Frauen-RL: Freiburg holt Last-Minute-Remis im Spitzenspiel

Mit einem Treffer in letzter Minute sicherte sich der SC Freiburg II am 11. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd einen Zähler gegen den FV Löchgau und verhinderte damit einen Wechsel an der Tabellenspitze. Da jedoch auch die Verfolger nicht dreifach punkten konnten, behauptete das Spitzenduo seinen Vorsprung auf die Konkurrenz im Aufstiegsrennen. Der Hegauer FV kassiert gegen den FFC Wacker München eine empfindliche Heimniederlage und verliert zunehmend den Anschluss ans rettende Ufer.

Der Top-Torschützin der Liga, Daria Streng, hatte es der SC Freiburg II gegen den FV Löchgau zu verdanken, dass er sich als Herbstmeister 2016/17 feiern lassen darf. Mit ihrem achten Saisontreffer verhinderte Streng in der 90. Minute des Spitzenspiels die erste Niederlage der Breisgauerinnen, die gleichbedeutend damit gewesen wäre, dass sich die Überraschungsmannschaft des FV Löchgau nach Abschluss der Hinrunde an die Tabellenspitze schiebt. Danach hatte es lange ausgesehen, denn die Gäste aus Württemberg waren mit einem Tor kurz vor Ablauf der ersten 45 Minuten in Führung gegangen. Tanja Arnold hatte ihren FVL in Führung gebracht und damit die Hoffnung auf den krönenden Abschluss einer tollen Hinserie des letztjährigen Abstiegskandidaten genährt. Doch die Bundesliga-Reserve aus Freiburg, die als einzige Mannschaft weiterhin ungeschlagen in der laufenden Spielzeit ist, steckte nicht auf und belohnte sich kurz vor Spielende mit dem Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand, durch den der Aufsteiger mit einem Zähler Vorsprung vor dem FV Löchgau als Ligaprimus überwintert.

Dadurch, dass sich das Spitzenduo gegenseitig Punkte abknöpfte, hätte sich der SV Frauenbiburg wieder in unmittelbare Schlagdistanz zur Tabellenspitze schieben können. Jedoch setzte es für die Elf von Trainer Hans-Günther Strasser eine 1:2-Niederlage beim 1.FC Nürnberg, der seinerseits durch den Erfolg Rang 3 erobern konnte. Auch in Nürnberg fiel der spielentscheidende Treffer in der Schlussphase der Partie, Leonie Vogel markierte in der 84. Spielminute ihren sechsten Saisontreffer und sorgte damit für ausgelassenen Jubel bei den Nürnbergerinnen. Die gleiche Spielerin war es schon gewesen, die ihre Farben nach einer Viertelstunde erstmalig in Führung gebracht hatte, worauf jedoch die Gäste aus Niederbayern in Person von Alice Zimmermann noch vor dem Seitenwechsel mit dem Ausgleich antworten konnten. Trotz seiner zweiten Saisonniederlage blickt der SV Frauenbiburg auf eine erfolgreiche Hinrunde zurück, lange blieb man ungeschlagen und befindet sich nun mit 19 Zählern auf der Habenseite in Lauerstellung. Gleiches gilt für den 1. FC Nürnberg, der aus elf Begegnungen 20 Zähler verbuchen und seinen schlechten Saisonstart mit zwei Niederlagen längst korrigieren konnte.

Mit dem ETSV Würzburg und dem TSV Schwaben Augsburg trafen zwei punktgleiche Tabellennachbarn aufeinander, sodass es nicht verwunderlich war, dass mit dem Schlusspfiff auch hier ein Unentschieden stand. Dabei erwischte der Zweitligaabsteiger aus Würzburg einen Auftakt nach Maß in das Spiel, Josefin Hoffer brachte den ETSV nach gerade einmal drei Zeigerumdrehungen in Führung. Danach fanden beide Teams bei schwierigen Platzverhältnissen lange kein Mittel, um sich entscheidend gegen die gegnerischen Abwehrreihen durchzusetzen. So dauerte es bis zur 85. Spielminute, ehe der nächste und zugleich letzte Treffer der Partie fiel. Mona Budnick erzielte diesen für die Gäste aus Augsburg und sorgte damit für einen halbwegs versöhnlichen Abschluss der Hinrunde ihres TSV Schwaben, der jedoch aufgrund der schlechteren Tordifferenz (bei jeweils 15 Punkten) gegenüber dem Spielgegner auf Rang 6 überwintert.

