Frauen-RL: Fluch der Tabellenführung hält an

Woche für Woche das gleiche Bild in der Frauen-Regionalliga Süd: An der Tabellenspitze findet ein reger Wechsel statt, weil es keiner Mannschaft gelingen will, die Tabellenführung am folgenden Spieltag erfolgreich zu behaupten. So auch am 12. Spieltag, an dem sich der bis dahin führende SC Sand II beim FFC Wacker München geschlagen geben und dadurch ins Verfolgerfeld abrutschte. Neuer Spitzenreiter ist der SV 67 Weinberg, der allerdings lediglich zwei Zähler mehr auf dem Konto hat als der Tabellenfünfte Eintracht Frankfurt, sodass weiterhin Hochspannung im Rennen um den Aufstieg herrscht. Im Kampf um den Klassenerhalt fahren die SpVgg Greuther Fürth und der TSV Crailsheim überlebenswichtige Punkte gegen direkte Konkurrenten ein.

Mit einem 3:1-Erfolg über den bisherigen Spitzenreiter aus Sand hievte sich der FFC Wacker München zumindest für ein paar Stunden an den Platz an der Sonne, ehe er ihn aber am Abend durch den Sieg des SV 67 Weinberg schon wieder abtreten musste. Doch das dürfte die Freude der Truppe von Wacker-Coach Stefan Schubert über den Erfolg im Spitzenspiel kaum schmälern. Mit nunmehr 16 Zählern, die die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt allein in ihren zurückliegenden sechs Begegnungen einheimsen konnte, bestätigte der FFC Wacker seine hervorragende Verfassung und machte auch gegen die Bundesliga-Reserve aus Südbaden deutlich, dass man ein gewichtiges Wort im Kampf um die Vergabe der beiden potenziellen Aufstiegsplätze mitreden möchte. Jedoch fiel die Entscheidung gegen den SC Sand II erst in der dritten Minute der Nachspielzeit, als Bernadette Angstwurm das erlösende 3:1 für die Heimelf erzielen konnte und für Jubelstürme bei ihren Farben sorgte. Bereits zuvor hatten Anja Katharina Kömpel (26. Spielminute) und Lisa Flötzner (68.‘) die Münchnerinnen mit ihren Treffern auf die Siegerstraße gebracht, doch die Gäste aus Sand fanden auf den zweiten Treffer der Gastgeberinnen umgehend die passende Antwort. Christine Veth verwandelte in der 70. Minute einen Strafstoß zum Anschlusstreffer und brachte wieder Spannung in die Begegnung, welche dann auch bis zu Angstwurms Treffer anhielt. Mit weiterhin 23 Zählern rangiert der SC Sand II nun punktgleich mit Eintracht Frankfurt und dem SV Alberweiler auf Rang 4 und weist damit einen Punkt Rückstand auf den FFC Wacker München auf, der sich auf Rang 2 vorschieben konnte.

Die Vorlage aus München wusste der SV 67 Weinberg zu nutzen, dessen Begegnung gegen den ETSV Würzburg aufgrund der schlechten Platzverhältnisse in Weinberg auf den Kunstrasen in Ansbach verlegt wurde und deshalb erst am Abend angepfiffen werden konnte. Zwar behielten die Gastgeberinnen im fränkischen Duell letztendlich mit 5:0 die Oberhand, doch richtig deutlich wurde das Ergebnis erst in der Schlussphase der Partie, als Nina Heisel, die bereits in der 61. Minute das zwischenzeitliche 3:0 erzielt hatte, zwei weitere Treffer nachlegen konnte und damit wie bereits in der Vorwoche einen lupenreinen Hattrick feierte. Mit nunmehr 14 Saisontreffern setzte sich die SVW-Stürmerin damit auch die Spitze der Torjägerliste. Den Grundstein für den Heimsieg des letztjährigen Zweitligisten aus Weinberg hatte zuvor Meike Wischgoll gelegt, die in der 30. und 60. Spielminute einnetzen und die Weichen auf Sieg stellen konnte. Während der SV 67 Weinberg durch den Kantersieg zum zweiten Mal (nach dem 9. Spieltag) die Tabellenspitze erklimmen konnte, verpasste es der ETSV Würzburg nach seinem Erfolg in der Vorwoche über den TSV Crailsheim erneut zu punkten und liegt mit 13 Zählern auf der Habenseite nur noch dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem TSV Schwaben Augsburg über dem rettenden Strich.

