Frauen-Regionalliga: Nürnberg stürzt den Spitzenreiter

Auch der zehnte Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd brachte wieder einen Wechsel an der Tabellenspitze. Durch eine heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg musste der SV 67 Weinberg den Platz an der Sonne, den er erst in der Vorwoche erklommen hatte, gleich wieder räumen und an den SV Alberweiler abtreten, der der SpVgg Greuther Fürth nicht den Hauch einer Chance ließ und ein wahres Torfestival feierte. Im Tabellenkeller fährt der TSV Schwaben Augsburg einen wichtigen Überraschungssieg bei Eintracht Frankfurt ein.

Zwei Mannschaften mit einem echten Lauf trafen in Weinberg aufeinander, wo der gastgebende SVW als frisch gekürter Spitzenreiter den 1. FC Nürnberg empfang, der sich zuletzt mit zwei Siegen in Serie etwas aus dem Tabellenkeller herausgearbeitet hatte. Und so war klar, dass auch die Tagesform über den Sieg im Duell der beiden Teams aus Franken entscheiden würde. Die erste Spielhälfte war geprägt vom gegenseitigen Respekt, sodass sich nur wenige Torchancen ergaben. Eine davon konnten jedoch die Gäste aus Nürnberg zur Führung verwerten, Nadine Nischler profitierte in der 33. Spielminute von einem Abwehrfehler der Weinbergerinnen. Nach dem Seitenwechsel taten beide Mannschaften dann auch mehr für die Offensive, die Tormöglichkeiten häuften sich auf beiden Seiten. Und diesmal waren es die Gastgeberinnen, die nach einer knappen Stunde jubeln durften, als Maren Haberäcker den Spielstand mit ihrem Treffer egalisierte. Doch davon unbeeindruckt bot die Gästeelf dem Spitzenreiter weiter Paroli und wurde für einen mutigen Auftritt belohnt. Nastassja Lein erzielte in der 74. Minute den siegbringenden Treffer zum 1:2-Endstand, auch wenn die Mannschaft von FCN-Coach Osman Cankaya in der Schlussphase noch heikle Szenen vor dem eigenen Tor zu überstehen hatte. Während sich der SV 67 Weinberg nach seiner dritten Saisonniederlage nun im Verfolgerfeld widerfindet, landete der 1. FC Nürnberg seinen dritten Dreier in Serie und hat sich dadurch innerhalb einer Woche in die oberen Tabellenhälfte geschlichen.

Ein weiteres Ausrufezeichen setzte der SV Alberweiler, der sich dank eines Kantersieges im Duell zweier Aufsteiger bei der SpVgg Greuther Fürth und des zeitgleichen

SpVgg Greuther Fürth – SV Alberweiler (Foto: Andreas Goldmann)

Ausrutschers des SV 67 Weinberg nun wieder an der Tabellenspitze befindet. Sollten in der ersten halben Stunde der Begegnung noch keine Treffer fallen, so ging es danach Schlag auf Schlag. Noch im ersten Durchgang ließen es die Gäste aus Alberweiler gleich drei mal im gegnerischen Kasten klingeln. Und auch die zweiten 45 Minuten brachten für die hoffnungslos unterlegenen Gastgeberinnen keine Besserung, zumal sich diese nach einer guten Stunde durch eine gelb/rote Karte auch selbst dezimierten. So war es für den SVA ein Leichtes, das Ergebnis kontinuierlich in die Höhe zu schrauben, am Ende stand ein 8:0-Auswärtssieg für die Elf von Trainer Peter Kalmbach zu Buche. Besonders treffsicher zeigte sich dabei Kerstin Schneider, die gleich drei mal einnetzen konnte. Lena Bucher, Tamara Würstle (per Strafstoß), Annika Enderle und Larissa Mohr steuerten jeweils einen Treffer zum Kantersieg der Gäste bei, die zum Abschluss zudem von einem Eigentor der Fürtherinnen profitierten. Dank der nun deutlich besseren Tordifferenz gegenüber der Konkurrenz führt der SV Alberweiler die Frauen-Regionalliga Süd nun wieder an, weist aber auch nur lediglich drei Zähler Vorsprung auf den Tabellensechsten auf.

Punktgleich (jeweils 20 Zähler) mit dem SV Alberweiler auf Rang 2 liegt der SC Sand II, der ebenfalls einen deutlichen Sieg einfahren konnte. Beim FV Löchgau behielt die Bundesliga-Reserve aus Südbaden mit 5:1 die Oberhand und hat damit nach zehn Begegnungen bereits 28 Treffer erzielt. Entscheidend in Löchgau waren die Minuten jeweils kurz vor und nach dem Seitenwechsel. Hatte es bis dahin durch Treffer von Madeleine Kurek (SC Sand, 8. Minute) und Patricia Lopez (FV Löchgau, 32.‘) noch nach einem knappen Ergebnis ausgesehen, brachte Jennifer Schlee die Gäste mit der letzten Spielaktion vor dem Pausenpfiff wieder in Führung. Und zu Beginn des zweiten Durchgangs war den Gastgeberinnen dieser Nackenschlag noch anzumerken. Es dauerte keine sechs Minuten, da hatte Julia Zirnstein mit einem Doppelschlag für klare Verhältnisse zu Gunsten des SC Sand II gesorgt. Anschließend beruhigte sich das Geschehen wieder, wobei die Gäste ihren Vorsprung sicher verwalteten. Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich Anne Rotzinger, die in der 79. Spielminute den letzten Treffer des Tages markierte. Mit nun sechs Siegen auf dem Konto belegt der letztjährige Zweitligist, dass er in der Frauen-Regionalliga Süd zu den absoluten Spitzenmannschaften gehört, die ein Wort um die vergabe der potenziellen Aufstiegsränge mitsprechen werden.

