Frauen-RL: FC Ingolstadt 04 erklimmt Tabellenspitze

Über sechs Wochen hatte der Aufsteiger FC Forstern die Tabelle der Frauen-Regionalliga Süd angeführt. Doch durch einen Sieg im Spitzenspiel gegen den bisherigen Spitzenreiter geht der FC Ingolstadt 04 als großer Gewinner des 9. Spieltages hervor und führt nun das Feld an. Im Tabellenkeller gelingt dem SC Regensburg mit einem Sieg über die Ladies aus Sindelfingen der Anschluss an das rettende Ufer.

Noch ungeschlagen reiste der bisherige Ligaprimus aus Forstern zu seinem direkten Verfolger nach Ingolstadt, welcher ebenfalls in der Spielzeit 2018/19 noch keine Niederlage hatte einstecken müssen. Dabei vertrauten die Gäste auf Forstern auf ihre stabile Abwehr, die in den bis dahin insgesamt neun absolvierten Begegnungen lediglich sechs gegnerische Treffer zugelassen hatte. Und so spielte dem FCF auch der Führungstreffer, den Aurelia Pleyer nach einer halben Stunde markierte, zunächst in die Karten. Doch der FC Ingolstadt 04 bewies anschließend, dass er in dieser Saison ein echtes

FC Ingolstadt 04 – FC Forstern (Foto: FC Ingolstadt 04)

Spitzenteam ist. Denn die Spielerinnen aus der Audistadt schüttelten sich den Frust über den Rückstand schnell aus den Knochen und konnten in Person von Ramona Maier noch vor dem Seitenwechsel ausgleichen. Und die Gastgeberinnen knüpften zu Beginn des zweiten Durchgangs da an, wo sie in Hälfte 1 aufgehört hatten. Sie drängten auf den Führungstreffer, der dann auch nicht lange auf sich warten ließ. In der 54. Minute belohnte Anna-Maria Buckel ihren FCI mit dem vielumjubelten Führungstreffer, ehe die gleiche Spielerin nur sechs Minuten später sogar zum 3:1 nachlegte. Damit war bereits die Entscheidung im Spitzenspiel gefallen, denn der FC Forstern tat sich an diesem Tag schwer, zwingende Torchancen zu erspielen. Da auch der FC Ingolstadt 04 keinen weiteren Treffer mehr erzielen konnte, blieb es mit dem Schlusspfiff beim verdienten 3:1-Heimsieg für die Gastgeberinnen, die somit das einzige noch ungeschlagene Team in der Frauen-Regionalliga Süd sind und die Tabelle jetzt vor dem punktgleichen FC Forstern anführen.

Neben dem FC Ingolstadt 04 ist der SC Sand II die Mannschaft der Stunde. Die Fieberkurve der Bundesliga-Reserve aus Südbaden zeigt steil nach oben. Rangierte die Elf des Trainergespanns Fabienne Breisacher/Georg Forscht nach dem 2. Spieltag noch auf einem Abstiegsplatz, hat sie sich nun bereits bis auf Rang 3 vorgearbeitet. Mit einem knappen 2:1-Sieg im sübadischen Derby gegen den SC Freiburg II zogen die Sanderinnen am 1. FC Nürnberg vorbei. Natalie Hezel (19. Minute) und Katja Milbradt (55.‘) sorgten mit ihren Treffern für den vierten Sieg im fünften Heimspiel ihrer Farben. Die Gäste aus Freiburg konnten durch Felicitas Gutmann zwar in der 69. Minute den Anschlusstreffer erzielen, vermochten in der Schlussphase jedoch ihre sechste Saisonniederlage nicht mehr zu verhindern. Dadurch liegt der letztjährige Zweitligist aus dem Breisgau nur noch aufgrund der besseren Tordifferenz über dem Strich zu den Abstiegsrängen.

Nach einem famosen Saisonstart scheint der Motor des 1. FC Nürnberg derzeit ins Stocken geraten zu sein, denn beim SV Alberweiler musste sich das Team von Coach Osman Cankaya mit 0:1 geschlagen geben, was bereits das vierte Spiel in Folge ohne Sieg für die Clubfrauen bedeutete. Dadurch fiel der FCN auf Rang 4 zurück und weist nun trotz einer mehr ausgetragenen Begegnung fünf Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze auf. Umgekehrt stellt sich die Situation für den SV Alberweiler dar, für den Ecem Cumert mit dem goldenen Treffer des Tages in der 55. Minute zur Matchwinnerin avancierte. Mit nun 15 Punkten auf der Habenseite liegt der SVA nach einem durchwachsenen Start in die Spielzeit in Lauerstellung und kann den Rückstand auf den Tabellenzweiten aus Forstern am kommenden Spieltag im direkten Aufeinandertreffen weiter verkürzen. Zudem hat die Elf von SVA-Trainerin Chantal Bachteler noch ein Nachholspiel gegen den TSV Crailsheim in der Hinterhand.

