Frauen-RL: Eintracht Frankfurt und SV 67 Weinberg gewinnen Spitzenspiele

Der neue Spitzenreiter Eintracht Frankfurt sowie der SV 67 Weinberg gehen an der Tabellenspitze als die Sieger aus dem 8. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd hervor, an dem sich die vier vordersten Mannschaften in zwei direkten Duellen gegenüberstanden. Der TSV Schwaben Augsburg feiert dagegen seinen lang ersehnten zweiten Saisonsieg und reicht die rote Laterne nach nur einer Woche wieder an die SpVgg Greuther Fürth zurück. Mit dem TSV Crailsheim fällt ein letztjähriger Zweitligist auf einen Abstiegsrang ab.

In Frankfurt standen sich mit der gastgebenden Eintracht und dem SV Alberweiler nicht nur der Tabellendritte und der Spitzenreiter gegenüber, sondern es trafen auch die beiden Überraschungsmannschaften der Saison aufeinander, die als Aufsteiger vom Saisonauftakt weg stets Spitzenplätze in der Tabelle belegten. Zudem reiste der SVA auch als bislang noch einzig ungeschlagene Mannschaft zum Gastspiel in die hessische Metropole. Entsprechend motiviert ging die Eintracht zu Werke, man merkte der Yarussi-Elf an, dass sie ihrerseits ihren überaus erfolgreichen Saisonauftakt ausbauen wollte. Eine überlegen geführte erste Spielhälfte mündete in einen 2:0-Pausenvorsprung der Gastgeberinnen. Kaho Fushiki und Vanessa Klich waren jeweils per Kopfball erfolgreich gewesen. Doch nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste aus Alberweiler stärker auf und gaben sich noch längst nicht geschlagen. Ein ums andere mal musste die Frankfurter Torhüterin Lisa Marie Raiß für ihre Elf retten, ehe auch sie in der 80. Minute geschlagen war, als Lena Bucher den Anschlusstreffer für ihre Farben erzielte. Doch dieser fiel zu spät, als dass er dem Spiel nochmals eine Wende hätte geben können. Mit Glück und Geschick rettete die Eintracht ihren knappen Vorsprung über die Zeit und zog dadurch am Mitaufsteiger vorbei auf Rang 1.

Dass die Frankfurter Eintracht wieder Spitzenreiter nach dem 8. Spieltag ist, liegt auch daran, dass neben dem SV Alberweiler auch der bisherige Tabellenzweite SC Sand II eine Niederlage hinnehmen musste. Im Kräftemessen zweier letzjähriger Zweitligisten musste sich die Elf aus Südbaden beim SV 67 Weinberg am Ende deutlich mit 0:4 geschlagen geben und rutschte dadurch sogar bis auf Rang 6 ab. Mit zwei Treffern innerhalb weniger Minuten brachten sich die Gastgeberinnen um Spielertrainerin Christina Schellenberg schon im ersten Durchgang auf die Siegerstraße, ein Doppelschlag 20 Minuten vor dem Abpfiff sorgte dann für klare Verhältnisse. Nina Heisel, Sara Hofmann, Angelika Rößler und Ellen Rieß zeichneten für die Treffer des SVW verantwortlich, dessen Formkurve immer weiter nach oben geht. Die Elf aus Mittelfranken rangiert jetzt als Tabellenzweiter auf einem der begehrten Plätze, die am Saisonende den direkten Wiederaufstieg ermöglichen könnten.

Den direkten Anschluss an die Spitzenränge stellte auch der FFC Wacker München her, der der SpVgg Greuther Fürth nur wenige Tage nach deren ersten Saisonsieg direkt wieder den Wind aus den Segeln nehmen und einen 5:1-Auswärtssieg einfahren konnte. Dabei deutete lange nichts viel darauf hin, dass es am Ende sogar ein Kantersieg für die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt werden sollte. Zwar hatte Lisa Flötzner den FFC Wacker nach 25 Minuten in Führung geschossen, doch anschließend sollte erstmal keine weiteren Treffer fallen, ehe es dann in den letzten 25 MInuten der Begegnung Schlag auf Schlag ging. Mit einem lupenreinen Hattrick avancierte Verena Pfeifer zur Matchwinnerin für ihre Münchnerinnen, die den einzigen Wehrmutstropfen in Form des Fürhter Ehrentreffers durch Lara Schmidt in der Nachspielzeit noch mit einem weiteren Treffer beantworteten, mit dem Sonja Kolb den Schlusspunkt der Partie setzte. Mit nun 14 Zählern rückten die Münchnerinnen  auf Rang 4 vor, wohingegen die SpVgg Greuther Fürth bedingt durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen wieder ans Tabellenende zurückfiel.

