Frauen-Regionalliga Süd: Punkteteilung zwischen Verfolgern

Mehr Mühe als erwartet hatten die beiden führenden Teams in der Frauen-Regionalliga Süd am 16. Spieltag in ihren Heimspielen gegen Abstiegskandidaten. Doch sowohl die SG Eintracht Wetzlar, wie auch der TSV Schwaben Augsburg blieben am Ende siegreich und konnten durch das gleichzeitige Remis zwischen Calden und München ihren Vorsprung auf die Verfolger ausbauen. Der Hegauer FV kann sich von der Abstiegszone absetzen, Sindelfingen hält die Hoffnung auf den Klassenerhalt am Leben.

Der Spitzenreiter aus Wetzlar tat sich gegen den FV Löchgau lange schwer und lag zur Halbzeitpause sogar in Rückstand. Lisa Klinge hatte die von Christopher Breymann trainierten Gäste kurz vor dem Pausenpfiff in Führung geschossen. Doch in der zweiten Spielhälfte drehten die favorisierten Hessinnen auf. Allen voran Johanna Straube war von den Löchgauerinnen nicht in den Griff zu bekommen. Mit einem lupenreinen Hattrick drehte sie die Partie und sorgte mit ihren Saisontreffern 6-8 fast im Alleingang für den 3:1-Heimerfolg des Tabellenführers, der dadurch seinen siebten Dreier in Serie einfahren konnte. Der FV Löchgau steht dagegen trotz seiner siebten Saisonniederlage auf einem Rang, der den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde.

Knapp setzte sich auch der TSV Schwaben Augsburg durch, der sich gegen Eintracht Frankfurt schon früh auf der Siegerstraße befand. Melanie Seidler und Top-Torjägerin Mona Budnick mit ihrem 15. Saisontreffer sorgten für einen beruhigenden 2:0-Vorsprung des Tabellenzweiten. Dieser wurde jedoch in der zweiten Spielhälfte zu sehr verwaltet, wodurch es den Gästen aus der Mainmetropole gelang, ins Spiel zurück zu finden. Jedoch fiel der Anschlusstreffer zum 2:1 durch Selina Dambier zu spät (84.), als dass er dem Spiel noch eine Wende hätte geben können. Während den Augsburgerinnen damit Wiedergutmachung für die Niederlage in der Vorwoche gelang, wartet die Frankfurter Eintracht seit mittlerweile sechs Begegnungen auf ihren fünften Saisonsieg und rangiert in der Tabelle weiterhin auf einem potenziellen Abstiegsplatz.

Zum Aufeinandertreffen der beiden Verfolgerteams kam es vor 130 Zuschauern in Calden, wo der gastgebende TSV Jahn den FFC Wacker München zu Gast hatte. Beide Teams wollten mit einem Sieg den Anschluss an die Spitzenplätze wahren, trennten sich jedoch schlussendlich mit einem 2:2-Unentschieden und mussten den direkten Kontakt dadurch erstmal abreißen lassen. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff brachte Arlene Rühmer die Gastgeberinnen in Front. Den Münchener Ausgleich durch Bernadette Angstwurm konnte Johanna Hildebrandt in der zweiten Spielhälfte umgehend mit der neuerlichen Führung des TSV Jahn Calden beantworten, doch auch diese Führung sollte nicht halten. In der Nachspielzeit einer spannenden Begegnung gelang Annalisa Rützel noch der Treffer zum 2:2-Endstand, wodurch es für Calden sehr schwer werden wird, noch in den Kampf um den Meistertitel einzugreifen. Zwar hat die Elf von Trainer Engin Keskin noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand, doch der Rückstand auf den hessischen Kontrahenten aus Wetzlar beträgt nun bereits 13 Zähler.

Die torreichste Begegnung des 16 Spieltags fand in Derendingen statt. Zwischen dem TVD und dem FC Ingolstadt 04 entwickelte sich eine dramatische Begegnung, in der sich in der Schlussphase die Ereignisse überschlugen. Nach einem Pausenstand von 1:1 (Tore durch Derendingen-Ingolstadt kleinAndrea Lorenz (Derendingen) und Veronika Hesse (Ingolstadt)), gingen in der zweiten Spielhälfte zunächst die Gäste durch Ines Wenninger in Führung. Für den Ausgleich zum 2:2 sorgte Madita Habermehl und lange sah es so aus, als sollte es bei diesem Spielstand bis zum Schlusspfiff bleiben. Doch ein Eigentor der Gastgeberinnen in der letzten Minute der regulären Spielzeit läutete den Beginn einer intensiven Schlussphase ein. Der TVD wollte sich nicht mit der Niederlage abfinden und warf in der Nachspielzeit noch einmal alles nach vorn, was schließlich durch den Treffer zum 3:3-Endstand belohnt wurde. Nina Weiß sorgte für ausgelassenen Jubel bei den Spielerinnen aus dem Tübinger Stadtteil.

Indes gelang es dem Hegauer FV, sein Polster auf die Abstiegsränge auf sieben Zähler auszubauen. Meike Meßmer brachte die Südbadnerinnen gegen das Schlusslicht 1. FFC Frankfurt III früh in Führung. Der Treffer zum 2:0 durch Carina Walde (78.) bedeutete Hegau6schließlich die Entscheidung in dieser sehr fair geführten Begegnung, in der Schiedsrichterin Karoline Wacker ohne eine Verwarnung auskam. Mit nun 21 Zählern kletterte der Hegauer FV in die obere Tabellenhälfte und machten einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt, die Gäste aus Frankfurt benötigen in den verbleibenden sechs Begegnungen zwingend eine Siegesserie, um bei acht Punkten Rückstand aufs rettende Ufer noch Hoffnung auf den Ligaverbleib zu haben.

Durch den Sieg des Hegauer FV und seine gleichzeitige 0:2-Niederlage beim VfL Sindelfingen II büßte der 1. FC Nürnberg einen Platz in der Tabelle ein. Die Sindelfingerinnen feierten durch späte Treffer von Marina Weber (76.) und Alexandria Mannier (89.) ihren dritten Saisonsieg und haben es bei zwei ausstehenden Nachholbegegnungen (gegen den Hegauer FV und in Calden) noch in der eigenen Hand, die Abstiegsränge zu verlassen. Die Nürnbergerinnen weisen hingegen nun eine negative Saisonbilanz auf (sechs Siege, sieben Niederlagen). Zu allem Überfluss handelte sich der 1. FCN nach dem zweiten Treffer der Gastgeberinnen auch noch einen Feldverweis (gelb/rot, 90. Spielminute) ein.

 

 

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