Frauen-RL: Hegauer FV knöpft Spitzenreiter Punkte ab

Einen torreichen 17. Spieltag erlebten die Zuschauer/innen in der Frauen-Regionalliga Süd. Dabei büßte der souveräne Spitzenreiter SC Freiburg II zwei Punkte seines Vorsprungs an der Tabellenspitze ein, da er im südbadischen Duell beim Hegauer FV nicht über ein Remis hinauskam und sich zeitgleich die Verfolger aus Frauenbiburg und Löchgau keine Blöße gaben. Der Klassenerhalt rückt dagegen für die Kellerkinder in immer weitere Ferne, schon am nächsten Spieltag könnte es den TSV Jahn Calden erwischen.

Dem Hegauer FV, der als Tabellenvorletzter und krasser Außenseiter in seine Heimpartie gegen den Ligaprimus aus Freiburg gegangen war, merkte man von der ersten Spielminute an, dass er seine ohnehin schon geringe Chance auf den Klassenerhalt wahren wollte. Die Radice-Elf bot der Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau die Stirn und belohnte sich für ihren Aufwand durch Tabea Grieß‘ Führungstreffer nach einer halben Stunde. Doch der Spitzenreiter antwortete nur fünf Minuten später in Person von Larissa Hummel mit dem Ausgleichstreffer, sodass mit einem Zwischenstand von 1:1 die Seiten gewechselt wurde. Als unmittelbar nach Wiederanpfiff Nicole Eckerle für die erstmalige Gästeführung sorgte, schien alles auf den erwarteten Favoritensieg hinauszulaufen. Doch das Kellerkind aus dem Hegau gab sich nicht auf und bewies erneut Moral. Wenige Zeigerumdrehungen nach der Gästeführung erzielte Jana Kaiser den neuerlichen Ausgleich, der trotz einiger Chancen im weiteren Spielverlauf bereits den letzten Treffer des Tages darstellte. Der SC Freiburg II schrammte somit nur knapp an seiner zweiten Saisonniederlage vorbei und darf weiter sehr optimistisch dem Rennen um den Meistertitel entgegenschauen, wohingegen dem Hegauer FV der eine Zähler nur bedingt weiter hilft im Kampf um den Klassenerhalt. Bei neun Zählern Rückstand zum rettenden Ufer benötigt der HFV fünf Spieltage vor Saisonende ein Fußballwunder, möchte man auch in der kommenden Spielzeit in der höchsten Spielklasse Süddeutschlands vertreten sein.

Foto: Paul Zottmann/ETSV Würzburg

Kein Wunder, aber doch zumindest eine große Überraschung benötigt der SV Frauenbiburg, möchte er den SC Freiburg II noch an der Tabellenspitze einfangen. Auch wenn die Niederbayern durch ihren Sieg in Würzburg zwei Zähler ihres Rückstands gutmachen konnten, beträgt der Rückstand des Verfolgers auf den Führenden noch sechs Zähler. Möglicherweise fällt die (Vor-)Entscheidung um den Meistertitel am vorletzten Spieltag, wenn in Freiburg die beiden Spitzenteams zum direkten Duell zusammen kommen. Durch einen 1:0-Sieg in Würzburg, bei dem Theresa Strasser den goldenen Treffer des Tages für den SVF erzielte, weist die Mannschaft um Torhüterin Katrin Kraust nun mit insgesamt lediglich 12 Gegentreffern die ligaweit stabilste Abwehr auf. Der ETSV Würzburg verpasste es hingegen, seinen Vorsprung auf die Abstiegszone auszubauen und muss bei sieben Zählern Vorsprung auf den FSV Hessen Wetzlar II zumindest mit einem Auge noch auf die Teams achten, die ihren letzten Strohhalm auf den Klassenerhalt ergreifen wollen.

