Frauen-RL: Nürnberg weiter unaufhaltsam

Mit einem Erfolg über den bis dahin noch ungeschlagenen VfB Obertürkheim baut der 1. FC Nürnberg seine Siegesserie in der Frauen-Regionalliga Süd weiter aus. Der TSV Jahn Calden verteidigt die Tabellenspitze in der Qualigruppe 1 mit einem knappen Sieg über die Kickers Offenbach, der Karlsruher SC bleibt den Nordhessen aber auf den Fersen.

Nachdem der TSV Jahn Calden in der Vorwoche das Spitzenspiel beim Karlsruher SC für sich hatte entscheiden können, ging er nun erstmals als Tabellenführer ins Rennen. Im hessischen Aufeinandertreffen gegen den Aufsteiger Kickers Offenbach hatte der TSV Jahn aber ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, um den Platz an der Sonne behaupten zu können. Letztendlich fiel in der hart umkämpften Partie lediglich ein Treffer, der somit zugleich auch siegbringend war. Einmal mehr wurde Johanna Hildebrandt zur Caldener Matchwinnerin, als sie nach einer Viertelstunde den Treffer des Tages erzielte. Damit belohnte sie ihre Mannschaft für eine starke Anfangsphase, denn zu Beginn des Spiels dominierten die Gastgeberinnen die Partie. Die Überlegenheit des Spitzenreiters hielt auch nach dem Führungstreffer noch an, bis zur Pause wäre ein höherer Vorsprung nicht unverdient gewesen. Nach dem Seitenwechsel kamen jedoch die Gäste auf Offenbach stärker auf und gestalteten das Spiel ausgeglichen. Jedoch blieben einige Torchancen zum Ausgleich ungenutzt, sodass die Kickers-Frauen die Heimreise ohne einen Zählöer im Gepäck antreten mussten. Nach seinem fünften Sieg im sechsten Saisonspiel (bei einem Remis) nimmt der TSV Jahn Calden immer deutlicher Kurs auf die Meisterrunde, wohingegen die Offenbacher durch ihre dritte Saisonniederlage gleich zwei Ränge in der Tabelle einbüßten und sich nun in der unteren Tabellenhälfte befinden.

Beim Karlsruher SC wirkte sich die in der Vorwoche gegen Calden erlittene, erste Saisonpleite scheinbar als Motivationsspritze aus, denn im nächsten Spitzenspiel beim Tabellennachbarn SC Sand II machte der Aufsteiger aus Nordbaden gleich ordentlich Dampf. So war die Begegnung quasi mit Ablauf der ersten 45 Minuten bereits entschieden, der KSC lag zu diesem Zeitpunkt schon mit 4:0 in Führung. Lisa-Marei Halm (13.‘), Anna Rogee (21.‘), Nele Schomaker (30.‘) und Pia Züfle (37.‘) ließen mit ihren Treffern keinen Zweifel daran aufkommen, dass der KSC Wiedergutmachung betreiben wollte. Mit dem sicheren Vorsprung im Rücken gingen es die Gäste aus der Fächerstadt im zweiten Durchgang offensiv ruhiger an, ohne dass sie dabei die Konzentration in der Defensive verloren. So sollten in den zweiten 45 Minuten keine weiteren Treffer fallen. Mit nunmehr 15 Zählern auf der Habenseite bleibt der letztjährige Oberligist aus Karlsruhe dem Tabellenführer aus Calden weiter dicht im Nacken und scheint bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der neuen Saison auf gutem Weg, auch in der Regionalliga ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden zu können. Die Heimelf aus Sand musste zwar ihre zweite Saisonniederlage hinnehmen, bleibt aber mit ihren 12 Punkten aus nunmehr sechs Begegnungen als Tabellendritter weiter in Schlagdistanz zur Tabellenspitze.

