Frauen-RL: Last-Minute-Schock für Hegauer FV

Der Spitzenreiter der Frauen-Regionalliga Süd, FC Ingolstadt 04, hat es geschafft: Mit einem Heimsieg über den SC Freiburg II komplettierte die Elf von Trainer Alexander Ziegler eine nahezu perfekte Hinserie ohne eine einzige Niederlage. Dennoch beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger „lediglich“ fünf Zähler, denn auch der SC Sand II eilt weiter von Sieg zu Sieg. Im Tabellenkeller erleidet der Hegauer FV beim FFC Wacker München in letzter Minute einen herben Rückschlag.

Dabei begann das Spiel des Tabellenführers aus Ingolstadt gegen die Gäste aus dem Breisgau denkbar ungünstig für den Ligaprimus, denn durch ein Eigentor gerieten die Gastgeberinnen schon in der 11. Minute in Rückstand. Doch der FCI schlug im Stile einer Spitzenmannschaft umgehend zurück. Keine zwei Zeigerumdrehungen später markierte Anna-Maria Buckel zunächst den Ausgleich, ehe die gleiche Spielerin in der 21. Minute erneut erfolgreich war und zur erstmaligen Führung des Spitzenreiters einnetzte. Dass aber auch die Bundesliga-Reserve des SC Freiburg postwendend antworten kann, belegte im Gegenzug Anna Zimmermann, die mit ihrem Treffer auf den Pausenstand von 2:2 stellte. Nach dem Seitenwechsel gewann dann der FC Ingolstadt 04 zunehmend die Oberhand und belohnte sich schließlich in der 67. Minute mit dem 3:2, für das Ramona Maier verantwortlich zeichnete. Gemeinsam mit ihrer Teamkollegin und Torschützin aus dem ersten Durchgang, Anna-Maria Buckel, führt Maier nun die Torschützenliste der Frauen-Regionalliga Süd an (mit jeweils 11 Treffern). Und auch nach dem 3:2 sollte es wieder nicht lange dauern, bis dass der nächste Torjubel fällig war. In der 73. Minute brachte Ricarda Kießling den Ball im Freiburger Gehäuse unter und sorgte damit zugleich für den 4:2-Endstand. Bei elf Siegen und zwei Unentschieden aus seinen 13 Begegnungen blickt der FC Ingolstadt 04 auf eine beeindruckende Hinserie der Saison 18/19 zurück und möchte daran nun auch an den verbleibenden drei Spieltagen vor der Winterpause anknüpfen.

Während der FC Ingolstadt 04 gegen Freiburg einen einen frühen Rückstand zu beklagen hatte, gewann der erste Verfolger des Tabellenführers, die Zweitvertretung des SC Sand, im Gastspiel beim SC Regensburg durch den frühen Führungstreffer zusätzlichen Rückenwind. Nina Dong hatte die Gäste aus Südbaden schon in der 8. Minuten auf die Siegerstraße gebracht. Dies sollte zugleich auch schon der letzte Treffer bleiben, den die Spielerinnen beider Teams für die eigenen Farben erzielten. Denn die Zuschauer bekamen in der zweiten Spielhälfte zwar noch zwei weitere Tore zu sehen, doch handelte es sich dabei jeweils um Eigentore. Zunächst profitierte der SC Sand vom Unglück der Gastgeberinnen, aus dem in der 63. Spielminute das 0:2 entstand. Damit war eine Vorentscheidung gefallen, denn trotz aller Bemühungen durften die Gastgeberinnen erst in der 88. Minute über den Anschlusstreffer jubeln, der ebenfalls aus einem Eigentor resultierte. Dieser fiel jedoch zu spät, als dass er dem SCR noch die Chance auf einen Punktgewinn gegeben hätte, sodass mit dem Schlusspfiff die neunte Saisonniederlage der Oberpfälzerinnen zu Buche stand.

Auf der Überholspur befindet sich nach dem Heimsieg über den TSV Jahn Calden auch weiterhin der SV Alberweiler. Zwar weist das Team von Trainerin Chantal Bachteler derzeit noch sechs Zähler Rückstand auf den SC Sand II auf, doch bei zwei Nachholbegegnungen in der Hinterhand hat es der SVA in der eigenen Hand, sich als direkter Verfolger des FC Ingolstadt 04 zu etablieren. Gegen Calden erwischten die Württembergerinnen einen Blitzstart: Keine Minute war auf der Uhr vergangen, schon hatte Victoria Stvoric ihren siebten Saisontreffer und damit die Führung des SV Alberweiler erzielt. Dies sollte auch der einzige Treffer im ersten Durchgang bleiben, denn für die nächsten 60 Minuten ließen die Abwehrreihen beider Mannschaften keinen