Auch dem FV Löchgau, der punktgleich mit dem SV Frauenbiburg auf dem dritten Rang liegt, steht am letzten Spieltag noch ein direktes Duell mit dem Spitzenreiter bevor, sodass die Hoffnung auf den Meistertitel auch bei der Mannschaft aus Württemberg durchaus noch am Leben sein dürfte. In Calden bewies die Elf von Trainerin Stefanie Schuster Nervenstärke und ließ sich weder durch den zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer (Luisa Schanze, 36. Spielminute), noch durch den späten Anschlusstreffer des Tabellenschlusslichts (Arlene Ruehmer, 89. Spielminute) aus der Bahn werfen. Sanja Holetic hatte den FVL nach 25 Minuten in Führung gebracht, im zweiten Durchgang profitierten die Gäste dann zunächst von einem Eigentor des TSV, ehe Lisa Gayer den Löchgauer Vorsprung in der 78. Minute ausbauen konnte. Während der FV Löchgau damit seinen Rückstand auf den Spitzenreiter verkürzen konnte, stehen die Zeichen bei den Gastgebern aus Calden stärker denn je auf Abstieg in die Hessenliga. Bei nun zehn Zählern Rückstand aufs rettende Ufer könnte dieser bereits nach dem 18. Spieltag auch rechnerisch besiegelt sein, wenn der TSV Jahn in Ingolstadt leer ausgeht und gleichzeitig der ETSV Würzburg und der FFC Wacker München siegen.

Nur unwesentlich besser stehen die Chancen des FSV Hessen Wetzlar II auf den Klassenerhalt. Zwar entführte die Zweitliga-Reserve aus Hessen bei 2:2 in Augsburg einen Zähler und stockte ihr Punktekonto auf 13 Zähler auf, doch liegt der ETSV Würzburg mit 20 Zählern als erstes Team über dem erlösenden Strich noch ein gutes Stück weit entfernt. Dennoch dürfte das remis in Augsburg bei der Wetzlarer Mannschaft um Trainer Sven Hilk als Erfolg gewertet werden, war man doch mit einem Rumpfkader von gerade einmal zwölf Feldspielerinnen und zwei Torhüterinnen ins bayerische Schwaben gereist. Darüber hinaus ging der TSV Schwaben Augsburg auch zweimal in Führung. Selina Schmidt (7. Spielminute) und Mona Budnick (70.) brachten die Gastgeberinnen jeweils in Front und damit scheinbar auf die Siegerstraße. Doch die Gäste aus Wetzlar konnten durch Julia Christ (58.) und Sarah Becker (85.) jeweils ausgleichen und sicherten sich damit am Ende nicht unverdient einen unverhofften Auswärtspunkt. Der TSV Schwaben Augsburg musste durch das Unentschieden Rang 6 an den FC Ingolstadt 04 abtreten und fiel in die untere Tabellenhälfte zurück.

Der FC Ingolstadt 04 triumphierte im oberbayerischen Duell beim FFC Wacker München und überflügelte damit neben dem TSV Schwaben Augsburg auch die Münchnerinnen in der Tabelle. Zur Matchwinnerin für den FCI avancierte Ramona Maier, die erst in der Schlussphase (83.) den erlösenden Treffer zum 1:0-Sieg ihrer Farben markierte und der Elf von Spielertrainerin Simone Wagner damit den sechsten Saisonsieg sicherte.

Insgesamt wird das Mittelfeld der Tabelle komplett von bayerischen Vereinen gebildet, sämtliche Mannschaften auf den Rängen 4 bis 9 stammen aus dem Freistaat. Auf den Plätzen 4 und 5 stehen dabei der 1. FC Nürnberg und der SC Regensburg, die sich am 17. Spieltag in Regensburg mit einem 2:2 voneinander trennten. Dabei war das Spiel geprägt von zwei unterschiedlichen halbzeiten. Drückte der gastgebender SCR dem ersten Durchgang noch seinen Stempel auf und lag durch Tore von Marina Keilholz und Marina Schlosser verdient mit 2:0 in Führung, wendete sich das Blatt nach dem Seitenwechsel zu Gunseten der Gäste aus Nürnberg. Beflügelt vom Anschlusstreffer von Anna Wachal legte der FCN nach und kam in der 75. Spielminute durch Lena Lederer zum Ausgleich, der zugleich auch den Endstand darstellte. Somit liegen die beiden Teams weiterhin nach Punkten gleichauf, wobei der 1. FCN dank der besseren Tordifferenz vor dem Aufsteiger aus der Oberpfalz rangiert.

 

This entry was posted in 2017, News, Regionalliga Frauen News, Regionalliga Frauen Saison. Bookmark the permalink.