Frauen-RL: Hegauer FV und VfL Sindelfingen Ladies feiern ersten Sieg

Mit einigen Überraschungen wartete der 7. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd auf. So bezwang der SC Sand II den TSV Jahn Calden deutlich mit 3:0. Außerdem konnten die bislang punktlosen Hegauer FV und VfL Sindelfingen Ladies jeweils ihren ersten Sieg einfahren. Während der Spitzenreiter FC Forstern in Regensburg nichts anbrennen ließ, büßte der Verfolger 1. FC Nürnberg beim Remis in Crailsheim Punkte ein.

Schon am Samstag kam es zum oberbayerischen Derby zwischen dem FC Ingolstadt 04 und dem FFC Wacker München. Während die Gastbegerinnen motiviert waren, ihren Nimbus der Unbesiegbarkeit zu wahren, wollten die Gäste mit einem dreifachen Punktgewinn dafür sorgen, ihren Abstand zur Abstiegszone auszubauen. Doch beim FCI gab es an diesem Tag für die Wacker-Elf nichts zu holen. Zwar konnten die Spielerinnen aus der bayerischen Landeshauptstadt lange einen Rückstand verhindern, doch kurz vor Ablauf des ersten Durchgangs sorgte Ramona Maier mit ihrem Treffer für Erlösung auf Seiten des FC Ingolstadt 04. Davon beflügelt legte Maier nach dem Seitenwechsel gleich nach und sorgte mit dem 2:0 für eine Vorentscheidung. Spätestens mit dem Treffer von Julia Götz, die in der 73. Minute auf 3:0 stellte, war die Partie dann endgültig entschieden. Der Münchner Ehrentreffer zum 3:1-Endstand, für den Verena Pfeifer verantwortlich zeichnete, hatte nur noch statistischen Wert. Mit seinem fünften Saisonsieg bleibt der FC Ingolstadt 04 dem FC Forstern auf den Fersen und muss in der kommenden Woche im Verfolgerduell beim 1. FC Nürnberg antreten.

Eben dieser 1. FC Nürnberg blieb auch in seinem achten Saisonspiel unbezwungen, kam jedoch beim TSV Crailsheim nicht über ein Remis hinaus. Das 1:1 bedeutete für die Club-Frauen die dritte Punkteteilung der Saison. Dabei hatten die Nürnbergerinnen in einem umkämpften Spiel das Glück dahingehend auf ihrer Seite, dass sie in der 72. Spielminute

TSV Crailsheim – 1. FC Nürnberg (Foto: Heiko Kirbach)

von einem Crailsheimer Eigentor profitierten, welches den Gästen aus Mittelfranken den Endstand und damit einen Zähler bescherte. Zuvor hatte Maren Schmitt ihren TSV mit 1:0 in Führung gebracht und zwischenzeitlich die Hoffnung darauf genährt, dass die Crailsheimerinnen, welche bislang auch erst eine Niederlage hinnehmen mussten, mit ihrem vierten Saisonsieg ins direkte Feld der Verfolger von Spitzenreiter FC Forstern aufrücken können. Doch letztendlich blieb es beim Unentschieden und der TSV Crailsheim fiel auf Rang 6 der Tabelle zurück. Zudem steht den „Horaffen“ in der nächsten Woche beim FC Forstern eine denkbar hohe Hürde bevor, die aber zugleich für zusätzliche Motivation rund um das Crailsheimer Schönebürgstadion sorgen könnte.

Durch den Patzer des unmittelbaren Verfolgers konnte der FC Forstern seinen Vorsprung an der Tabellenspitze ausbauen. Beim SC Regensburg machte der Aufsteiger schon früh deutlich, dass man das Feld als Sieger verlassen wollte. Mit ihrem fünften Saisontreffer unterlegte Julia Deißenböck diese Ansprüche auch schon in der Anfangsphase des Spiels. Als in der 36. Spielminute Theresa Eder auf 2:0 für den Ligaprimus erhöhte, wurde die Lage für die Gastgeberinnen zunehmend aussichtsloser, zumal der FC Forstern auch im zweiten Durchgang konzentriert weiterspielte. So war es dann auch beinahe logisch, dass Johanna Stadler und Evi Kopp das Ergebnis mit ihren Treffern in die Höhe schraubten. Zwar gelang Susanne Waitz in der 86. Minute der Ehrentreffer für ihren SCR zum 1:4-Endergebnis, doch dies dürfte bei den Gastgeberinnen in Anbetracht des Abrutschens auf den vorletzten Tabellenplatz kaum ein Trost gewesen sein. Beim Hegauer FV versucht der SC Regensburg am 8. Spieltag nun, den Abstand auf das rettende Ufer zu verkürzen. Dagegen reitet der FC Forstern weiterhin auf einer Welle des Erfolgs. 22 Punkte aus acht Spielen stelen eine traumhafte Bilanz für den Aufsteiger dar, der sich längst andere Ziele als den Klassenerhalt gesetzt haben dürfte und am kommenden Wochenende gespannt auf das Aufeinandertreffen seiner Verfolger aus Nürnberg und Ingolstadt schauen wird.

