Frauen-RL: Eintracht Frankfurt dreht Verfolgerduell in Nürnberg

Während der Spitzenreiter SC Freiburg II scheinbar unaufhaltsam seinen Verfolgern in der Frauen-Regionalliga Süd enteilt, rückte Eintracht Frankfurt am 10. Spieltag durch einen Sieg in Nürnberg auf Rang 2 vor. Die TSG Neu-Isenburg bezwang derweil im Kellerduell den Hegauer FV und fuhr dadurch die ersten Zähler ihrer Regionalliga-Historie ein.

Zum absoluten Topduell Erster gegen Zweiter hatte der SC Freiburg II den SV 67 Weinberg zu Gast. Und das Spiel halt, was sich die Zuschauer/innen davon erhofft hatten. Beide Teams lieferten sich ein umkämpftes Spitzenspiel mit zahlreichen Torraumszenen. Zwar gingen die Gäste aus Mittelfranken die Begegnung motiviert und offensiv an, doch es war zunächst die Bundesliga-Reserve aus Südbaden, die zum ersten Mal jubeln durfte. Ein Eigentor der Gäste brachte den Spitzenreiter in der 24. Minute in Führung. Von diesem Nackenschlag ließ sich der SV 67 Weinberg aber nur kurz aus der Bahn werfen und stellte zehn Minuten später in Person von Torjägerin Nina Heisel die Uhren wieder auf Null. Als sich bereits ein unentschiedener Pausenstand abzeichnete, klingelte es aber doch nochmal im Kasten der Gäste. Victoria Ezebinyuo war für den SC nach einem Eckball zur Stelle und markierte per Kopf die neuerliche Führung des Tabellenführers. Nach dem Seitenwechsel übte der SVW weiter ordentlich Druck auf die Freiburgerinnen aus, scheiterte aber immer wieder an der gegnerischen Torhüterin. Und so kam es wie im Fußball so oft: Statt des Ausgleichstreffers fiel in der 83. Minute die Entscheidung zu Gunsten des SC Freiburg. Marie Philipzen war zur Stelle und markierte ihren fünften Saisontreffer, womit der etwas glückliche Heimsieg unter Dach und Fach gebracht war.

In Nürnberg hätte es nach wenigen Minuten kaum jemand für möglich gehalten, dass die Frankfurter Eintracht nach Spielende der erste Verfolger des SC Freiburg sein könnte. Denn nach nicht einmal sechs Minuten zeigte die Anzeigentafel eine 2:0-Führung für den 1. FC Nürnberg an, die Lisa Ebert und Nastassja Lein mit ihren Treffern hergestellt hatten. Doch die Gäste aus der Mainmetropole fingen sich nach einem desolaten Start in die Begegnung wieder und kamen ihrerseits zu Torchancen. Im ersten Durchgang hatten die Nürnbergerinnen jedoch noch zweimal das Aluminiumglück auf ihrer Seite, so dass der 2:0-Vorsprung weiter Bestand hatte. Jedoch spürten die Frankfurterinnen, dass auch in Durchgang 2 noch etwas für sie drin sein könnte. Erst recht, nachdem Alberina Syla in der 49. Minute den Anschlusstreffer markiert hatte, der die Elf von Trainer Christian Yarussi weiter beflügelte. Der Ausgleich fiel dann auch folgerichtig zehn Minuten später. Kaho Fushiki behielt bei einem Strafstoß die Nerven und glich aus zum 2:2. Doch auch damit wollte sich die Eintracht nicht zufrieden geben und spielte weiter auf Sieg. Und in der 81. Minute war es erneut Fushiki, die mit ihrem zweiten Treffer des Tages zur Matchwinnerin avancierte. Schlussendlich setzte sich die Eintracht mit 3:2 beim 1. FC Nürnberg durch und machte in der Tabelle einen großen Satz auf Rang 2.

Heiß umkämpft war das Verfolgerduell zwischen dem 1. FC Nürnberg und Eintracht Frankfurt, wobei die Gäste aus Hessen einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand noch in einen Auswärtssieg umwandeln konnten (Foto: Bernd Höppler).

Unmittelbar hinter der Eintracht rangiert nun der FSV Hessen Wetzlar, der den TSV Crailsheim mit 3:0 bezwang und in der kommenden Woche zum hessischen Aufeinandertreffen und gleichzeitigen Duell der beiden ersten Verfolger des SC Freiburg nach Frankfurt fährt. Gegen die noch sieglosen Gäste aus Crailsheim hatte der FSV Hessen allerdings ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, ehe der vierte Sieg im vierten Wetzlarer Heimspiel zu Buche stand. Nach einer torlosen ersten Spielhälfte dauerte es auch nach dem Seitenwechsel eine gute Viertelstunde, ehe der Knoten bei den Gastgeberinnen geplatzt war. Maike Simbeck markierte das für ihre Farben erlösende 1:0. Zwar waren die mit einem Rumpfkader angereisten Gäste auch danach weiterhin bemüht, doch noch etwas Zählbares mit auf die Heimreise zu nehmen, doch das 2:0 durch Selina Heinzeroth in der 73. Minute ließ die Crailsheimer Hoffnungen auf ein Minimum sinken. In der Schlussminute wurde dem FSV Hessen Wetzlar dann noch ein Strafstoß zugesprochen, den Zoe Brückel souverän zum Endstand verwandelte. Während der FSV Hessen Wetzlar weiter am Projekt „Direkter Wiederaufstieg“ arbeitet, ist der gebeutelte TSV Crailsheim nun das einzige Team, welches in der Spielzeit 2019/20 noch keinen Sieg einfahren konnte.

