Frauen-RL: Entscheidung im Abstiegskampf vertagt

Während der bereits als neuer Meister feststehende SC Sand II nach zuletzt zwei sieglosen Begegnungen am 20. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd wieder zurück in die Erfolgsspur fand, wurde die Entscheidung im Abstiegskampf vertagt. München, Löchgau und Rüsselsheim wahren mit Siegen ihre Hoffnung auf den Klassenerhalt. SV Frauenbiburg und TSV Schwaben Augsburg machen Rang 2 unter sich aus.

In Calden, wo der gastgebende TSV Jahn den bereits als Meister feststehenden SC Sand II zum Spitzenspiel (Vierter gegen Erster) zu Gast hatte, hatte es der souveräne Spitzenreiter aus Südbaden seiner Top-Torjägerin Furtuna Velaj zu verdanken, dass die „Durststrecke“ von zwei Spielen ohne Sieg endete. Mit ihren Saisontreffern 18 und 19 brachte Velaj die Gäste zunächst in Front und egalisierte später die Führung der Gastgeberinnen, die die Partie durch Johanna Hildebrandt und Arlene Ruehmer zwischenzeitlich zu ihren Gunsten gedreht hatten. In der 78. Spielminute war es schließlich Julia Schneider vorbehalten, den Siegtreffer für die Elf von Georg Forscht zu erzielen und die bisherige Erfolgsbilanz des SC Sand II auf 17 Saisonsiege auszubauen. Für den TSV Jahn Calden endete dagegen mit der Heimniederlage auch die letzte Hoffnung darauf, die Spielzeit 2015/16 auf Rang 2 zu beenden.

Neuer Zweiter ist der SV Frauenbiburg, der nach dem Sieg in der Vorwoche beim SC Sand II auch sein Heimspiel gegen den Hegauer FV siegreich gestalten konnte. Dabei erwischte der Aufsteiger einen Start nach Maß, Franziska Höllrigl brachte die Gastgeberinnen schon nach wenigen Augenblicken in Führung. Eine Vorentscheidung war gefallen, nachdem Bild 2Laura Wagenhuber zu Beginn des zweiten Durchgangs für den SVF erhöhen konnte, erneut Höllrigl machte mit ihrem zweiten Tagestreffer schließlich den Deckel auf den Heimsieg, der mit 3:0 letztendlich recht deutlich ausfiel. Während die Elf aus Frauenbiburg sich durch den Erfolg eine gute Ausgangssituation dafür verschaffte, eine tolle Saison mit Rang 2 krönen zu können, verpasste der Hegauer FV seinerseits den Sprung auf Rang 4, der bei einem Sieg dank der Patzer der Konkurrenz möglich gewesen wäre. Die Chance dazu bietet sich der Mannschaft von Gino Radice jedoch am nächsten Spieltag erneut, an dem sie den TSV Jahn Calden empfängt.

Einen Rang büßte der TSV Schwaben Augsburg ein, der im bayerischen Duell gegen den FC Ingolstadt 04 nicht über eine Punkteteilung hinaus kam und den SV Frauenbiburg vorbeiziehen lassen musste. Zwar schoss Claudia Schwarz mit ihrem Tor eine Pausenführung für die Augsburgerinnen heraus, doch in einer turbulenten Schlussphase der Begegnung gelang den Gästen aus Ingolstadt in Unterzahl noch Ausgleich. Obwohl die Ingolstädterinnen in der 86. Spielminute durch einen Platzverweis dezimiert wurden, steckten sie nicht auf und belohnten sich für ihren Kampfgeist in Person von Ramona Maier in der Nachspielzeit noch mit dem 1:1-Ausgleich.

Zu Duellen jeweils zweier Mannschaften, die sich in der unteren Tabellenhälfte befinden, kam es in Löchgau, Frankfurt und Rüsselsheim. Insbesondere der SC Opel Rüsselsheim stand gegen den TV Derendingen unter Druck, denn unabhängig vom Ausgang der Partie war klar, dass sich der Aufsteiger aus Hessen auch nach dem 20. Spieltag auf einem Abstiegsrang befinden würde. Dieser Druck machte sich auch im Spielverlauf bemerkbar. Zwar gingen die Opel-Kickerinnen durch Ginalolita Buglisi in Führung, doch Sicherheit verlieh dieser Treffer der Heimmannschaft nicht. Stattdessen gelang dem TV Derendingen unmittelbar nach Wiederanpfiff der Ausgleichstreffer, Sandra Borowski war für ihre Farben erfolgreich. So dauerte es bis in die Schlussphase hinein, ehe doch noch eine Entscheidung zu Gunsten der Rüsselsheimerinnen fallen sollte. Mit einem Doppelschlag binnen zwei Minuten sorgten erneut Buglisi sowie Marina Urzo für den erlösenden Heimsieg, der die Hoffnung des Aufsteigers auf den Klassenerhalt noch am Leben hält, zumal die Mannschaft von Trainer Jens Emmerich am 21. Spieltag zu einem echten Abstiegsendspiel nach München reist.

Mit breiter Brust geht jedoch auch der FFC Wacker München in dieses Spiel gegen Rüsselsheim. Für reichlich Selbstvertrauen der Münchnerinnen dürfte der knappe 3:2-Auswärtssieg bei Eintracht Frankfurt gesorgt haben, den die Gastmannschaft nach einem 0:2-Pausenrückstand im zweiten Durchgang noch einfahren konnte. Dabei profitierten die Münchnerinnen von einem Feldverweis gegen eine Eintracht-Akteurin unmittelbar vor dem Pausenpfiff. Die Überzahl wusste der FFC Wacker für sich zu nutzen, Anna Spitthoff mit zwei Treffern sowie Verena Pfeifer drehten die Partie noch für die Münchnerinnen, die in der ersten Spielhälfte durch Rosalie Sirna und Helen Weber in Rückstand geraten waren. Die Frankfurter Eintracht bleibt weiterhin Träger der roten Laterne und konnte dem hessischen Rivalen aus Rüsselsheim keine Schützenhilfe leisten. Der von den Münchnerinnen vielumjubelte Sieg sorgte dafür, dass sich die Mannschaft von Trainer Stefan Schubert mit einem Sieg über den SC Opel Rüsselsheim den Klassenerhalt sichern kann.

Auch der FV Löchgau, der am nächsten Spieltag zum Spitzenreiter nach Sand reisen muss und dort auf eine Wiederholung des Überraschungserfolgs aus der Hinrunde hofft, wahrte seinen Vorsprung auf die Konkurrenz aus Rüsselsheim. Gegen den 1. FC Nürnberg avancierte in der zweiten Halbzeit Natalie Härterich zur Matchwinnerin für den FVL. Sie steuerte beide Treffer zum 2:0-Heimsieg der Löchgauerinnen bei und sorgte zugleich dafür, dass das Duell des kommenden Spieltags zwischen Sand und Löchgau auch das Aufeinandertreffen der beiden bis dahin erfolgreichsten Mannschaften in der Rückrunde darstellt. Auch wird man in Löchgau mit Spannung auf das Ergebnis der Partie in München warten. Der mit dem FFC Wacker München punktgleich liegende FVL dürfte sich bei einem Heimsieg der Bayern ebenfalls vorzeitig über den Klassenerhalt freuen, wonach es bei Saisonhalbzeit kaum ausgesehen hatte.

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