Frauen-RL: FC Ingolstadt 04 triumphiert im Verfolgerduell

Mit einem 1:1 knöpft der TSV Crailsheim dem Spitzenreiter aus Forstern Punkte ab und sorgt damit zugleich dafür, dass es der FC Ingolstadt 04 nach einem deutlichen Erfolg beim 1. FC Nürnberg nun in der eigenen Hand hat, den Aufsteiger aus Oberbayern an der Tabellenspitze abzulösen. Die Kellerkinder aus Sindelfingen und Frauenbiburg trennen sich torlos voneinander, der Hegauer FV ist nach der Niederlage gegen den SC Regensburg neuer Träger der roten Laterne.

Zwar hatte der TSV Crailsheim in seinen ersten sechs Saisonspielen das Feld nur ein einziges Mal als Verlierer verlassen, dennoch reisten die „Horaffen“ aus Württemberg als Außenseiter zum noch ungeschlagenen Tabellenführer FC Forstern. Vor 200 Zuschauern entwickelte sich zwischen beiden Teams ein umkämpftes aber stets fair geführtes Duell, in dem im ersten Durchgang beide Abwehrreihen dominierten. So ging es folgerichtig torlos in die Kabinen. Nach Wiederanpfiff nahm die Begegnung an Fahrt auf, wofür vor allem der Führungstreffer der Gäste sorgte, den Luisa Scheidel in der 56. Spielminute markierte. Dies weckte die Gastgeberinnen auf, denen durch die Gästeführung die erste Niederlage ihrer noch jungen Regionalliga-Geschichte drohte. Doch dagegen stemmte sich die Elf von Forstern-Coach Thomas Urbaniak und belohnte sich für die Moral mit dem Ausgleichstreffer in der 76. Spielminute. Julia Deißenböck erzielte ihren 6. Saisontreffer und stellte damit die Uhren wieder auf Null. Jedoch sollte in der verbleibenden Viertelstunde kein weiterer Treffer mehr fallen, sodass das Remis auch mit dem Schlusspfiff Bestand hatte. Während der FC Forstern durch das Unentschieden einen Zähler Vorsprung auf seine Verfolger einbüßen musste und nächste Woche zum absoluten Spitzenspiel zum FC Ingolstadt 04 reist, gelang es dem TSV Crailsheim nun schon zum zweiten Mal in Folge, einem Spitzenteam der Liga einen Zähler abzuringen.

Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden ersten Verfolger des Spitzenreiters kam es in Nürnberg, wo die gastgebenden Frauen des 1. FCN den FC Ingolstadt 04 zu Gast hatten. Auch in dieser Partie dauerte es eine Weile, ehe zählbarer Erfolg zu verzeichnen war. Dafür überschlugen sich in den letzten zehn Minuten des ersten Durchgangs dann die Ereignisse. Zunächst brachte Ramona Maier ihren FCI in Führung, ehe die Nürnbergerinnen unmittelbar vor dem Pausenpfiff durch einen Feldverweis in Unterzahl gerieten. Dies nutzten die Gäste aus Oberbayern auch direkt aus, denn Ricarda Kießling erhöhte auf 0:2. Doch davon hatten sich die Nürnbergerinnen zu Beginn der zweiten Hälfte schnell erholt und schafften schöpften nach dem Anschlusstreffer durch Lisa Tietz in der 56. Minute neue Hoffnung. Diese hielt jedoch keine volle Minute an, denn im direkten Gegenzug stellte Stefanie Reischmann den alten Abstand wieder her. Dieser Treffer zeigte Wirkung, denn die Clubfrauen konnten im weiteren Spielverlauf nicht nochmals verkürzen. Stattdessen netzte in der 62. Minute erneut Reischmann zum 1:4-Endstand ein, womit bereits eine knappe halbe Stunde vor Spielende die Entscheidung gefallen war. Während der FC Ingolstadt 04 damit ungeschlagen bleibt und bei nun sechs Saisonsiegen und der ligabesten Tordifferenz schon in der kommenden Woche die Chance hat, mit einem Sieg im Spitzenspiel am FC Forstern vorbei zu ziehen, ging der 1. FC Nürnberg erstmals leer aus und weist mit 18 Punkten auf der Habenseite nun fünf Zähler Rückstand auf den Ligaprimus auf.

