Frauen-RL: FV Löchgau erleidet Last-Minute-Drama, Frankfurt sichert sich Meistertitel

Mit einem wahren Drama endete die Spielzeit 2017/18 für den FV Löchgau in der Frauen-Regionalliga Süd. In der letzten Spielminute kassierte der FVL den 2:2-Ausgleichsgtreffer gegen den FC Ingolstadt 04 und gab damit nicht nur eine 2:0-Führung, sondern zugleich auch den Klassenerhalt aus den Händen. Entsprechende Erleichterung dagegen beim SC Regensburg und beim TSV Crailsheim, die sich auf den letzten Drücker vor dem Abstieg retten konnten. In Frankfurt tat sich die Eintracht gegen das Schlusslicht ETSV Würzburg lange schwer, ehe ein 2:1-Pflichtsieg und damit der Meistertitel unter Dach und Fach war.

Zu einem Duell, das für beide Mannschaften noch große Bedeutung hatte, kam es zwischen dem SV 67 Weinberg und dem TSV Crailsheim. Während die Gastgeberinnen aus Weinberg noch auf einen Ausrutscher des Spitzenreiters hofften, um sich auf der Zielgeraden doch noch als Meister feiern lassen zu dürfen, waren die Gäste auf einen Punktgewinn angewiesen, um aus eigener Kraft den Klassenerhalt zu sichern. Entsprechend motiviert gingen beide Teams die Begegnung an, jedoch zugleich darauf bedacht, Fehler und daraus resultierende Gegentreffer zu vermeiden. Insbesondere der SV 67 Weinberg, der die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga ohnehin schon in der Tasche hatte, fand nicht so richtig ins Spiel. So war der TSV Crailsheim dem Führungstreffer oft näher als die Gastgeberinnen, hatte jedoch kein Glück im Abschluss. Dennoch war der Jubel auf Seiten des TSV Crailsheim nach dem Schlusspfiff riesig, denn durch das torlose Remis war klar, dass der letztjährige Zweitligist den freien Fall in die Oberliga verhindert hatte und auch in der Spielzeit 2018/19 in der Frauen-Regionalliga Süd vertreten sein wird. Beim SV 67 Weinberg gingen die hoffnungsvollen Blicke derweil nach Frankfurt, denn mit einem dortigen Sieg des ETSV Würzburg hätte dem SVW der Punkt gegen Crailsheim zum Meistertitel gereicht.

Und in Frankfurt schlug sich der ETSV Würzburg überaus tapfer, obwohl die Elf von Trainer Marco Scheder mit lediglich elf Spielerinnen zum letzten Saisonspiel angereist war. Doch der Mannschaft war von Beginn an anzumerken, dass sie sich würdig aus der Regionalliga verabschieden wollte. Dies machte sich nach 18 Minuten auch in messbarem Erfolg bezahlt, denn Marie-Christine Seeger brachte das Schlusslicht in Führung. Die knappe Führung behaupteten die Gäste aus Unterfranken auch bis zum Pausenpfiff. Nach dem Seitenwechsel drückte der Spitzenreiter dem Spiel aber zunehmend seinen Stempel auf und erarbeitete sich Chancen auf den Ausgleich. Dieser fiel schließlich nach einem Eckball, als Inga Joest aus dem Gewühl heraus einnetzen konnte. Und keine fünf Minuten später jubelte die Eintracht erneut, denn ihre Top-Torjägerin Annika Leber umkurvte in vollem Tempo gleich mehrere Abwehrspielerinnen und sorgte mit einem strammen Schuss für die Frankfurter Führung. Anschließend fehlte den Gästen die Kraft, um dem Spiel nochmals eine Wende zu verleihen. Da auch der Tabellenführer seine Chancen auf die endgültige Entscheidung versiebte, blieb es letztendlich beim knappen 2:1-Arbeitssieg, mit dem sich die Mannschaft des neuen Trainers Carlos Pereira den Meistertitel holte und dafür nach Spielende von Spielleiterin Silke Sinning geehrt wurde. „Es wurde in einer überaus spannenden Saison letztendlich die Mannschaft hochverdient Meister, die die meisten Siege einfahren konnte und die wenigsten Niederlagen einstecken musste. Als Aufsteiger hat die Frankfurter Eintracht eine sehr beeindruckende Runde hingelegt, zu keinem Zeitpunkt stand die Mannschaft in der Tabelle schlechter als Rang 6. Nun drücken wir Euch, wie natürlich auch dem Vizemeister SV 67 Weinberg, alle verfügbaren Daumen dafür, dass Ihr diese tolle Spielzeit in den folgenden Relegationsspielen auch mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga krönen könnt!“, so Sinning, ehe sie den Meisterwimpel an Eintracht-Spielführerin Rosalie Sirna überreichte.