Den Anschluss an die Spitzenränge wahrte indes der SV Alberweiler, der sich mit 3:1 beim SV Frauenbiburg durchsetzte und als Tabellendritter bei einem noch auszutragenden Nachholspiel gegen den ETSV Würzburg alle Trümpfe in der eigenen Hand hält. In Niederbayern erwischte die Elf von Trainer Peter Kalmbach einen Start nach Maß, denn es waren keine fünf Minuten vergangen, da hatten Lena Bucher und Luisa Daikeler bereits zum 2:0 für den Aufsteiger aus Württemberg getroffen und den Gastgeberinnen einen spürbaren Nackenschlag verpasst. Als

SV Frauenbiburg – SV Alberweiler

Tamara Würstle nach einer guten halben Stunde auf 3:0 erhöhte, wurden beim SV Frauenbiburg die Befürchtungen größer, dass es eine richtige Klatsche setzen könnte. Doch Anja Riebesecker konnte noch im ersten Durchgang verkürzen und damit das richtige Signal setzen. In der zweiten Spielhälfte bemühten sich die Gastgeberinnen dann redlich, mit einem weiteren Tor wieder Spannung in die Begegnung zu bringen, doch bissen sie sich an der besten Abwehr der Liga die Zähne aus. Da die 150 Zuschauer/innen bis zum Schlusspfiff von Schiedsrichterin Sarah Hofmann keine weiteren Tore mehr zu bestaunen bekamen, stand mit diesem der siebte Saisonsieg des SVA fest. Dagegen sucht der SV Frauenbiburg weiterhin nach seiner Konstanz der vergangenen Spielzeit und steckt auf Rang 8 aktuell mitten im Kampf um den Klassenerhalt.

Zu einem direkten Aufeinandertreffen zweier Verfolger kam es in Frankfurt, wo die gastgebende Eintracht den FC Ingolstadt 04 zu Gast hatte. Während die Hessen als Aufsteiger eine beeindruckende Runde spielen und von Beginn an an der Tabellenspitze mitmischten, hatten die Gäste aus Oberbayern nach einem unglücklichen Start in die Spielzeit zuletzt mit einer Aufholjadg den Anschluss an die obere Tabellenregion hergestellt, jedoch in der Vorwoche eine empfindliche Niederlage gegen den SV 67 Weinberg einstecken müssen, für die nun in der Mainmetropole Wiedergutmachung betrieben werden sollte. So kam es zu einer Partie auf hohem Niveau, in der sich beide Teams mit offenem Visier begegneten. Die Gastgeberinnen hatten dabei jedoch

Eintracht Frankfurt – FC Ingolstadt 04 (Foto: Denis Biesold)

ein Chancenplus zu verzeichnen, sodass die knappe 1:0-Führung zur Pause, die Annika Leber schon nach zehn Minuten hergestellt hatte, auch nicht unverdient war. Und auch im zweiten Durchgang blieb die Eintracht am Drücker, hatte jedoch bei einem Angriff der Gäste in der 74. Spielminute das Glück auf ihrer Seite, als der Pfosten den Ausgleich verhinderte. Doch damit nicht genug Pech für den FCI, denn im direkten Gegenzug markierte Vanessa Klich das vorentscheidende 2:0 für die Elf von Christian Yarussi. Je mehr Minuten danach noch von der Uhr gingen, desto aussichtsloser wurde der kampf der Gäste um einen Punktgewinn, welcher dann auch in der 85. Spielminute endgültig beendet war, als Kanako Fuse den dritten Frankfurter Treffer zum Endstand nachlegen konnte. Die Hessinnen wahrten durch ihren siebten Saisonsieg den Kontakt zur Tabellenspitze, wohingegen der FCI diesen nach seiner vierten Saisonpleite wieder abreißen lassen muss.