SV Alberweiler – TSV Jahn Calden (Foto: Peter Herle)

gegnerischen Treffer mehr zu. Dafür überschlugen sich dann nach einer Stunde die Ereignisse. Erst markierte die gerade eingewechselte Annika Enderle mit dem 2:0 die vermeintliche Vorentscheidung, doch Johanna Hildebrandt antwortete für die Gäste aus Nordhessen prompt mit dem Anschlusstreffer. So blieb es spannend bis in die Schlussphase hinein, in der es dann in der 83. Spielminute erneut Enderle vorbehalten war, mit dem 3:1 doch noch für die Entscheidung zu Gunsten der Gastgeberinnen zu sorgen. Der SV Alberweiler fuhr damit bereits seinen sechsten Sieg in Serie ein, wohingegen der TSV Jahn Calden lediglich eine seiner letzten acht Begegnungen siegreich gestalten konnte und mit 17 Zählern auf der Habenseite noch von seinem erfolgreichen Saisonstart zehrt.

Unverändert ist es der TSV Crailsheim, der nach dem FC Ingolstadt 04 die bislang wenigsten Niederlagen aller Teams einstecken musste. Erst ein einziges Mal ging die Elf des Trainer-Trios Grund/Klärle/Schmitt ohne Zähler vom Feld. Jedoch müssen die „Horaffen“ trotz dieser tollen Bilanz feststellen, dass man mit Unentschieden eben auch nicht ganz oben anklopfen kann. Im Heimspiel gegen den SV Frauenbiburg ging der TSV zwar zu einem psychologisch vermeintlich günstigen Zeitpunkt, unmittelbar vor dem Pausenpfiff durch Sarah Herrmann in Führung, doch die Gäste aus Niederbayern boten den Gastgeberinnen weiter die Stirn. So war das 1:1 durch Vanessa Meingassner, die den Ball im vierten Nachschuss in der 52. Minute im Tor unterbrachte, nicht unverdient. Beim 1:1 sollte es in einer umkämpften Partie auch bis zum Schlusspfiff bleiben, wodurch der TSV Crailsheim den SV Alberweiler in der Tabelle passieren lassen musste. Der SV Frauenbiburg verbleibt trotz des Auswärtszählers auf dem vorletzten Rang und blickt auf eine desaströse Hinserie mit lediglich einem einzigen Sieg zurück.

Mit einem Kantersieg über das Schlusslicht aus Sindelfingen machte die Frankfurter Eintracht in der Tabelle einen Platz gut und überflügelte den spielfreien 1. FC Nürnberg, der seine Begegnung gegen den FC Forstern bereits Anfang Oktober ausgetragen hatte. Von Beginn an machten die Frankfurterinnen deutlich, dass es für den VfL Sindelfingen Ladies e.V. an diesem Tag nichts zu holen geben sollte. Annika Leber, Vanessa Klich (2x) und Stefanie Klug per Strafstoß hatten bereits zur Halbzeit einen 4:0-Vorsprung herausgeschossen. Nach dem Pausentee schraubten erneut Leber, Lise Munk und Nina Neumann das Ergebnis in die Höhe, ehe es der Vorjahresmeister in der Schlussphase dann doch noch etwas ruhiger angehen ließ. Zum Ärger von Eintracht-Torhüterin Lina Hofmann gelang dem Schlusslicht sogar der Ehrentreffer zum 7:1-Endstand, der jedoch auf Seiten der Gäste für wenig Freude sorgte. Bei vier Zählern auf dem Konto beträgt der Rückstand des letztjährigen Zweitligisten auf das rettende Ufer bereits elf Punkte, ein Durchrutschen bis in die Oberliga wird ein immer wahrscheinlicheres Szenario rund um das Sindelfinger Floschenstadion.

Den letzten Nichtabstiegsplatz nimmt unverändert der FFC Wacker München ein. Und am letzten Spieltag der Hinserie konnte die Mannschaft aus der bayerischen Landeshauptstadt ihren Vorsprung auf die Abstiegszone weiter ausbauen, hatte dabei im Duell gegen den Hegauer FV aber auch das Glück auf ihrer Seite. Denn bis weit in die Schlussphase hinein sah es so aus, als sollte das Aufeinandertreffer der beiden Teams mit einem torlosen Remis enden. Doch dann schlug die Stunde von Lisa Flötzner, die in der 89. Minute doch noch für den FFC Wacker München zur Stelle war und sich mit dem goldenen Treffer zum 1:0-Endstand zur Matchwinnerin aufschwang. Während der Hegauer FV die Chance verpasste, durch einen Sieg nach Punkten mit dem FFC Wacker gleichzuziehen, feierte der FFC Wacker München einen versöhnlichen Abschluss der Hinserie und weist nun fünf Zähler Vorsprung auf die Abstiegszone auf und kann diesen in der kommenden Woche im Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Sindelfingen weiter ausbauen.

 

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