Eben jeder TSV Crailsheim hatte gegen das Tabellenschlusslicht Hegauer FV ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, ehe der vierte Saisonsieg unter Dach und Fach war. Zwar erwischten die Gastgeberinnen einen Start nach Maß, als Sophia Klärle mit dem ersten Angriff den Führungstreffer erzielen konnte, doch der Aufsteiger aus dem Hegau kämpfte sich zurück ins Spiel und konnte durch Lea Scharf nach einer knappen halben Stunde ausgleichen. Der Zwischenstand von 1:1 hatte bis weit in die Schlussphase der Begegnung Bestand. Erst in der 84. Minute war erneut Klärle für die Gastgeberinnen zur Stelle und markierte den erneuten Führungstreffer, der eine wahre Erlösung für den TSV Craislheim bedeutete. Dadurch, dass der Aufsteiger aus Südbaden in Anbetracht des Rückstands nun in den verbleibenden Minuten alles auf eine Karte setzen musste, ergaben sich weitere Chancen für die Crailsheimerinnen. Eine davon nutzte Luisa Scheidel und stellte in der 89. Minute den 3:1-Endstand her. Wie auch der SV Alberweiler hat der TSV Crailsheim damit 15 Zähler auf seinem Konto und könnte im Verlauf der kommenden Wochen Tuchfühlung zur Tabellespitze herstellen.

Gerade noch in der oberen Tabellenhälfte (Rang 7) befindet sich der TSV Jahn Calden, der von seinem hervorragenden Start in die Saison zehrt, den Kontakt zu den Spitzenteams aber zwischenzeitlich ein bisschen abreißen lassen musste. Auch beim SV Frauenbiburg sollte dem Aufsteiger aus Nordhessen kein Sieg gelingen. Immerhin entführten die Gäste, die in ihren drei Begegnungen zuvor das Spielfeld als Verlierer verlassen hatten, durch ein 1:1 einen Zähler aus Niederbayern. Sharon Braun hatte den Jahn schon in der 3. Minute in Führung gebracht, doch Julia Rauner glich in der 75. Minute für den SV Frauenbiburg aus. Anschließend gelang keiner Mannschaft mehr der erhoffte Siegtreffer, sodass man sich in einer umkäpften Partie letztendlich die Punkte teilte. Insbesondere die Gastgeberinnen hatten sich vor dem Spiel sicher eine größere Ausbeute erhofft, hängen sie doch mit nun fünf Punkten auf dem Konto tief im Tabellenkeller fest.

Immer bedrohlicher wird die Lage auch für den FFC Wacker München, der schon seit sechs Wochen auf seinen vierten Saisonsieg wartet und in den kommenden drei Spielen auf Mannschaften trifft, die sich auf den ersten vier Plätzen der Tabelle befinden. Beim Vorjahresmeister Eintracht Frankfurt hielten die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt die Partie lange offen. Doch in der 62. Spielminute war es

Eintracht Frankfurt – FFC Wacker München (Foto: Denis Biesold)

so weit, dass sie die Gästetorhüterin geschlagen geben musste. Lisa Pfretzschner netzte zur Führung ihrer Eintracht ein und erzielte damit zugleich den siegbringenden Treffer. Denn auch wenn der FFC Wacker in einer gutklassigen Begegnung anschließend den Druck erhöhte, gab es gegen eine sattelfeste Abwehr der Frankfurterinnen kein Durchkommen. Mit nun vier Saisonsiegen weist der Titelverteidiger aus Frankfurt auf Rang 8 eine ausgeglichene Bilanz auf, wohingegen der FFC Wacker auf Rang 10 zunehmend intensiver den Atem der Verfolger auf den Abstiegsrängen zu spüren bekommt.

Nach Punkten zum FFC Wacker München konnte der SC Regensburg aufschließen, der das umkämpfte Kellerduell gegen die Ladies des VfL Sindelfingen mit 2:1 für sich entscheiden konnte. Als es bereits so aussah, als würden die Seiten mit einem torlosen Remis gewechselt werden, schlug Kathrin Fink doch noch für die Gastgeberinnen zu und sorgte so für zusätzlichen Aufwind im zweiten Durchgang. Doch auch dieser blieb lange torlos, erst in der 82. Minute zappelte der Ball erneut im Netz. Wieder waren es die Spielerinnen des SC Regensburg, die jubeln durften, Marina Keilholz hatte mit dem 2:0 für die Vorentscheidung zu Gunsten der Oberpfälzerinnen gesorgt. Der Sindelfinger Anschlusstreffer durch Julia Steger fiel erst in der letzten Spielminute und somit zu spät, als dass er noch eine Wende für die Gäste hätte herbeiführen können. Während beim SC Regensburg die Erleichterung über dritten Saisonsieg geradezu greifbar war, musste das Team aus Sindelfingen die Heimreise erneut ohne zählbaren Erfolg antreten und erhofft sich im anstehenden Württemberg-Duell gegen den formstarken TSV Crailsheim seinen zweiten Saisonsieg.

 

 

 

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