Frauen-RL: Calden fertigt Sindelfingen ab

Auch nach dem sechsten Spieltag sind in der Frauen-Regionalliga Süd weiterhin vier Teams ungeschlagen. Der bisherige Tabellenführer FC Ingolstadt 04 musste beim Remis in Frankfurt zwar Punkte abtreten, ist aber ebenso noch ohne Niederlage wie der neue Spitzenreiter 1. FC Nürnberg und der FC Forstern. Der TSV Jahn Calden feierte ein Schützenfest in Sindelfingen und komplettiert das niederlagenfreie Quartett an der Tabellenspitze. Neben Sindelfingen steht auch immer noch der Hegauer FV ohne Zähler auf der Habenseite da.

Das mit Spannung erwartete Duell zwischen dem Titelverteidiger Eintracht Frankfurt und dem FC Ingolstadt 04, der mit seinen aus den vorherigen fünf Begegnungen

Eintracht Frankfurt – FC Ingolstadt 04 (Foto: Bernd Höppler – Akzent Foto)

eingeheimsten 13 Punkte als Tabellenführer nach Hessen reiste, entwickelte sich zu einer intensiven Begegnung, in der sich beide Mannschaften auf Augenhöhe begegneten. Um jeden Meter auf dem Spielfeld wurde gekämpft, die Abwehrreihen beider Mannschaften ließen den gegnerischen Offensivspielerinnen nur wenig Luft. So stand mit dem Schlusspfiff ein torloses Remis zu Buche, mit dem aber die Gäste aus Oberbayern gut leben können, auch wenn es den Verlust der Tabellenspitze zur Folge hatte. Die Eintracht hatte sich erhofft, mit einem Sieg den Anschluss nach ganz oben herstellen zu können, tritt aber mit dem einen Zähler ein wenig auf der Stelle. Aktuell weisen die Frankfurterinnen sechs Zähler Rückstand zur Tabellenspitze auf. Sollte der FC Forstern am kommenden Wochenende sein Nachholspiel gegen Calden gewinnen, würde der Frankfurter Rückstand schon auf acht Zähler anwachsen.

Nutznießer des Ingolstädter Punktverlustes war der 1. FC Nürnberg, der in seinem sechsten Saisonspiel den fünften Sieg und damit die Zähler 14-16 einfahren konnte. Gegen den SC Regensburg kamen die Mittelfranken in beiden Spielhälften stürmisch aus der Kabine und netzten schon früh ein. Zunächst war es Franziska Mai, die in der zweiten Spielminute die frühe Führung markierte. Eine gute halbe Stunde später legte die gleiche Spielerin dann nochmal nach und stellte damit den 2:0-Pausenstand her. Nach dem Seitenwechsel war es dann Leonie Vogel, die den Gästen aus Regensburg mit dem 3:0 in der 47. Minute früh den Zahn zog. Und wie schon ihre Teamkollegen in der ersten Spielhälfte gab sich Vogel nicht mit einem Treffer zufrieden, sondern legte eine Viertelstunde später gleich ihren zweiten Tagestreffer nach. Spätestens damit war die Messe gelesen, der Regensburger Ehrentreffer durch Nadine Brunner (83. Minute) hatte nur noch statistischen Wert. Dennoch könnte er bei der Nürnberger Torhüterin Lea Paulick ein wenig Verstimmung hervorgerufen haben, denn zu gern hätte diese ihren Kasten zum fünften Mal in der Saison sauber gehalten. Während der 1. FC Nürnberg als nächstes in einer Vorholbegegnung vom 13. Spieltag den FC Forstern zum Spitzenspiel bittet, sieht die bisherige Bilanz des SC Regensburg deutlich magerer aus. Lediglich drei Zähler hat die Elf von SCR-Trainerin Birgit Fellner aus ihren sechs Begegnungen gesammelt und sollte in den kommenden Spielen dringend etwas fürs Punktekonto tun, soll nicht frühzeitig der Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle verloren gehen.

Bevor der FC Forstern am 3.10. nach Nürnberg reist, steht den Oberbayern auch noch der Vergleich der beiden stark auftrumpfenden Aufsteiger gegen den TSV Jahn Calden vor der Brust. Derweil konnte auch der SV Frauenbiburg nicht den Forstener Siegeszug stoppen und musste die Heimreise nach Niederbayern mit einer 0:3-Niederlage im Gepäck

FC Forstern – SV Frauenbiburg (Foto: Eicke Lenz)

antreten. Theresa Eder (26.‘), Julia Deißenböck (54.‘, Strafstoß) und Sandra Obermeier in der Nachspielzeit sorgten mit ihren Treffern dafür, dass die Bilanz des FC Forstern vor den beiden Spielen gegen die unmittelbaren Konkurrenten im Kampf um die Spitzenplätze weiterhin makellos ist. Zudem stellt der Aufsteiger mit nur zwei Gegentreffern zudem jetzt gemeinsam mit dem 1. FC Nürnberg auch die beste Abwehr der Liga, die den Erfolgaranten des Aufsteigers darstellt. Dem gegenüber ist der SV Frauenbiburg nach seiner fünften Saisonniederlage auf einen Abstiegsplatz abgerutscht und gerät zunehmend unter Druck, wobei der Blick auf die Tabelle zeigt, dass es das Auftaktprogramm des SVF durchaus in sich hatte. So hat die Mannschaft von Trainer Georg Sewald die drei aktuell in der Tabelle oben stehenden Teams schon bespielt und zudem ihren bislang einzigen Saisonsieg gegen den Titelverteidiger Eintracht Frankfurt gelandet.