Beinahe identisch wie zwischen Fürth und München gestaltet sich die Situation zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem SC Regensburg. Nicht nur, dass auch diese Partie mit einem Stand von 5:1 zuende ging, auch die Tendenz der beiden Mannschaften ist nahezu gleich. Der FC Ingolstadt 04 weist nach seinem vierten Saisonsieg nun ebenfalls 14 Zähler auf und rangiert unmittelbar hinter dem FFC Wacker München auf Rang 5 mit direktem Kontakt zu den Spitzenteams. Mit Ramona Maier hatte auch der FCI eine dreifache Torschützin in seinen Reihen, Vanessa Haim und Isabel Wörner steuerten jeweils einen Treffer zum Kantersieg über die Gäste aus der Oberpfalz bei. Dagegen büßte der SC Regensburg, für den Lisa Beer in Ingolstadt den Ehrentreffer erzielte, im Tabellenkeller einen Rang ein und ist nun Vorletzter.

Von den Niederlagen der SpVgg Greuther Fürth und des SC Regensburg, vor allem aber von seinem zweiten Saisonsieg profitierte der TSV Schwaben Augsburg. Mit 4:2 setzte sich die Mannschaft aus dem bayerischen Schwaben in Crailsheim durch und konnte dadurch nicht nur das Tabellenende verlassen, sondern auch den direkten Anschluss an den TSV Crailsheim herstellen und damit die Sorgen der Gastgeberinnen vergrößern. Zu verdanken hatte die Beyrle-Elf ihren Erfolg vor allem Mona Budnick, die sich mit ihren Saisontreffern 7, 8 und 9 wieder an die Spitze der Torjägerliste schoss. Nicht weniger wichtig für die Augsburgerinnen war aber auch der Treffer von Nicole Demel, die nach exakt einer Stunde Spielzeit die 3:2-Führung für die Gäste markierte. Bis dahin hatten die Crailsheimerinnen zunächst den frühen Führungstreffer durch Luisa Scheidel (7. Minute) sowie den Ausgleichstreffer zum zwischenzeitlichen 2:2 durch Sophia Klärle kurz nach dem Seitenwechsel bejubeln dürfen und machten sich Hoffnung darauf, die Distanz zum Tabellenende zu vergrößern. Doch nach der neuerlichen Führung der Augsburgerinnen schwanden die Kräfte, sodass Budnicks dritter Treffer in der 80. Minute die endgültige Entscheidung brachte. Mit unverändert acht Zählern auf der Habenseite fiel die Elf von Crailsheim-Trainer Wulf Saur auf einen Abstiegsrang zurück und steht vor dem anstehenden Duell beim 1. FC Nürnberg schon ein bisschen unter Druck.

Eben jener 1. FC Nürnberg zog durch einen denkbar knappen 1:0-Auswärtssieg beim ETSV Würzburg am TSV Crailsheim vorbei auf Rang 10, der am Saisonende den Klassenerhalt bedeutet. Das goldene Tor des Tages markierte Nadine Nischler nach einer guten halben Stunde Spielzeit und sorgte damit für Erlösung auf Seiten der Club-Frauen, die nun nach acht Begegnungen ebenso viele Punkte auf dem Konto aufweisen und auch mit dem ETSV Würzburg gleichziehen konnten.  Beide Mannschaften spüren jedoch den Atem der Verfolger im Nacken, sind es doch gerade einmal drei Zähler Vorsprung auf die SgVgg Greuther Fürth am Tabellenende.

Den Blick nach unten muss mit zehn Zählern auch der SV Frauenbiburg richten. In einem richtungsweisenden Spiel beim FV Löchgau fing sich die Mannschaft aus Niederbayern eine empfindliche 0:2-Niederlage ein. Bezeichnend, dass es sich bei dem Aufeinandertreffen um ein Spiel zwischen zwei Mannschaften handelte, welche in der Vorsaison beide lange um die Meisterschaft mitgespielt hatten und in der laufenden Saison etwas schwer in die Gänge kommen. Doch immerhin der FV Löchgau schielt nach seinem vierten Saisonsieg wieder nach oben. Einmal mehr konnten sich die Württemberginnen dabei auf ihre Torjägerin Katja Milbradt verlassen, die nach einem torlosen ersten Durchgang kurz nach dem Seitenwechsel den erlösenden Führungstreffer erzielte. Da im weiteren Spielverlauf die Löchgauer Abwehr weiterhin stabil stand, bedeutete das Tor zum 2:0 durch Alisa Meinzer in der 73. Spielminute zugleich auch die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen, die nun 13 Zähler aufweisen und mit einem Sieg im anstehenden württembergischen Duell beim SV Alberweiler den Rückstand zur Spitze weiter verkürzen könnten.

Verschnaufpause bleibt den Mannschaften kaum, denn bereits in drei Tagen steht der 9. Spieltag auf dem Programm. Neben dem Duell zwischen Alberweiler und Löchgau sind die Augen auch nach Sand gerichtet, wo die Bundesliga-Reserve aus Südbaden den Spitzenreiter aus Frankfurt zum Tanz bittet. Im Tabellenkeller kommt es zwischen Nürnberg und Crailsheim zum Duell zweier direkter Tabellennachbarn.

 

 

This entry was posted in 2017, Aktuelles, News, Regionalliga Frauen News, Regionalliga Frauen Saison. Bookmark the permalink.