Ebenfalls 15 Zähler weist der Aufsteiger SC Regensburg auf, der sich in der torreichsten Partie des 11. Spieltages gegen den TSV Jahn Calden durchsetzte und damit einen Big Point im Kampf um den Klassenerhalt landete. Dabei bekamen die 100 Zuschauer einen dramatischen Spielverlauf zu sehen, denn der TSV Jahn Calden war mit der Motivation angereist, den Anschluss ans hintere Tabellenmittelfeld herzustellen. Dies zahlte sich nach 22 Minuten aus, als Johanna Hildebrandt den TSV Jahn in Führung brachte. Jedoch wirkte die Gästeführung wie ein Weckruf auf die Gastgeberinnen, die nur wenige Minuten später durch Susanne Waitz ausgleichen und nach dem Seitenwechsel durch einen Doppelschlag sogar auf 3:1 davonziehen konnten. Lisa Beer und Marina Keilholz waren nach einer knappen Stunde innerhalb von nur vier Minuten für den SCR erfolgreich und sorgten scheinbar für eine Vorentscheidung. Doch die Caldenerinnen gaben sich noch lange nicht geschlagen und konnten sich zunächst einmal mehr Arlene Ruehmer verlassen. Die Routinierin schnürte einen Doppelpack zum 3:3-Ausgleich. Trotzdem fand die Partie für den TSV Jahn Calden ein bitterböses Ende, denn in der Nachspielzeit unterlief den Gästen ein Eigentor, das die Entscheidung zugunsten des SC Regensburg herbeiführte. Entsprechend groß war der Jubel bei SCR-Trainerin Birgit Fellner und ihrer Mannschaft, die durch ihren vierten Saisonsieg nun acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsränge aufweist. Riesig hingegen fiel die Enttäuschung beim TSV Jahn Calden aus, der mit lediglich sechs Zählern tief im Tabellenkeller feststeckt und nach der Winterpause noch einige Siege benötigt, soll am Ende der Spielzeit doch noch der ersehnte Klassenerhalt rausspringen.

Neben dem SC Regensburg konnten mit dem FFC Wacker München und dem FC Ingolstadt 04 zwei weitere Teams aus Bayern wichtige Siege einfahren und damit ihren Vorsprung auf die gefährdeten Tabellenränge ausbauen. Der FFC Wacker München behielt beim Hegauer FV mit 2:0 die Oberhand, der FC Ingolstadt 04 setzte sich mit 1:0 beim FSV Hessen Wetzlar II durch. Insbesondere für den Hegauer FV bedeutete die Niederlage gegen München einen schweren Rückschlag, denn mit einem Heimsieg hätten die Südbadnerinnen den Rückstand auf den Spielgegner zunächst auf sieben Zähler und mit einem weiteren Heimsieg im Nachholspiel gegen den Tabellenvorletzten FSV Hessen Wetzlar II am kommenden Wochenende sogar noch weiter verkürzen können. Genau dies wollte jedoch die seit Anfang Oktober ungeschlagene Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt verhindern und gewann mit dem Führungstreffer durch Bernadette Angstwurm zusätzlich Selbstvertrauen. Als Annalisa Rützel kurz nach Beginn der zweiten Spielhälfte auf 2:0 für die Gäste erhöhen konnte, war dem Tabellenschlusslicht der Zahn gezogen, denn die Münchner Abwehr hielt bis zum Spielende den Hegauer Angriffsbemühungen Stand und fuhr somit einen wichtigen Sieg zum Abschluss der Hinrunde ein. Der Hegauer FV hat noch gegen den Tabellenvorletzten aus Wetzlar die Möglichkeit, eine sieglose Hinserie zu vermeiden, jedoch ist der Druck, der auf den Schultern der HFV-Spielerinnen lastet, bei gerade einmal zwei bislang eingefahrenen Zählern enorm.

Gleiches gilt für den FSV Hessen Wetzlar, der zwar bereits sieben Zähler auf der Habenseite verbuchen konnte, den Anschluss ans rettende Ufer aber auch schon ein bisschen verloren hat. Denn ausgerechnet gegen den FC Ingolstadt 04, der als Tabellenneunter den letzten Nichtabstiegsrang belegt, kassierte die Wetzlarer Reserve ihre siebte Saisonniederlage und weist damit schon sieben Zähler Rückstand auf den Spielgegner auf. Entsprechend bedeutsam ist auch für den FSV Hessen Wetzlar II die Nachholbegegnung beim Hegauer FV. Ausgelassener Jubel herrschte dagegen bei den Gästen aus Oberbayern, für die Lisa Semmler zur Matchwinnerin avancierte. In der 18. Spielminute erzielte sie den goldenen Treffer für ihren FCI, der nun 14 Zähler auf dem Konto aufweist und gegenüber seinen Tabellennachbarn auch den Vorteil einer positiven Tordifferenz hat. Dies ist vor allem einer stabilen Defensive zu verdanken, gerade einmal zehn Gegentreffer mussten die Schanzerinnen in der Hinserie schlucken. In Wetzlar hielt sich die FCI-Abwehr bereits zum vierten Mal schadlos.

 

 

 

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