Für das Nachholspiel in Forstern konnte der TSV Jahn Calden in Sindelfingen eine weitere Portion Selbstvertrauen sammeln. Die Gäste aus Nordhessen ließen dem letztjährigen Zweitligisten aus Württemberg nicht den Hauch einer Chance und spielten sich dabei nach dem Seitenwechsel in einen wahren Torrausch. Zur Pause hatte es bei einem Zwischenstand von 0:2 noch nach einem glimpflichen Ausgang für die Sindelfinger Ladies ausgesehen, doch im  zweiten Durchgang brachen schließlich in der Defensive der Gastgeberinnen alle Dämme. Am Ende stand ein 0:8-Debakel zu Buche, welches zur Folge hatte, dass der VfL nun das Ende der Tabelle ziert. Hoffnung schöpft man in der Stuttgarter Vorstadt vielleicht daraus, dass man die rote Laterne am kommenden Wochenende im Nachholspiel beim Hegauer FV schon wieder an den Spielgegner weiterreichen kann. In Calden reitet man dagegen weiter auf einer wahren Euphoriewelle. In Sindelfingen avancierte Arlene Rühmer mit drei Treffern zur Spielerin des Tages. Doch allein die Tatsache, dass neben Rühmer mit Franziska Tux, Sharon Braun (2), Emma Becker und Jil Ludwig gleich vier weitere Spielerinnen für Tore verantwortlich zeichneten, zeigt, dass die Regionalliga Süd mit Calden einen überaus starken Aufsteiger hinzugewonnen hat. Mit Spannung blickt die Liga nun nach Forstern zum Duell der beiden noch ungeschlagenen Aufsteiger.

Während in Forstern ein Spitzenspiel steigt, kommt es im Hegau am nächsten Wochenende zum absoluten Kellerduell der beiden noch punktlosen Mannschaften des Hegauer FV und des VfL Sindelfingen Ladies. Zwar geriet der Hegauer FV am sechsten Spieltag nicht so sehr unter die Räder wie der kommende Gegner, dennoch sorgte die 0:2-Niederlage gegen den SC Freiburg II für nicht weniger Enttäuschung beim südbadischen Aufsteiger. Sehr motiviert war die Elf des Hegauer Trainers Gino Radice ins Spiel gestartet. Immerhin hätte man mit einem Sieg nach Punkten zu den Gästen aus Freiburg aufschließen und damit den lang ersehnten Befreiungsschlag landen können. Doch das gegnerische Tor schien an diesem Tag wie vernagelt. Zudem mangelte es den Gastgeberinnen nach einer torlosen ersten Spielhälfte unmittelbar nach Wiederanstoß vielleicht noch ein bisschen an Konzentration, was die Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau gnadenlos ausnutzte. Sina Bühler brachte den SCF in Führung und verschaffte den Gästen somit eine hervorragende Ausgangslage. Aus einer stabilen Abwehr heraus verwaltete der Zweitliga-Absteiger nun seine Führung und sorgte in der Schlussphase schließlich für die Entscheidung, als Talke Bröker den Treffer zum 0:2-Endstand markierte und ihren Farben damit endgültig den zweiten Saisonsieg sicherte.

Mit dem SC Sand II war auch die zweite Bundesliga-Reserve aus Südbaden am sechsten Spieltag erfolgreich. Nachdem das Team von Trainer Georg Forscht eher durchwachsen in die Spielzeit gestartet war, behielt die Mannschaft aus der Ortenau nun die Oberhand beim SV Alberweiler und glich ihre Saisonbilanz damit aus (je drei Siege und Niederlagen).  Zu verdanken hatten die Gäste dies einem Doppelschlag von Natalie Hezel, die innerhalb von nur drei Minuten gleich zweimal erfolgreich war und damit den vorherigen Rückstand ihres Teams in einen Vorsprung verwandelte, den der SCS dann auch erfolgreich bis zum Schlusspfiff verteidigen konnte. Dem SV Alberweiler nutzte es so auch nichts, dass Sibel Meyer in der 26. Spielminute den ersten Treffer des Tages erzielt hatte. Nach ihrer dritten Saisonniederlage findet sich die Elf von Trainerin Chantal Bachteler im unteren Mittelfeld der Tabelle wieder und kann noch nicht an die erfolgreiche Vorsaison anknüpfen, in der man als Aufsteiger bis weit in die Rückrunde hinein um die Aufstiegsplätze mitgemischt hatte.

Umgekehrt sind die Vorzeichen beim TSV Crailsheim, der sich nach einem nervenzehrenden Abstiegskampf im Vorjahr nun ein bisschen im Schatten der vier noch niederlagenfreien Teams ins erweiterte Spitzenfeld der Liga vorgearbeitet hat. Beim FFC Wacker München feierten die Württembergerinnen einen knappen Last-Minute-Sieg und stockten ihr Konto damit auf zehn Zähler nach fünf Begegnungen auf. Als sich die Zuschauer bereits auf ein torloses Unentschieden eingestellt hatten, sorgte Lisa Wich mit dem goldenen Treffer des Tages in der 88. Spielminute doch noch für Jubelstürme auf Seiten der Gäste, die den Gastgeberinnen damit zum Wiesn-Start in München ordentlich Salz in die Suppe streuten. Ob der TSV Crailsheim aber tatsächlich zu den Spitzenmannschaften gehört, werden die nächsten Spieltage zeigen. Denn dann stehen mit dem 1. FC Nürnberg und dem FC Forstern echte Prüfsteine auf dem Programm.

 

 

 

 

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