Frauen-RL: Frankfurt und Weinberg festigen Spitzenränge; Drei Absteiger stehen fest

Mit Siegen über direkte Verfolger haben Spitzenreiter Eintracht Frankfurt sowie der Tabellenzweite SV 67 Weinberg am 24. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd einen möglicherweise (vor-)entscheidenden Schritt in Richtung Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 2. Frauen-Bundesliga getan. Während sich die Weinberger knapp gegen den FC Ingolstadt 04 behaupteten, ließ die Frankfurter Eintracht beim 5:1 gegen den 1. FC Nürnberg nichts anbrennen und darf weiter vom Durchmarsch von der Hessenliga bis in die 2. Frauen-Bundesliga träumen. Trauer herrscht dagegen bei drei bayerischen Vereinen am Tabellenende. Seit dem Wochenende stehen mit der SpVgg Greuther Fürth, dem TSV Schwaben Augsburg und dem ETSV Würzburg drei Absteiger in die Bayernliga nun auch rechnerisch fest.

Kaum einer hätte dem Aufsteiger aus Frankfurt vor der Saison die Rolle zugetraut, welche die Eintracht in der Spielzeit 2017/18 in der Regionalliga spielt. Von Beginn an mischten die Hessen um die Spitzenränge mit und ließen einer starken Vorrunde eine noch bessere Rückrunde folgen, in der man bislang erst eine einzige Niederlage einstecken musste. Lohn dafür ist die Tabellenspitze, an der sich die Eintracht nun schon seit dem 16. Spieltag konstant behauptet. So auch gegen den 1. FC Nürnberg, der als Tabellenfünfter in Frankfurt um seine letzte theoretische Aufstiegschance kämpfte. Doch ein Doppelschlag von Rosalie Sirna und Annika Leber, die zwei Treffer innerhalb von drei Minuten erzielten (23. und 25. Spielminute), dämpfte die Nürnberger Hoffnungen frühzeitig. Zwar konnte Anna Wachal umgehend für die Gäste verkürzen, doch erneut Leber stellte noch vor dem Pausenpfiff den alten Abstand wieder her. Und damit war der Torhunger der Frankfurter Top-Torschützin noch nicht gestillt. Mit zwei weiteren Toren besiegelte Annika Leber im zweiten Durchgang den 5:1-Kantersieg des Spitzenreiters und weist nun 19 Saisontreffer auf. Damit belegte die Frankfurter Elf, dass auch unter dem neuen Trainergespann Calos Pereira/Gritt Broening die Aufstiegsambitionen aufrecht gehalten werden. Mit nun 51 Zählern auf der Habenseite könnten die Hessen nur noch vom SV Alberweiler (42 Punkte) von einer der ersten beiden Ränge verdrängt werden.

Auch der SV 67 Weinberg hat eine Torjägerin in seinen Reihen. Mit 25 Saisontreffern führt Nina Heisel die Torschützenliste souverän an. Doch gegen den FC Ingolstadt 04 ging sie ausnahmsweise einmal leer aus. Dass es in einem „Endspiel um die Aufstiegsränge“ dennoch zu hart erkämpften drei Punkten für den SVW reichte, hatte die Elf von Trainerin Christina Schellenberg den Treffern von Maren Haberäcker und Julia Brückner zu verdanken. Nach einer torlosen ersten Spielhälfte stellte Haberäckers Führungstreffer in der 52. Spielminute so etwas wie einen Dosenöffner dar. Zwar fanden die Gäste aus Ingolstadt zehn Minuten später darauf noch die passende Antwort in Form des Ausgleichstreffers durch Isabel Wörner, doch nach weiteren zehn Zeigerumdrehungen markierte Brückner den siegbringenden Treffer für die Gastgeberinnen, die mit nun 49 Zählern dem Spitzenreiter aus Frankfurt auf den Fersen bleiben und sich ebenfalls mental beinahe sicher auf die Aufstiegsrunde vorbereiten können. Enttäuschung herrscht dagegen beim FCI vor. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft von Ingolstadt-Coach Florian Ächter bis auf zwei Zähler an den Spielgegner und den begehrten Platz 2 heranrücken können, doch bei nun acht Zählern Rückstand auf den SVW bedarf es schon eines größeren Fußballwunders, sollte die Elf aus der Audi-Stadt doch noch ganz oben landen.

