Frauen-RL: Remis zwischen Ingolstadt und Crailsheim

Am 16. und zugleich letzten Spieltag des Jahres 2018 in der Frauen-Regionalliga Süd büßte der Spitzenreiter FC Ingolstadt 04 durch ein Unentschieden gegen den TSV Crailsheim zwei Zähler seines Vorsprungs auf den SC Sand II ein, überwintert aber dennoch souverän an der Tabellenspitze. Der SV Alberweiler fertigt den SC Regensburg ab, die Ladies des VfL Sindelfingen punkten in Forstern und reichen dadurch die rote Laterne nach Frauenbiburg weiter.

Zum Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften mit den wenigsten Niederlagen kam es in Ingolstadt, wo der noch ungeschlagene FCI den TSV Crailsheim zu Gast hatte, welcher in der laufenden Spielzeit das Feld lediglich zweimal als Verlierer hatte verlassen müssen. Und zunächst sah alles danach aus, als würde der Ligaprimus seinen 14. Saisonsieg einfahren. Von Beginn an setzte die Elf von Ingolstadt-Coach Alexander Ziegler die Gästeabwehr unter Druck und belohnte sich dann auch mit dem Führungstreffer durch Anna-Maria Buckel in der 14. Spielminute. Doch nach und nach befreiten sich die Gäste aus der Umklammerung und hielten die Gastgeberinnen aus dem eigenen Strafraum fern. Auch nach dem Seitenwechsel hatten zunächst wieder die Gastgeberinnen die große Chance auf den nächsten Treffer und gestalteten das Spiel überlegen. Doch wie bereits in Durchgang Eins löste sich Crailsheim vom Druck und fand zunehmend besser ins Spiel. Dies hatte in der 79. Spielminute schließlich auch den Ausgleich zur Folge, für den die kurz zuvor eingewechselte Helena Spajic verantwortlich zeichnete. In der Schlussphase waren zwar beide Teams um den Siegtreffer bemüht, doch letztendlich blieb es bei der Punkteteilung. Der FC Ingolstadt 04 befindet sich nach einer beeindruckenden Serie von 16 Spielen ohne Niederlage damit in der Winterpause, wohingegen der TSV Crailsheim noch ein Nachholspiel gegen den SV Alberweiler zu bestreiten hat und und mit einem Sieg auf Rang 4 überwintern könnte.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge heißt man beim SC Sand II die Winterpause willkommen. Zwar tut der Elf des Trainer-Duos Fabienne Breisacher / Georg Forscht die Pause nach einer kräftezehrenden Hinrunde sicher gut, andererseits bringt die Pause zwangsläufig auch eine zumindest zeitliche Unterbrechung der rekordverdächtigen Siegesserie der Bundesliga-Reserve aus Südbaden mit sich. Diese konnten das Team aus der Ortenau im südbadischen Duell beim Hegauer FV durch einen 2:0-Sieg ausbauen und seinen Rückstand auf den FC Ingolstadt 04 damit auf drei Zähler reduzieren. Ein Doppelschlag nach einer Stunde bescherte dem SC Sand seinen 13. Saisonsieg, den Madeleine Kurek und Katja Milbradt mit ihren Treffern innerhalb von zwei Minuten herbeiführten. Auf der anderen Seite herrscht beim Hegauer FV sicher große Erleichterung über die Winterpause. Lediglich neun Zähler ergatterte der Aufsteiger aus seinen 16 Saisonspielen und kann die spielfreien Wochen nutzen, um die seelischen Wunden zu pflegen und neue Kräfte zu schöpfen, um seinen 6-Punkte-Rückstand aufs rettende Ufer in den verbleibenden zehn Spielen noch zu schließen.

Durch das Nachholspiel in Crailsheim muss auch der SV Alberweiler noch eine weitere Woche auf die Winterpause warten. Doch in Vorbereitung auf die in Crailsheim vielleicht anstehenden winterlichen Temperaturen hat sich der SVA gegen den SC Regensburg bereits warmgeschossen. Sechs verschiedene Torschützinnen sorgten für ein 7:0-Schützenfest der Gastgeberinnen, die dem Gegner in allen Belangen überlegen waren. Dennoch dauerte es eine Weile, ehe der Torknoten beim SV Alberweiler geplatzt war. Der erste Treffer sollte erst in Minute 33 fallen, zur Halbzeitpause war das Spiel beim Zwischenstand von 2:0 noch halbwegs offen. Erst nach dem Seitenwechsel schraubten die Württembergerinnen das Ergebnis in die Höhe und übertrafen dabei sogar noch das Ergebnis aus dem Hinspiel, das der SVA bereits mit 5:0 für sich hatte entscheiden können. Tamara Würstle (2x), Nina Seitz, Ecem Cumert, Lena Rädler, Alberina Syla sowie Annika Enderle durften sich als Torschützinnen feiern lassen. Während der SV Alberweiler mit einem Sieg in Crailsheim noch den Anschluss an den SC Sand II schaffen möchte, blickt man in Regensburg auf einen desaströsen Saisonverlauf mit zehn Zählern und einer Tordifferenz von -34 zurück. Dennoch ist der Klassenerhalt bei fünf Zählern Rückstand auf den FFC Wacker München noch in Reichweite, was für ordentlich Motivation in der Oberpfalz sorgen dürfte.