Noch deutlicher als in Sand gestaltete sich das Halbzeitergebnis in Neu-Isenburg, wo die gastgebende TSG im Lokalderby die dritte Mannschaft der Frankfurter Eintracht zu Gast hatte. Doch das Schlusslicht aus Neu-Isenburg hoffte vergeblich auf die eigenen Gesetze eines Derbies, denn von Beginn an hatte die Heimelf gegen die Eintracht wenig zu bestellen. In einer furiosen Anfangsphase raubten die Gäste aus der Mainmetropole den Gastgeberinnen jegliche Hoffnung auf einen Punktgewinn. Lisa Mundt, Vanessa Klich und Kaho Fushiki hatten bereits nach elf Minuten einen 3:0-Vorsprung ihrer Eintracht herausgeschossen. Erneut Lisa Mundt und Leonie Springer legten in der Schlussphase des ersten Durchgangs nach und schraubten das Zwischenergebnis auf 0:5. Wesentlich ärmer an Ereignissen ging es in der zweiten Spielhälfte her, lange sah es so aus, als sollte kein weiterer Treffer fallen. Doch in der 83. Minute war wieder Kaho Fushiki für ihre Frankfurterinnen zur Stelle und besiegelte mit ihrem zweiten Treffer des Tages den 0:6-Endstand. Während die Eintracht durch den Kantersieg den Anschluss an die obere Tabellenhälfte wahrte, herrscht in Neu-Isenburg beim Blick auf die Tabelle Tristesse. Noch ohne Punktgewinn, aber mit bereits 28 Gegentreffern ziert die TSG das Tabellenende der Qualigruppe 1 und muss sich auf einen harten Kampf gegen den Abstieg in die Hessenliga einstellen.

Im Kampf um den Klassenerhalt befindet sich überraschend auch der Vorjahresmeister SC Freiburg II, der in seinem Heimspiel gegen den FSV Hessen Wetzlar auf einen Wendepunkt in Form des zweiten Saisonsiegs gehofft hatte. Doch diese Hoffnung erhielt bereits nach einer knappen Viertelstunde den ersten Dämpfer, als Jaqueline Klippert zur Wetzlarer Führung einnetzen konnte. Auch danach ließen die Gäste den Titelverteidiger nicht wirklich ins Spiel kommen und belohnten sich für ihre Überlegenheit noch vor dem Seitenwechsel mit dem zweiten Treffer, für den Alina Ortega Jurado mit einem sehenswerten Weitschuss verantwortlich zeichnete. Auch in Durchgang fanden die Gastgeberinnen kein Durchkommen gegen einen sicheren Wetzlarer Defensivverbund. So verwalteten die Gäste ihren Vorsprung souverän und steuerten ihrem zweiten Saisonsieg entgegen, den schließlich Ann-Kathrin Kundermann in der Schlussminute mit dem Treffer zum 0:3 endgültig perfekt machte. Mit einer nun ausgeglichenen Bilanz (je zwei Siege, Niederlagen und Remis) schaffte der FSV Hessen Wetzlar den Sprung in die obere Tabellenhälfte und hat nach dem spielfreien Wochenende im Heimspiel gegen die TSG Neu-Isenburg eine Pflichtaufgabe vor der Brust.

Auch in der Qualigruppe 2 gibt es mit dem 1. FC Nürnberg und dem SV 67 Weinberg noch zwei Teams ohne Niederlage. Während aber der 1. FC Nürnberg souverän an der Tabellenspitze steht, gestaltet sich der Kampf um den Sprung in die Meisterrunde enorm spannend, denn den Tabellenzweiten trennen gerade einmal zwei Zähler vom Tabellensechsten.

Vor dem sechsten Spieltag waren es noch drei ungeschlagene Teams gewesen, denn auch der VfB Obertürkheim hatte in all seinen Begegnungen bislang stets mindestens einen Zähler einfahren können. Doch im Spitzenspiel beim 1. FC Nürnberg erwischte es den VfB nun mit seiner ersten Saisonniederlage. Diese bahnte sich schon früh im Spiel an, denn nach gerade einmal fünf vollen Zeigerumdrehungen brachte Sophie Fournier die Clubfrauen in Führung, was den 1. FCN weiter beflügelte, auch wenn die Torschützin unmittelbar nach ihrem Treffer verletzt ausgewechselt werden musste. In einem umkämpften Spiel zeigten beide Teams anschließend, dass sie über starke Abwehrreihen verfügen. So sollte zunächst für längere Zeit kein weiterer Treffer fallen. Erst in der 65. Minute gab es wieder Grund zu Jubeln, erneut auf Seiten der Gastgeberinnen. Nadja Burkard hatte auf 2:0 erhöht und ihre Farben damit endgültig auf die Siegerstraße gebracht. Die endgültige Entscheidung verpasste die unmittelbar zuvor eingewechselte Leonie Vogel, die in der 75. Minute am Aluminium des gegnerischen Gehäuses scheiterte. Doch auch so ließ der Club in der Schlussphase nichts mehr anbrennen und wahrte mit seinem vierten Sieg im vierten Saisonspiel die makellose Bilanz. Trotz seiner ersten Saisonniederlage belegt der VfB Obertürkheim unverändert Rang 3, der nach Abschluss der Qualifikationsphase den Sprung in die meisterrunde mit sich bringt. Nach dem anstehenden, spielfreien Wochenende empfangen die Stuttgarterinnen dasd Tabellenschlusslicht aus Crailsheim und könnten mit einem Heimsieg ihre Ausgangslage weiter verbessern.