Auch die Niederlagenserie des SC Würzburg fand am 10. Spieltag kein Ende. Beim SV Alberweiler kassierte der Aufsteiger aus Unterfranken bereits seine vierte Pleite in Serie und fiel auf Tabellenrang 6 zurück. Dabei war die Messe bereits nach 45 Minuten zu Gunsten des SV Alberweiler gelesen. Solveig Schlitter, Annika Enderle und Vera Ellgass hatten nach gerade einmal 25 Minuten mit ihren Treffern auf 3:0 für die Gastgeberinnen gestellt, erneut Schlitter legte unmittelbar vor dem Seitenwechsel einen weiteren Treffer zum 4:0-Pausenstand nach. In der zweiten Spielhälfte waren die Gäste um Schadensbegrenzung bemüht, zudem ließ es der SVA angesichts eines beruhigenden Vorsprungs auch nicht mehr ganz so intensiv angehen. So war das 5:0 durch Tamara Würstle in der 65. Spielminute bereits der letzte Treffer, den die Zuschauer/innen an diesem Tag zu sehen bekamen. Der SV Alberweiler landete damit seinen vierten Sieg in Folge und klettert in der Tabelle zunehmend weiter nach oben, rangiert mit 16 Zählern aus neun Spielen derzeit aber trotz des Sieges im direkten Duell noch unmittelbar hinter dem SC Würzburg, der dank seiner beeindruckenden Siegesserie zum Saisonstart 18 Punkte auf dem Konto hat.

Nach einem holprigen Start in die Saison kommt auch der SC Sand II immer weiter ins Rollen. Zwar musste man sich in der Vorwoche beim SV 67 Weinberg noch geschlagen geben, doch am 10. Spieltag fuhr die Elf von Trainer Benjamin Ziegler ihren fünften Sieg aus den vergangenen sechs Begegnungen ein. Gegen den VfB Obertürkheim hatten die Südbadnerinnen aber auch eine große Portion Glück zur Seite, denn der siegbringende Treffer zum 2:1 fiel erst in der Nachspielzeit der Partie. Marion Louise Gavat stürzte den VfB Obertürkheim mit ihrem Tor ins Tal der Tränen. Bereits im ersten Durchgang hatte der SC Sand II in der Schlussphase zugeschlagen, unmittelbar vor Ablauf der ersten 45 Minuten markierte Marine Campos den Ausgleich zum 1:1 für die Heimelf, nachdem der Aufsteiger aus Stuttgart in der 18. Minute durch Vanessa Freier zunächst in Führung gegangen war. Entsprechend frustriert war man auf Seiten des VfB, der nach dem Kantersieg gegen Neu-Isenburg nur zu gern nachgelegt hätte, aber nach der unglücklichen Niederlage in Sand weiter mit sieben Zählern auf dem Konto tief im Tabellenkeller steckt.

Über die verpasste Chance, sich ein beruhigendes Polster auf die Abstiegszone zu verschaffen, ärgert man sich beim FC Forstern. Ein Heimsieg über den TSV Jahn Calden hätte den Vorsprung der Mannschaft von Trainer Thilo Herberholz auf die Abstiegsränge auf satte neun Punkte anwachsen lassen. Da sich aber der TSV Jahn Calden mit 3:0 in Forstern behaupten konnte, spüren die Oberbayern nun den Atem des nordhessischen Konkurrenten direkt im Nacken. Der Sieg des TSV Jahn war angesichts einer starken Leistung der Gäste letztendlich verdient, auch wenn alle drei Treffer erst nach dem Seitenwechsel fallen sollten. Johanna Hildebrandt ebnete mit einem Doppelschlag in der 48. und 55. Minute den Weg zum Auswärtssieg, ehe Laurina Bock in der Schlussminute sogar noch zum 0:3 nachlegen konnte. Während sich der TSV Jahn Calden damit für zwei zuletzt erlittende, herbe Niederlagen rehabilitieren konnte, verließ der FC Forstern das Feld nach zwei Siegen zuvor nun wieder ohne Punkte und reist am kommenden Wochenende zum aktuell schwächelnden SC Würzburg.

Johanna Hildebrandt vom TSV Jahn Calden in Aktion. Die Stürmerin erzielte im Spiel beim FC Forstern gleich zwei Treffer und schaffte damit die Grundlage für den Erfolg ihres Teams. (Foto: Eicke Lenz, FC Forstern)

Ein tonnenschwerer Fels der Erleichterung fiel von den Schultern der TSG Neu-Isenburg. Nach acht Spielen mit größtenteils deutlichen und schmerzhaften Niederlagen feierte der Aufsteiger aus Hessen nun im neunten Anlauf den ersten Saisonsieg und damit zugleich die ersten Punkte seiner Regionalligageschichte. Im Kellerduell gegen den Hegauer FV wurde Ginalolita Buglisi zur Heldin der TSG, als sie in der 73. Minute den einzigen Treffer des Tages erzielte und ihr Team damit zugleich von der roten Laterne erlöste, die die TSG Neu-Isenburg durch den Sieg an den TSV Crailsheim weiterreichte. Während die Erleichterung in Neu-Isenburg trotz des unverändert großen Rückstands auf das rettende Ufer geradezu greifbar war, krankt das Spiel des Hegauer FV weiter an der mangelnden Torgefahr. Mit lediglich drei erzielten Toren stellen die Südbadnerinnen die mit Abstand harmloseste Offensive der Liga und verharren nach ihrer siebten Saisonpleite tief in der Abstiegszone.

Ginalolita Buglisi schießt ihre TSG Neu-Isenburg ins Glück. Hier markiert sie gegen den Hegauer FV den goldenen Treffer zum ersten Regionalliga-Sieg des Aufsteigers. (Foto: Helmut Schmidt, TSG Neu-Isenburg)

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