Am anderen Tabellenende ging es dagegen für den SC Regensburg und den FV Löchgau ums sportliche Überleben. Während für den FV Löchgau klar war, dass man selbst gewinnen musste und zudem auf Schützenhilfe auf anderen Plätzen angewiesen war, wusste man beim SC Regensburg, dass ein eigener Erfolg über den SV Alberweiler den sicheren Klassenerhalt bedeuten würde. Doch der SV Alberweiler, der sich als Aufsteiger schon zuvor einen starken dritten Rang in der Abschlusstabelle gesichert und lange um die Aufstiegsplätze mitgespielt hatte, erwies sich als der erwartet schwere Gegner für den SCR. Zwar fielen im ersten Durchgang noch keine Treffer, doch unmittelbar zu Beginn der zweiten Spielhälfte gingen die Gäste aus Alberweiler durch Theresa Hauler in Führung, was für die Gastgeber einen erheblichen Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt darstellte. Doch von diesem Schock erholte sich das Team von SCR-Trainerin Birgit Fellner schnell und glich in Person von Toni Tewes in der 55. Spielminute aus. Da jedoch aus Löchgau die Nachricht nach Regensburg durchdrang, dass der FVL gegen Ingolstadt in Führung lag, reichte den Regensburgern in der Live-Tabelle ein Zähler nicht aus, um das rettende Ufer zu erreichen. So warfen die Oberpfälzer in der letzten halben Stunde alles in die Waagschale, um doch noch den Sieg zu erzwingen und die Klasse aus eigener Kraft zu halten. Doch ein weiteres Tor sollte trotz intensiver Bemühungen nicht mehr fallen, mit dem Schlusspfiff stand ein 1:1 zu Buche, woraufhin sich das Hoffen und Bangen der Regensburger nach Löchgau richtete.

In Löchgau war man sich der eigenen Lage bewusst, nachdem die Schuster-Elf in der Vorwoche auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen war. Doch ebenso wusste man, dass die direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt am letzten Spieltag gegen Spitzenmannschaften antreten mussten, sodass ein eigener Sieg über den FC Ingolstadt 04 am Ende womöglich doch noch reichen könnte, um in der Saison 2018/19 in der Regionalliga Süd vertreten zu sein. Entsprechend mutig gingen die Gastgeberinnen die Partie an und belohnten sich schon früh in der Partie selbst. Katja Milbradt mit ihren Saisontreffern 20 und 21 stellte innerhalb der ersten halben Stunde die Weichen auf Sieg für ihren FVL, der daraus zunhemend Hoffnung auf den Klassenerhalt schöpfte. Doch nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste aus Oberbayern stärker, was dazu führte, dass sie in Folge eines Eckballs den Anschlusstreffer erzielten, für den in der 68. Spielminute Isabel Wörner verantwortlich zeichnete. Nun begann bei den Gastgeberinnen endgültig das große Zittern, denn ein eigener Sieg war Grundvoraussetzung für den Klassenerhalt. Bis in die Nachspielzeit hinein hielt die knappe Führung des FV Löchgau, ehe dann doch noch der bittere Niederschlag folgte. Erneut nach einem Eckball war Stefanie Hamberger im letzten Spiel ihrer Karriere zur Stelle und markierte den Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand, der den FV Löchgau wieder auf einen Abstiegsrang zurückfallen ließ und ins Tal der Tränen stürzte. Nach sieben Jahren Zugehörigkeit zur Regionalliga steht der FV Löchgau neben den Teams des TSV Schwaben Augsburg, der SpVgg Greuther Fürth und dem ETSV Würzburg als Absteiger fest und muss den bitteren Gang in die Oberliga antreten.

 

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