Dafür, dass es in der Tabelle der Qualigruppe 2 äußerst eng zugeht, sorgte der FC Forstern, der als Tabellenvorletzter den SV Alberweiler zu Gast hatte. Die Oberbayern gingen gegen die Gäste aus Württemberg, die in den vergangenen Jahren stets an der Tabellenspitze der Frauen-Regionalliga Süd mitmischten, von Beginn an konzentriert zu Werke. So entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe, in der beide Teams darauf bedacht waren, hinten kein Risiko einzugehen. Demzufolge schaute es lange so aus, als würden sich die Mannschaften mit einem torlosen Unentschieden voneinander trennen, ehe in der 73. Minute doch noch der Dosenöffner folgte. Martina Mittermaier hatte den vielumjubelten Führungstreffer für die Heimelf aus Forstern erzielt und zugleich den Knoten bei der Elf von FCF-Coach Thilo Herberholz gelöst. Damit war der SV Alberweiler gezwungen, in der Schlussphase alles in eine Waagschale zu werfen, um doch noch den Ausgleich zu erzielen. Doch fehlte den Gästen an diesem Tag das nötige Quäntchen Glück, denn die Heimkeeperin Christina Kneißl konnte nicht bezwungen werden. Stattdessen nutzte der FC Forstern den sich bietenden Raum für Konter und markierte in Person von Franziska Stimmer in der vorletzten Spielminute das entscheidende 2:0. Trotz ihres zweiten Saisonsieges verbleiben die Gastgeberinnen auf Tabellenrang 6, stellten jedoch den Anschluss an die obere Tabellehälfte wieder her und könnten im bevorstehenden Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten SV 67 Weinberg den Gegner mit einem dreifachen Punktgewinn sogar überflügeln.

Aufatmen kann auch der FFC Wacker München. Nach seinem Auftakterfolg beim FC Forstern hatte der Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt zuletzt lediglich einen Zähler aus vier Begegnungen eingefahren und stand vor seinem Auswärtsspiel beim noch punktlosen Schlusslicht in Crailsheim unter Druck. Und die Partie zwischen dem gastgebenden TSV und dem FFC Wacker sollte zu einem echten Nervenspiel werden. Cagla Korkmaz hatten mit dem einzigen Treffer des ersten Durchgangs die Münchenerinnen in Führung gebracht, doch nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeberinnen einen Start nach Maß und glichen durch Maren Geschwill aus. Davon unbeeindruckt suchten die Gäste aber weiter die Offensive und gingen lediglich fünf Minuten nach dem Ausgleichstreffer erneut in Führung, als Kira Winter zum 2:1 für die Mannschaft von Wacker-Coach Dragan Terzic einnetzte. Und mit einem weiteren Münchener Tor zum 1:3, welches Veronika Capoccia in der 74. Minute erzielte, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Doch die Crailsheimerinnen steckten nicht auf und kämpften auch in der Schlussphase verbissen um ihren ersten Saisonzähler. Hoffnung darauf keimte auf, als erneut Maren Geschwill in der 86. Minute den Anschlusstreffer zum 2:3 markierte, doch trotz aller Bemühungen des TSV sollte dies der letzte Treffer des Tages bleiben. Während der Crailsheimer Frust über die nächste Niederlage enorm war, traten die Gäste ihre Heimreise mit drei Punkten im Gepäck an und befinden sich mit sieben Zählern auf der Habenseite weiter im Rennen um die Qualifikation für die Meisterrunde.

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