Trotz einer 1:3-Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg machte der FV Löchgau in der Tabelle erstaunlicherweise einen Platz gut, da der ETSV Würzburg aufgrund der hohen Niederlage gegen Weinberg nun die schlechtere Tordifferenz als der FV Löchgau aufweist. Dies allerdings ändert nichts an der Enttäuschung des FVL über seine siebte Saisonniederlage, die unglücklicherweise auch noch durch ein Eigentor eingeleitet wurde. Fielen in einem umkämpften ersten Durchgang noch keine Treffer, brachte der Treffer ins eigene Netz die Gastgeberinnen wenige Minuten nach dem Seitenwechsel auf die Verliererstraße. Die Gäste aus Nürnberg wussten diesen psychologischen Vorteil zu nutzen und legten innerhalb kurzer Zeit zwei weitere Treffer nach, für die Lena Lederer (59.‘) und Anna Madl (65.‘) verantwortlich zeichneten und für die Vorentscheidung sorgten. Zwar erholte sich der FV Löchgau daraufhin von den Rückschlägen wieder, doch zu mehr als dem Anschlusstreffer durch Katja Milbradt (69.‘) sollte es für die Heimelf nicht mehr reichen. Während sich der 1. FC Nürnberg durch seinen vierten Dreier aus den letzten fünf Begegnungen ein kleines Polster auf die Abstiegsränge verschaffen konnte und nach einem katastrophalen Saisonstart nun eine ausgeglichene Bilanz (je fünf Siege und Niederlagen) aufweist, ist der FV Löchgau eine von vier punktgleichen Mannschaften, die mit jeweils 13 Zählern gerade einmal zwei Zähler Vorsprung auf den Tabellenvorletzten aus Regensburg haben.

Eine Horrorserie von sechs Spielen ohne Sieg endete für den TSV Crailsheim in Regensburg, wo sich die Gäste mit 2:0 durchsetzen und damit den sehnlichst erhofften Befreiungsschlag landen konnten. Zur Matchwinnerin für den letztjährigen Zweitligisten aus Württemberg avancierte Simone Klenk, die beide Treffer für die Mannschaft von Trainer Wulf Saur erzielte und damit den Anschluss ans rettende Ufer für ihren TSV wiederherstellen konnte. Dank seines dritten Saisonsieges zog der TSV Crailsheim am SC Regensburg vorbei auf Rang 12 und weist dank der Patzer der Konkurrenten mit elf Zählern auf der Habenseite nur noch zwei Punkte Rückstand auf Rang 8 auf.  Jedoch stehen dem TSV mit dem SV 67 Weinberg und Eintracht Frankfurt an den beiden kommenden Spieltagen hohe Hürden bevor, ehe es zum Abschluss vor der Winterpause noch zum FV Löchgau geht. Ebenfalls elf Zähler hat der SC Regensburg auf dem Konto, jedoch gestaltet sich das Restprogramm vor der Winterpause für die Elf von SCR-Trainerin Birgit Fellner noch schwieriger als für den TSV Crailsheim. Mit dem SV Alberweiler, dem SV 67 Weinberg und dem SC Sand II werden die Regensburgerinnen ausschließlich von Mannschaften herausgefordert, die kräftig an der Tabellenspitze mitmischen, ehe es in die Winterpause geht.

Einen geradezu überlebenswichtigen Heimsieg konnte derweil die SpVgg Greuther Fürth gegen den TSV Schwaben Augsburg einfahren, der seine Torjägerin Mona Budnick, die sich in der Vorwoche beim Sieg über den FV Löchgau verletzt hatte, schmerzlich vermisste. Lagen die Gastgeberinnen vor dem Spieltag noch mit lediglich fünf Zählern weit abgeschlagen am Tabellenende, war ihnen die Motivation gegen Augsburg von Beginn an anzumerken. So dauerte es keine sieben Minuten, ehe der Aufsteiger aus Mittelfranken auch das erste Mal jubeln konnte, als Tina Gulden den Führungstreffer markierte. Anschließend merkte man beiden Mannschaften an, dass viel auf dem Spiel stand, was dazu führte, dass sich das Geschehen zumeist zwischen den Strafräumen abspielte. Tore sollten erst nach einer Stunde Spielzeit wieder fallen, erneut klingelte es im Kasten der Gäste aus Schwaben. Anna-Maria Buckel erhöhte auf 2:0 für die Kleeblatt-Frauen, die dann in der 71. Spielminute die Weichen endgültig auf Heimsieg stellten. Nadine Lang sorgte für das 3:0 und damit für zusätzliches Selbstvertrauen beim Schlusslicht. Dieses nahm auch durch den Anschlusstreffer keinen Schaden, für den Barbara Rauch verantwortlich zeichnete. Letztendlich blieb jedoch der Augsburger Treffer lediglich Ergebniskosmetik, da in einer umkämpften Schlussphase keine weiteren Tore mehr fallen sollten. Die SpVgg Greuther Fürth konnte somit erstmals nach vier Spielen wieder ihr Punktekonto aufstocken. Dem gegenüber verpasste es der TSV Schwaben, sich durch einen Punktgewinn erstmals in der Spielzeit 2017/18 von den Abstiegsrängen zu lösen und hofft für die anstehende Begegnung gegen den Tabellenzweiten FFC Wacker München auf eine Überraschung.

 

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