Neben dem 1. FC Nürnberg und dem FC Ingolstadt 04 ging mit dem SV Alberweiler auch der dritte Verfolger des Spitzenduos am 24. Spieltag ohne Zähler vom Feld. Beim FFC Wacker München musste sich der Aufsteiger aus Württemberg mit 2:1 geschlagen geben und dabei vielleicht auch ein bisschen dem straffen Programm der letzten Wochen Tribut zollen. Nach einem nach Toren ausgeglichenen ersten Durchgang, in dem zunächst Sara Schaible den FFC Wacker in Führung schießen und Lena Bucher für den SVA ausgleichen konnte, legten die Gastgeberinnen in der zweiten Hälfte wieder früh vor, als Bernadette Angstwurm die erneute Führung für die Schubert-Elf markierte. Im weiteren Spielverlauf kämpften die Gäste aus Alberweiler zwar um den neuerlichen Ausgleichstreffer, bissen sich aber an der stabilen Wacker-Abwehr die Zähne aus, sodass das 2:1 auch mit dem Schlusspfiff Bestand hatte. Während der SVA bis zum Abschluss der Spielrunde noch vier Begegnungen zu absolvieren und bei sieben Punkten Rückstand somit rein rechnerisch noch die Chance auf einen der beiden Spitzenränge hat, hält beim FFC Wacker das Auf und Ab in der Rückrunde weiter an. Lag die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt zur Saisonhalbzeit mit drei Zählern Rückstand auf einen potenziellen Aufstiegsrang noch aussichtsreich im Rennen, belegt die Mannschaft in der Rückrundentabelle trotz des Sieges über den SV Alberweiler derzeit lediglich Rang 11. Jedoch war auch der FFC Wacker wie der SV Alberweiler von zahlreichen Spielausfällen gebeutelt und kam dadurch möglicherweise etwas aus dem Rhythmus.

Noch verheerender als beim FFC Wacker München gestaltet sich bei der Bundesliga-Reserve des SC Sand der Unterschied zwischen Hin- und Rückserie. Dank beeindruckenden Erfolgsserie vor der Winterpause belegt die Mannschaft aus Südbaden zwar weiterhin Platz 7 und befindet sich damit in der oberen Tabellenhälfte, doch beim 1:2 bei der SpVgg Greuther Fürth setzte es bereits die siebte Rückrundenpleite für die Mannschaft des Trainergespanns Fabienne Breisacher/Georg Forscht, die den Klassenerhalt rein rechnerisch auch noch nicht ganz sicher in der Tasche hat. Dabei hatte es in Fürth zunächst so ausgesehen, als könnten die Gäste den Abwärtstrend stoppen. Laurene Marjorie Leopoldes brachte ihre Farben kurz vor Ablauf der ersten 45 Minuten in Führung. Doch die SpVgg Greuther Fürth bewies nach dem Seitenwechsel Moral und drehte durch Treffer von Sabrina Schroll (59.‘) und Anna-Maria Buckel (66.‘) die Partie noch zu ihren Gunsten. Doch nach Abpfiff kehrte bei der SpVgg trotz ihres soeben errungenen sechsten saisonsieges Ernüchterung ein, denn durch den gleichzeitigen Erfolg des FV Löchgau stehen die Kleeblatt-Kickerinnen nun endgültig als Absteiger fest. Bei noch zwei verbleibenden Spielen weist der Aufsteiger aus Mittelfranken einen nicht mehr einholbaren Rückstand von sieben Zählern auf das rettende Ufer auf und muss die Regionalliga nach nur einem Jahr Zugehörigkeit wieder in Richtung Bayernliga verlassen.

Das gleiche Schicksal ereilte auch den TSV Schwaben Augsburg. Mit einem Sieg in Löchgau hätten sich die Augsburgerinnen wieder bis auf vier Zähler an den Spielgegner heranarbeiten können, doch davon war der TSV Schwaben meilenweit entfernt. Fiel das Zwischenergebnis von 2:0 zur Halbzeitpause noch glimpflich für die Gäste aus, so brachen nach dem Seitenwechsel auf Seiten der Augsburger alle Dämme. Mit dem Schlusspfiff stand ein 1:7-Debakel zu Buche, das den Abstieg des TSV Schwaben Augsburg besiegelte. Auch ein zwischenzeitlicher Trainerwechsel brachte beim TSV Schwaben Augsburg nicht die erhoffte Wende, in der Rückrunde konnte das Regionalliga-Urgestein bislang magere vier Zähler einfahren. Und durch die insgesamt 16. Saisonniederlage steht nun fest, dass der TSV Schwaben Augsburg die Frauen-Regionalliga Süd nach vielen Jahren, in denen man oftmals sogar ans Tor der 2. Frauen-Bundesliga anklopfte, verlassen muss. Dieses Los droht auch weiterhin dem FV Löchgau, bei dem sich Katja Milbradt im Spiel gegen Augsburg in Hochform präsentierte. Gleich viermal netzte die FVL-Torjägerin ein und schraubte ihr persönlicher Torkonto damit auf 19 Saisontreffer. Luisa Münzing, Svenja Fischer und Meike van Elten steuerten die weiteren Löchgauer Treffer bei und verhinderten damit ein Abrutschen ihrer Mannschaft auf Rang 11, der nach Saisonabschluss ebenfalls den Abstieg in die Oberliga mit sich bringt. Bei aber lediglich einem Zähler Vorsprung auf besagten Rang 11 bedarf es für den FV Löchgau in den verbleibenden Spielen gegen Nürnberg und Ingolstadt jedoch vermutlich weiterer Punkte, will man auch in der Spielzeit 2018/19 in der Frauen-Regionalliga Süd an den Start gehen.