Immer besser in Fahrt kommt der SC Sand II, der sich überraschend deutlich mit 4:1 beim Vorjahresmeister Eintracht Frankfurt durchsetzen konnte und nach seinem vierten Sieg in Serie auf Rang 4 vorrückte. Nicht nur das Ergebnis, auch die Torfolge war in dieser Begegnung gleich wie im Duell zwischen Nürnberg und Ingolstadt. Zur Pause lagen die Gäste aus Südbaden mit 2:0 in Front, Natalie Hezel und Andreia Norton hatten getroffen. Kurz nach dem Seitenwechsel konnten die Gastgeberinnen aus Hessen in Person von Lisa Mundt verkürzen, doch letztendlich legte der SC Sand II noch zwei weitere Treffer zum letztendlich deutlichen Auswärtssieg nach. Anne Rotzinger und Miriam Hertenstein hatten das Ergebnis mit ihren Treffern in die Höhe geschraubt. Die Bundesliga-Reserve aus Sand hat ihren unglücklichen Start in die neue Spielzeit damit längst wettgemacht, wohingegen die Eintracht ihre Felle in Sachen Verteidigung des Regionalliga-Meistertitels zunehmend davonschwimmen sieht. Satte 13 Zähler Rückstand auf die Ligaspitze stehen für die Frankfurterinnen nach acht Spieltagen zu Buche. Dem gegenüber sind es auf die Abstiegsränge gerade einmal vier Punkte Vorsprung.

Vor dem 8. Spieltag hatte der TSV Jahn Calden noch auf Rang 4 gelegen, doch diesen mussten die Nordhessen nach einer unerwarteten 1:2-Heimniederlage gegen den SC Freiburg II abtreten. Die Niederlage bedeutete zugleich bereits die dritte Pleite in Folge für die Elf von Jahn-Trainer Wolfgang Berndt, die damit den Kontakt zur Tabellenspitze vorerst abreißen lassen musste. Zu allem Überfluss aus Sicht der Gastgeberinnen resultierte die Niederlage gegen Freiburg aus einem Eigentor, welches letztendlich spielentscheidend sein sollte. Dabei hatte der TSV Jahn zur Pause durch einen Treffer von Arlene Ruehmer noch in Führung gelegen, doch in Durchgang 2 drehten die Gäste aus dem Breisgau die Partie. Erst egalisierte Naemi Hausen die Jahn-Führung, anschließend profitierte der Zweitliga-Absteiger vom Unglück einer Jahn-Spielerin. Die SC-Abwehr hielt den Angriffen der Gastgeberinnen danach Stand und brachte den Sieg über die Ziellinie. Mit ihrem dritten Saisonsieg zog die Reserve aus Freiburg am FFC Wacker München vorbei auf Rang 9.

Der FFC Wacker München hatte in seinem Heimspiel gegen den SV Alberweiler nichts zu bestellen. Zwar verhieß zur Halbzeitpause der Zwischenstand von 0:1 (Torschützin Victoria Stvoric) noch nichts Böses für die Elf aus der bayerischen Landeshauptstadt, doch in der zweiten Spielhälfte brach das Unglück über die Wacker-Mannschaft herein. Alberina Syla, Kerstin Schneider, Lena Bucher und Theresa Hauler legten Treffer um Treffer nach, sodass die Gastgeberinnen am Ende eine deftige 0:5-Klatsche zu verdauen hatten und nur noch drei Zähler vor der Abstiegszone rangieren. Dagegen feierte der SV Alberweiler seinen vierten Saisonsieg und konnte damit den TSV Crailsheim und Eintracht Frankfurt in der Tabelle überflügeln.

In den beiden direkten Aufeinandertreffen der vier Mannschaften aus dem Tabellenkeller fiel insgesamt lediglich ein einziges Tor. Dieses erzielte Katharina Markl vom SC Regensburg und schoss ihre Farben damit zum knappen Sieg beim Hegauer FV. Die Freude der Oberpfälzerinnen über ihren erst zweiten Saisonsieg fiel nochmal größer dadurch aus, dass der SCR nach einer roten Karte eine knappe Stunde lang in Unterzahl agierte. Die Elf von Regensburg-Trainerin Birgit Fellner darf sich in der Abstiegszone auch deshalb als Sieger des Spieltages feiern lassen, weil sich der VfL Sindelfingen Ladies und der SV Frauenbiburg torlos voneinander trennten. Auch diese Begegnung endete nicht in voller Mannschaftsstärke beider Mannschaften, doch die gelb-rote Karte gegen die Gastgeberinnen in der dritten Minute der Nachspielzeit fiel nicht mehr ins Gewicht. Mit nun vier Zählern auf dem Konto konnten die Ladies aus Sindelfingen die rote Laterne in den Hegau weiterreichen, doch zugleich wuchs ihr Rückstand wie auch der des SV Frauenbiburg auf das rettende Ufer auf fünf Punkte an. Schon der 9. Spieltag in der kommenden Woche bringt mit dem Spiel zwischen dem SC Regensburg und dem VfL Sindelfingen Ladies das nächste Schlüsselduell im Kampf gegen den Abstieg.

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