Den Kontakt zum Spitzentrio verlor indes der TSV Jahn Calden. Überraschend deutlich mit 0:3 musste sich der starke Aufsteiger aus Nordhessen beim SC Sand II geschlagen geben und kassierte damit seine zweite Niederlage in Folge. Julia Zirnstein hatte die Gastgeberinnen nach 18 Minuten in Führung gebracht, was der einzige Treffer in Spielhälfte 1 bleiben sollte. Doch schon der erste Angriff nach Wiederanstoß führte zum 2:0, welches Madeleine Kurek für die Bundesliga-Reserve aus Südbaden markierte. Dieser Wirkungstreffer saß, denn im weiteren Spielverlauf gelang es dem TSV Jahn nicht mehr, mit dem Anschlusstreffer nochmals Spannung aufkommen zu lassen. Stattdessen stellte Katja Milbradt in der Schlussminute den Endstand von 3:0 für den SC Sand her, der mit nun vier Saisonsiegen auf Rang 5 vorrücken konnte, damit aber noch einen Zähler hinter dem Spielgegner aus Calden bleibt.

Das Duell zwischen dem SV Alberweiler und Eintracht Frankfurt war in der Spielzeit 2017/18 noch ein absulutes Spitzenspiel gewesen, doch in der laufenden Saison kamen beide Teams nur schwer in Tritt und weisen schon einen großen Rückstand auf die Spitzenränge auf. Insbesondere der SV Alberweiler stand mit lediglich sechs Zählern aus seinen fünf Begegnungen vor dem Spiel

SV Alberweiler – Eintracht Frankfurt (Foto: Peter Herle)

gegen den Vorjahresmeister aus Hessen unter Druck. Davon war der Elf von SVA-Trainerin Chantal Bachteler jedoch nichts anzumerken. Ganz im Gegenteil: Die Gastgeberinnen brannten gleich zu Beginn ein wahres Feuerwerk ab und lagen schon nach einer halben Stunde mit 3:0 in Front. Victoria Stvoriv (2x) und Annika Enderle hatten für klare Verhältnisse gesorgt. Als Tamara Würstle in der 50. Spielminute auf 4:0 erhöhte war die Messe endgültig zugunsten des SV Alberweiler gelesen, auch wenn Lise Munk in der 76. Spielminute noch Ergebniskosmetik betreiben konnte. Am Ende stand jedoch ein hochverdienter 4:1-Heimsieg zu Buche. Beide Mannschaften weisen nun eine ausgeglichene Bilanz auf (je drei Siege und drei Niederlagen), wobei die Frankfurter Eintracht bereits ein Spiel mehr absolviert und mit dem dabei erzielten Unentschieden noch auf Rang 7 und damit in der oberen Tabellenhälfte liegt.

Zwei direkte Duelle von Mannschaften aus dem Tabellenkeller gab es zwischen dem SC Freiburg II und den Ladies des VfL Sindelfingen sowie zwischen dem SV Frauenbiburg und dem Hegauer FV. Und in beiden Begegngungen verpassten es die Heimmannschaften, sich gegen den noch punktlosen Spielgegner aus der Gefahrenzone zu lösen. Stattdessen feierten der Hegauer FV und die Sindelfingerinnen mit Auswärtssiegen den lange herbeigesehnten Befreiungsschlag.

In Dingolfing fielen alle drei Treffer des Spiel innerhalb innerhalb von zehn Minten zwischen der 23. und 33. Spielminute. Anja Hahn brachte die Gäste aus dem Hegau zunächst in Führung, worauf jedoch Anita Wimmer wenig später mit dem Ausgleichstreffer die passende Antwort für den SV Frauenbiburg fand. Doch schon der direkte Gegenzug führte zur neuerlichen Führung für den Hegauer FV, die dann auch bis zum Schlusspfiff Bestand haben sollte. Luisa Radice sorgte mit dem 2:1 für das spielentscheidene Tor und für große Erleichterung auf Seiten des Aufsteigers aus Südbaden, der in der Folgewoche den SC Regensburg zu Gast hat und mit einem Heimsieg gegen den Tabellennachbarn gleich nachlegen möchte. Die Reise des SV Frauenbiburg führt dann zum Schlusslicht nach Sindelfingen, wo die beiden punktgleichen Teams (jeweils 3 Zähler) um den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze kämpfen.

Die Ladies aus Sindelfingen gehen in das dann kommende Duell mit gestärktem Selbstvertrauen, denn beim SC Freiburg II feierten sie einen 3:2-Auswärtssieg und verbuchten damit ihre ersten Zähler der neuen Spielzeit. Jana Spengler hatte die Gäste aus Württemberg im Aufeinandertreffen der beiden Zweitliga-Absteiger schon früh in Führung gebracht. Doch bis zum Pausenpfiff drehten die Gastgeberinnen aus dem Breisgau die Partie und lagen ihrerseits durch Treffer von Leonie Lorenz und Luca Marie Öhler vorne. Doch der VfL Sindelfingen stemmte sich nach dem Seitenwechsel vehement gegen die sechste Niederlage im sechsten Spiel und konnte sich für seine Moral belohnen. Julia Steger und erneut Jana Spengler schlugen innerhalb von drei Minuten (57. und 60. Minute) zu und legten damit den Grundstein für den ersten Saisonsieg ihrer Farben, denn die Elf von VfL-Coach Muhidin Avdusinovic verteidigte nun ihren Vorsprung bis zum Spielende erfolgreich. Mit seinen sechs Zählern verbleibt der SC Freiburg II zwar auf dem letzten Nichtabstiegsplatz, spürt aber zunehmend intensiver den Atem der vier dahinter liegenden Teams.

 

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