Frauen-Regionalliga Süd: Spitzenreiter Frankfurt strauchelt

Obwohl der Tabellenführer Eintracht Frankfurt am 20. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd gegen den SV Frauenbiburg eine überraschende Heimniederlage hinnehmen musste, befinden sich die Hessen immer noch in einer sehr guten Ausgangslage, da mit Ausnahme des SV 67 Weinberg auch die Verfolger des Spitzenreiters Punkte liegen ließen. Im Kampf um den Klassenerhalt war der unerwartete Sieg für den SV Frauenbiburg überaus wertvoll, da mit Regensburg, Augsburg und Crailsheim gleich drei Teams aus dem Tabellenkeller ebenfalls die volle Punktzahl einfahren konnten.

Kaum einer hätte dem SV Frauenbiburg vor dem Spieltag den großen Wurf beim Spitzenreiter zugetraut, hatten die Niederbayern doch bis dahin lediglich einen Auswärtssieg zu verzeichnen gehabt und waren wieder bedrohlich nah an die Abstiegszone gerutscht. Doch die Elf von Trainerin Nina Mittrop legte eine erste Spielhälfte vom Feinsten hin, in der man den Gastgeberinnen den Schneid frühzeitig abkaufte und nach Toren von Laura Wagenhuber, Alice Zimmermann und Anja Riebesecker einen scheinbar beruhigenden 3:0-Vorsprung herausspielte. Nach dem Seitenwechsel besann sich jedoch der Tabellenführer aus Frankfurt auf seine Stärken und fand umgehend zurück in die Begegnung, als Annika Leber bereits in der 48. Spielminute den Anschlusstreffer markierte. Davon beflügelt legte die Eintracht nach und verkürzte in Person von Zoe Staffa nach einer Stunde auf 2:3, wodurch zumindest ein Zähler wieder greifbar erschien. Doch an diesem Tag war das Glück auf Seiten der Gäste aus Frauenbiburg, die ihren knappen Vorsprung erfolgreich verteidigten und kurz vor Schluss sogar nochmals nachlegten. Alice Zimmermann sorgte mit ihrem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung sowie zugleich für das Ende der Siegesserie des Tabellenführers, der zuvor sieben Begegnungen in Folge für sich hatte entscheiden können.

Gleich zwei direkte Duelle zwischen Verfolgern der Frankfurter Eintracht gab es in Ingolstadt und beim SV 67 Weinberg. Während sich der FC Ingolstadt 04 und der 1. FC Nürnberg in einer umkämpften Begegnung trotz zahlreicher Chancen auf beiden Seiten torlos voneinander trennten, landete der SV 67 Weinberg beim 2:0 über den SV Alberweiler seinen zweiten Erfolg nach der Winterpause und

SV 67 Weinberg – SV Alberweiler (Foto: SV 67 Weinberg)

zog dadurch in der Tabelle am nun punktgleichen FC Ingolstadt 04 (jeweils 34 Zähler) vorbei auf Rang 2. Jedoch haben die Ingolstädterinnen zwei Begegnungen weniger als der SVW ausgetragen. Vor stattlicher Kulisse fand die Begegnung des SV 67 Weinberg gegen den SV Alberweiler statt. Obwohl die Begegnung kurzfristig auf das Kunstrasenspielfeld in Ansbach verlegt werden musste, fanden 250 Zuschauer/innen den Weg zum Spitzenspiel. Tore bekamen sie aber erst im zweiten Durchgang zu sehen, nachdem in der Halbzeitpause die Weinberger Verteidigerin Nina Hirsch von DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch zur Amateurin des Jahres 2017 ausgezeichnet worden war. Ellen Riess brachte ihre Farben mit ihrem 7. Saisontreffer nach einer knappen Stunde in Führung, wenig später legte die kurz zuvor eingewechselte Spielertrainerin Christina Schellenberg zum 2:0-Endstand nach und hievte den SV 67 Weinberg damit zurück auf den begehrten Rang 2, den aber auch noch der Tabellenvierte SV Alberweiler sowie der Fünftplatzierte 1. FC Nürnberg (jeweils 30 Punkte) fest im Blick haben, wobei der SV Alberweiler aufgrund der hohen Anzahl noch auszutragender Nachholbegegnungen selbst Rang 1 noch aus eigener Kraft erreichen kann.