In akuter Abstiegsnot befindet sich auch der TSV Crailsheim trotz eines Sieges am 24. Spieltag. Auf den FV Löchgau auf Rang 10 weist der letztjährige Zweitligist derzeit einen Zähler Rückstand sowie die schlechtere Tordifferenz auf, hat aber noch eine Begegnung mehr in der Hinterhand (Nachholspiel in Alberweiler am 10.05.2018). Dass der Klassenerhalt nicht zur Mammutaufgabe für die Crailsheimerinnen wird, hat der TSV einem Last-Minute-Tor von Julia Specht zu verdanken, die ihren Farben mit ihrem Treffer kurz vor Spielende doch noch einen Sieg über den ETSV Würzburg bescherte. Dabei hatte es in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch einen kräftigen Nackenschlag für den TSV Crailsheim gesetzt, als Theresa Damm die Gäste aus Unterfranken in Führung schoss. Doch scheinbar fielen in der Crailsheimer Kabine in der Pause die richtigen Worte, denn unmittelbar nach Anstoß zur zweiten Hälfte erzielte Luisa Scheidel den Ausgleichstreffer, ehe Specht kurz vor dem Abpfiff noch für eine Jubeltraube auf Seiten der Gastgeberinnen sorgte, die den Klassenerhalt somit weiterhin in der eigenen Hand haben. Dagegen waren vor dem 24. Spieltag die Chancen des ETSV Würzburg auf den Klassenerhalt ohnehin nur noch theoretischer Natur. Mit der nun erlittenen Niederlage steht für das Schlusslicht der bittere Gang in die Bayernliga fest. Knackpunkt für den Würzburger Abstieg könnte möglicherweise der schneebedingte Spielabbruch am 15. Spieltag in Fürth sein, wo man zum Zeitpunkt des Spielabbruchs mit 3:0 in Führung gelegen hatte, das Wiederholungsspiel dann jedoch verlor. Aber bei nunmehr 14 Zählern Rückstand auf das rettende Ufer dürfte vor allem die sportliche Qualität des ETSV entscheidend für den Abstieg sein.

Zum direkten Aufeinandertreffen zweier Abstiegskonkurrenten kam es im niederbayerisch-oberpfälzischen „Derby“ zwischen dem SV Frauenbiburg und dem SC Regensburg. Die Regensburger reisten dabei als „Team der Stunde“ an, fünf seiner letzten sechs Begegnungen hatte der SCR für sich entscheiden und sich somit von Abstiegsrängen lösen können. Doch auch für den SV Frauenbiburg stand einiges auf dem Spiel, denn bei lediglich fünf Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone war die Elf von Trainerin Nina Mittrop noch nicht gesichert. Entsprechend motiviert gingen die Gastgeberinnen in die Partie und legten gegen Ende der ersten Spielhälfte den Grundstein für ihren 10. Saisonsieg. Anja Riebesecker netzte gleich zweimal zum Pausenstand von 2:0 ein. Nach dem Seitenwechsel legte Yvonne Dengscherz für den SVF nach und erhöhte auf 3:0. Zwar keimte bei den Gästen aus der Domstadt nach dem Anschlusstreffer durch Marina Keilholz nochmals Hoffnung auf, doch zu mehr als diesem einen Treffer sollte es an diesem Tag für die Mannschaft von Trainerin Birgit Fellner nicht reichen. Während für den SV Frauenbiburg nach dem 3:1-Heimsieg die Chancen auf den Klassenerhalt bei unverändert fünf Zählern Vorsprung auf Rang 11 und der mit Abstand besten Tordifferenz aller gefährdeten Teams sehr gut stehen, gelten die sorgenvollen Blicke des SC Regensburg nun dem 25. Spieltag, an dem man in Crailsheim zu einem „Endspiel um den Klassenerhalt“ antreten muss. Mit einem Auswärtssieg könnte sich der SCR möglicherweise endgültig retten, mit einer Niederlage hingegen vom TSV Crailsheim überflügelt werden.

 

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