter Kölbl auch gegen den FC Ingolstadt 04 von ihrer besten Seite und legte noch vor dem Seitenwechsel einen Zwei-Tore-Vorspung vor. Innerhalb von vier Minuten(34. und 37. Spielminute)  hatten Maria Ansmann und Medina Desic eingenetzt und ihren ETSV auf die Siegerstraße gebracht. Zwar konnte Jana Helmschmidt kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit für die Gäste aus Oberbayern verkürzen, doch Marie-Christine Seeger sorgte in der 66. Spielminute mit ihrem Treffer zum 3:1-Endstand für die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen aus Unterfranken, die bei neun Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone und einer um 16 Treffer besseren Tordifferenz gegenüber dem TSV Jahn Calden so gut wie sicher mit einer weiteren Spielzeit in der Frauen-Regionalliga Süd planen dürfen. Der FC Ingolstadt 04 rangiert trotz seiner sechsten Niederlage weiterhin in der oberen Tabellenhälfte, hat aber drei Konkurrenten aus Bayern unmittelbar hinter sich.

Mit dem Abstiegskampf hatte der LV Löchgau in der laufenden Saison von Beginn an nichts zu tun, stattdessen kämpfte das Kellerkind der vergangenen Spielzeiten lange um die Meisterschaft mit und hat rein rechnerisch immer noch die Chance, den Tabellenführer aus Freiburg am letzten Spieltag im direkten Duell noch abzufangen. Doch die Hoffnung darauf erlitt durch die 2:3-Niederlage des FVL beim SC Regensburg einen herben Dämpfer. Bemerkenswert dabei war, dass die fünf Treffer der Begegnung von insgesamt nur zwei Spielerinnen erzielt wurden. Die Gäste aus dem Stuttgarter Umland waren durch einen von Tammy Streicher verwandelten Strafstoß in Führung gegangen. Und auch der zweite Löchgauer Treffer resultierte aus einem Strafstoß, erneut behielt Streicher die Nerven und verkürzte in der Nachspielzeit auf 2:3 aus Sicht der Gäste. Doch dazwischen schlug die Stunde von Sarah Edlbauer, die für ihre Farben einen lediglich von der Halbzeitpause getrennten Hattrick (37., 47. und 67. Spielminute) erzielte und die ohnehin schon positive Bilanz des Aufsteigers aus der Oberpfalz weiter aufbesserte.

 

 

 

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