Auf 28 Zähler konnte der FFC Wacker München sein Punktekonto aufstocken, indem er einen knappen 2:1-Auswärtssieg beim FV Löchgau einfuhr. Dabei avancierte Isabel Widemann zur Matchwinnerin für die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt, als sie in der 58. Spielminute zum siegbringenden Treffer einnetzen konnte. Zuvor war der FFC Wacker bereits in der frühen Anfangsphase des Spiels durch Julia Dietsch in Führung

FV Löchgau – FFC Wacker München (Foto: FV Löchgau)

gegangen, doch Katja Milbradt fand für die Gastgeberinnen mit dem Ausgleichstreffer nach 20 Spielminuten die passende Antwort. Doch im zweiten Durchgang zeigte der FFC Wacker, dass ihm die winterbedingte vierwöchige Spielpause nicht geschadet hat und entführte dank konzentrierter Abwehrarbeit alle drei Zähler aus Württemberg. Dagegen erlitt der FV Löchgau nach der Niederlage in der Vorwoche bei der SpVgg Greuther Fürth den nächsten Rückschlag und spürt im Abstiegskampf immer deutlicher den Atem der Verfolger im Nacken. Da die Elf von Trainerin Stefanie Schuster bereits 20 ihrer insgesamt 26 Partien absolviert hat, bedarf es aus den verbleibenden Begegnungen zwingend noch einiger Punkte für den Klassenerhalt.

Einen richtungsweisenden Sieg landete indes der TSV Crailsheim über den SC Sand II und legte damit gleich nach, nachdem bereits das vorherige Heimspiel gegen den SV Frauenbiburg erfolgreich beendet werden konnte. Im Aufeinandertreffen des TSV mit der Bundesliga-Reserve aus Sand hatten beide Teams jeweile eine Doppeltorschützin in ihren Reihen. Für die Gastgeberinnen war Celine Pollack zweimal erfolgreich, bei den Gästen sorgte Natalie Hezel mit ihren beiden Treffern für Jubel. Hezels zweiter Treffer fiel jedoch erst in der Schlussphase der Begegnung und somit zu spät, um dem Spiel nochmals eine Wende zu verleihen, nachdem zuvor Melike Baki in der 76. Spielminute auf 3:1 für den TSV Crailsheim gestellt hatte. Durch den knappen 3:2-Erfolg weist der TSV Crailsheim nun eine Bilanz von sieben Zählern aus drei Begegnungen nach der Winterpause auf und behauptete nicht nur einen Nichtabstiegsrang, sondern rückte auch bis auf zwei Zähler an den FV Löchgau heran.

Auch der SC Regensburg und der TSV Schwaben Augsburg sendeten Lebenszeichen im Rennen um dem Klassenerhalt. Dass beide Mannschaften jeweils Siege gegen die direkte Konkurrenz landeten, machte den Spieltag im Lager der Regensburger und Augsburger umso erfreulicher. Dagegen herrscht auf Seiten der geschlagenen SpVgg Greuther Fürth und des ETSV Würzburg große

SpVgg Greuther Fürth – SC Regensburg (Foto: Andreas Goldmann)

Enttäuschung. Zwar weisen die Fürther, für die beim 1:2 gegen den SC Regensburg Nadine Lang zum zwischenzeitlichen Ausgleich getroffen hatte, lediglich vier Zähler Rückstand zum rettenden Ufer auf, doch hat der Aufsteiger aus Mittelfranken auch bereits alle Begegnungen absolviert, während die Konkurrenten noch bis zu drei Nachholspiele in der Hinterhand haben. Ebenfalls mit drei Begegnungen ist das Tabellenschlusslicht ETSV Würzburg im Rückstand, doch für den ETSV sind es gleich sechs Zähler Differenz bis zum rettenden Rang 10.

Das Heimspiel gegen den TSV Schwaben Augsburg begann für die Würzburgerinnen denkbar ungünstig, als Barbara Rauch nach nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen die Gäste in Führung schoss. Zwar gelang Medina Desic in der 37. Spielminute der Ausgleich, doch noch vor dem Seitenwechsel schlug der TSV Schwaben noch zweimal zu. Lisa Steppich und Melanie Seidler sorgten mit einem Doppelschlag für Augsburger Jubelstürme. Von diesem Rückschlag erholte sich die Elf von ETSV-Coach Marco Scheder im zweiten Durchgang nicht mehr, sodass mit dem Abpfiff ein 1:3-Endresultat und damit die zehnte Saisonniederlage der Würzburgerinnen zu Buche stand, wohingegen der TSV Schwaben Augsburg in Anbetracht der Ergebnisse der Konkurrenz einen beinahe überlebenswichtigen Sieg feiern und sich über seine ersten Zähler nach der Winterpause freuen durfte. Da dem TSV Schwaben Augsburg nun gleich drei Heimspiele in Folge vor der Brust stehen, ist es durchaus denkbar, dass die Elf von Roger Schlensog nach Ostern das rettende Ufer erklommen hat.

Gleiches strebt der SC Regensburg an, der mit 18 Zählern auf dem Konto derzeit einen Punkt mehr als der TSV Schwaben Augsburg aufweist (bei jeweils 17 ausgetragenen Spielen). Den Regensburger Sieg in Fürth führten Sarah Edlbauer und Susanne Waitz mit ihren Treffern herbei und sorgten somit dafür, dass ihr SCR weiter alle Trümpfe im Kampf um den Klassenerhalt in der eigenen Hand hält. Der Rückstand auf den TSV Crailsheim beträgt zwei Punkte, der auf den FV Löchgau auch nur drei Punkte.

 

 

 

 

 

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