Seine letzte Niederlage kassierte der FFC Wacker München am 6. Spieltag und hat sich durch die Serie von vier Begegnungen ohne Niederlage nun endgültig im Spitzenfeld der Tabelle etabliert. Als Tabellenvierter hat die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt gerade einmal zwei Zähler Rückstand auf den SV Alberweiler und kann diesen am 11. Spieltag mit einem Sieg im direkten Aufeinandertreffen sogar überflügeln. Gegen den SV Frauenbiburg brachte Verena Pfeifer den FFC Wacker auf die Siegerstraße. Mit ihren Saisontreffern 4 und 5 hatte sie schon nach 25 Minuten für einen Zwei-Tore-Vorsprung der Gastgeberinnen gesorgt und damit zugleich den Gästen aus Niederbayern deutlich Wind aus den Segeln genommen. Im weiteren Spielverlauf sollte dann lange kein Treffer mehr fallen, auch wenn die Elf aus Frauenbiburg im zweiten Durchgang zunehmend mehr Risiko einging. Doch dies wussten die Münchnerinnen für sich zu nutzen, als Sabrina Gahr kurz vor dem Schlusspfiff mit dem Tor zum 3:0-Endstand den Deckel auf die Partie machte. Der SV Frauenbiburg verpasste es hingegen, seinerseits den Anschluss an die Spitzenpositionen herzustellen und kassierte nun bereits nach zehn Spieltagen bereits mehr Niederlagen (fünf) als in der kompletten Saison 2016/17 (drei).

Auch der FC Ingolstadt 04 könnte sich am 11. Spieltag im Aufstiegsrennen weiter nach vorn schießen, sofern die Mannschaft aus Oberbayern den SV 67 Weinberg bezwingt. Ihre gute Ausgangsposition für dieses Unterfangen verdankt der FCI einem echten Arbeitssieg beim TSV Crailsheim, der erst durch einen Treffer in der Schlussphase der Begegnung besiegelt werden konnte. Bis dahin hatten beide Mannschaften um jeden Grashalm gekämpft, wobei die Gastgeberinnen aus Crailsheim im ersten Durchgang dem Führungstreffer näher waren und gleich zweimal Pech in Form von Aluminiumtreffern hatten. Auch nach dem Seitenwechsel hatte der TSV einige Tormöglichkeiten zu verzeichnen, die er jedoch nicht in einen Torerfolg ummünzen konnte. Dies sollte sich in der Schlussphase rächen, als Ramona Maier den Spielverlauf mit ihrem Treffer zum 1:0 auf den Kopf stellte. Auch das folgende Aufbäumen der Crailsheimerinnen überstand der FCI unbeschadet und durfte sich nach dem Schlusspfiff bei seiner Torhürterin Franziska Maier bedanken, die die Null und damit den fünften Saisonsieg der Elf von Trainer Florian Ächter festhielt.

Auf die Top-Torjägerin der Frauen-Regionalliga Süd, Mona Budnick, konnte sich einmal mehr der TSV Schwaben Augsburg verlassen, der bei der Frankfurter Eintracht überraschend mit 3:1 die Oberhand behielt und dadurch das rettende Ufer wieder in greifbarer Nähe hat. Zunächst brachte Budnick die Gäste bereits in der 9. Minute in Führung, doch die Eintracht fand nur wenig später die passende Antwort darauf, als Vanessa Klich zum zwischenzeitlichen 1:1 ausgleichen konnte. Doch der TSV Schwaben erwies sich als äußerst effektiv und konnte noch vor Ablauf des ersten Durchgangs erneut in Führung gehen. Nina Kaufmann zeichnete für den zweiten Gästetreffer verantwortlich. Auch nach dem Seitenwechsel erspielten sich die gastgeberinnen deutliche Feldvorteile, konnten daraus jedoch kein Kapital schlagen. Stattdessen wurde den Gästen aus Augsburg in der 68. Spielminute ein Strafstoß zugesprochen, den erneut Budnick im Nachschuss verwerten und damit die Führung der Gäste ausbauen konnte. Umso wütender reagierten im Anschluss die Gastgeberinnen und nahmen das Gehäuse der Gäste in der Schlussphase beinahe e unter Dauerbeschuss. Doch es fehlte der Eintracht an diesem Tag am Glück im Abschluss, sodass es schließlich bei der 1:3-Niederlage bleiben sollte, durch die die Yarussi-Elf auf Rang 6 zurückfiel.

Auf schwierigen Platzverhältnissen fand das Duell zwischen dem ETSV Würzburg und dem SC Regensburg statt, das für beide Mannschaften von enormer Bedeutung im Kampf um den Klassenerhalt war. Letztendlich trennten sich die Kontrahenten mit einem 1:1-Remis voneinander, wobei die beiden Treffer schon früh in der Begegnung zu verzeichnen waren. Die Gäste gingen durch Marina Keilholz in der 10. Minute in Führung, doch lediglich zwei Zeigerumdrehungen später stellte Medina Desic nicht nur den Ausgleich, sondern zugleich auch den Endstand in einer Begegnung her, die überwiegend von Kampf und Standardsituationen geprägt war. Doch trotz der hohen Intensität wurde die Begegnung von beiden Seiten überaus fair geführt, lediglich eine gelbe Karte wurde im gesamten Spiel verhängt. Durch das Unentschieden sind die Würzbugerinnen auf Rang 10 und der SC Regensburg auf Rang 13 weiterhin nur durch zwei Zähler voneinander getrennt.

 

 

 

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