Bis auf Rang 4 hat sich mittlerweile der Vorjahresmeister Eintracht Frankfurt vorgearbeitet, der am 16. Spieltag in einem Torfestival die Oberhand über den SV Frauenbiburg behielt. Dabei wies das Spiel sehr unterschiedliche Phasen auf, denn die Gäste aus Niederbayern lagen durch Tore von Anita Wimmer und Yvonne Dengscherz bis kurz vor Ende des ersten Durchgangs mit 2:0 vorne. Doch die hessischen Gastgeberinnen nutzten die letzten drei Minuten vor dem Seitenwechsel, um mit einem Doppelschlag doch noch auf 2:2 zu stellen. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte war es aber wieder der SVF, der erneut in Führung gehen konnte, Andrea Kurz nährte in der 48. Spielminute mit ihrem Tor die Frauenbiburger Hoffnung auf den zweiten Saisonsieg. Doch direkt anschließend folgte der nächste Frankfurter Doppelschlag, gerade einmal vier Minuten nach Kurz‘ Treffer stand es schon 4:3 für die Eintracht. Und diese Führung gab die Mannschaft aus der Mainmetropole nicht mehr aus der Hand, baute sie stattdessen sogar noch aus. Am Ende stand ein 6:3-Heimsieg zu Buche, zu dem insbesondere Lise Munk mit vier Treffern beigetragen hatte. Kaho Fushiki und Annika Leber hatten die weiteren Eintracht-Treffer erzielt. Nach einem durchwachsenen Start in die Saison feierte die Eintracht mit ihrem 9. Saisonsieg einen versöhnlichen Jahresabschluss, wohingegen der SV Frauenbiburg durch seine elfte Niederlage im 16. Saisonspiel auf den letzten Drücker sogar noch ans Tabellenende abrutschte.

Dass der SV Frauenbiburg nun Träger der roten Laterne ist, liegt am Punktgewinn des VfL Sindelfingen Ladies beim FC Forstern. Dieser wurde in der 35. Minute begünstigt durch ein Foulspiel der Forstener Torhüterin, welches nicht nur einen Platzverweis, sondern auch den Rückstand aus Sicht der oberbayerischen Gastgeberinnen zur Folge hatte. Jana Spengler behielt beim Strafstoß die Nerven und sorgte für die Gästeführung. Dass dies aber dann letztendlich nicht für den dritten Sindelfinger Saisonsieg reichte, lag am Forstener Ausgleich, für den Johanna Stadler in der 52. Spielminute in Unterzahl verantwortlich zeichnete und ihrem Team im letzten Einsatz vor der Winterpause damit zumindest einen Zähler sicherte. So imposant der Start des Aufsteigers in die Saison ausfiel, so hart ist man beim FC Forstern zwischenzeitlich auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Lediglich ein Sieg sprang aus den letzten acht Begegnungen (bei zwei Remis) heraus, wodurch sich der FCF nun im Niemandsland der Tabelle befindet. Davon kann man hingegen in Sindelfingen nur träumen. Zwar verließ man durch den Punktgewinn in Forstern das Tabellenende, dennoch stellen sieben Zähler Rückstand aufs rettende Ufer einen schweren Ballast für die noch verbleibenden zehn Begegnungen dar.

Indes gelang es dem TSV Jahn Calden in seinem Gastspiel beim 1. FC Nürnberg, eine Durststrecke von vier Spielen ohne Punktgewinn zu beenden und seinen Vorsprung auf die Abstiegszone auf zehn Zähler auszubauen. Arlene Ruehmer und Johanna Schäfer schlugen nach einer Viertelstunde gleich doppelt für die Gäste aus Nordhessen zu und brachten ihren Jahn damit auf die Siegerstraße. Zwar gelang Anna Wachal wenig später der Anschlusstreffer für die Clubfrauen, doch nach dem Seitenwechsel (52. Minute) legte Johanna Hildebrandt für Calden nach. In der 71. Minute konnte Nina Raasch dann erneut für die Gastgeberinnen verkürzen und weckte die Hoffnungen auf eine spannende Schlussphase, doch diese erlitten schon sechs Zeigerumdrehungen später durch den vierten Caldener Treffer, den Sharon Braun markierte, den nächsten Dämpfer. Nun dauerte es bis in die Nachspielzeit, ehe der Endstand perfekt war. Nadine Nischler erzielte das 3:4, jedoch fiel dieser Treffer zu spät, als dass er noch etwas am Auswärtssieg des TSV Jahn Calden geändert hätte. Zur Winterpause befindet sich der 1. FC Nürnberg mit 27 Zählern damit jenseits von Gut und Böse. Der TSV Jahn Calden profitiert weiterhin von seiner erfolgreichen Phase zum Saisonauftakt, muss in der Rückrunde jedoch zumindest mit einem Auge noch die abstiegsbedrohten Mannschaften im Auge behalten, um nicht selbst noch Gefahr zu laufen, weiter nach unten durchgereicht zu werden.

Auch im Duell zwischen dem FFC Wacker München und dem SC Freiburg II ging es für beide Kontrahenten darum, ihren Vorsprung auf die Abstiegszone auszubauen. Und da den Gastgeberinnen aus der bayerischen Landeshauptstadt offensiv an diesem Tag nichts gelingen wollte, waren es letztendlich die Gäste aus dem Breisgau, die mit einem deutlichen 3:0-Erfolg im Gepäck die Heimreise antreten durften und damit ihr Polster auf Rang 11 auf satte elf Zähler ausbauen konnten. Rachel Rinast, Felicitas Gutmann und Alina Bantle sorgten mit ihren Toren für Freiburger Feierlaune unmittelbar vor der Winterpause. Beim FFC Wacker ist man hingegen froh, dass auch keine der vier Mannschaften vom Tabellenende einen Sieg einfahren konnte, andernfalls wären die Münchener Sorgenfalten über die Winterpause sicher noch größer.

 

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