Frauen-RL: SC Freiburg II setzt nächstes Ausrufezeichen

Der Spitzenreiter der Frauen-Regionalliga Süd hat das nächste dicke Ausrufezeichen gesetzt: Gegen den TSV Jahn Calden machte es der SC Freiburg II letztendlich sogar zweistellig und marschiert scheinbar unaufhaltsam vorneweg. Jedoch hält der SC Würzburg nach einem knappen Sieg im Spitzenspiel bei Eintracht Frankfurt Anschluss. Auch der 1. FC Nürnberg unterstreicht im Spiel gegen den Hegauer FV seine Ansprüche.

Die Partie in Freiburg war gerade einmal gute 20 Minuten alt, da gab es schon keinerlei Zweifel mehr daran, wer das Feld als Sieger verlassen würde. Bis zur 21. Minute hatte der Tabellenführer bereits eine 5:0-Führung herausgeschossen, die bis zum Pausenpfiff sogar auf 7:1 ausgebaut werden konnte. Und so ging es nach dem Seitenwechsel dann auch direkt weiter, denn der achte Treffer der Heimelf fiel unmittelbar nach Beginn des zweiten Durchgangs. Kurioserweise hatten nun mit Jessica Reinhardt, Jenny Beyer, Alina Bantle, Meret Wittje, Victoria Ezebinyou, Vanessa Ziegler, Selina Fockers und Leonie Lorenz acht verschiedene Spielerinnen die Tore für den SC Freiburg II erzielt. Fockers und Lorenz legten schließlich im weiteren Spielverlauf jeweils noch einen zweiten Treffer nach. Der TSV Jahn Calden hatte dem nicht viel entgegen zu setzen und musste am Ende eine herbe 2:10-Klatsche verkraften. So waren die Gästetreffer durch Johanna Hildebrandt und Sharon Braun für die Gastgeberinnen leicht zu verschmerzen. Nach sechs Spielen weist der SC Freiburg II nun satte 18 Punkte und 30 geschossene Tore auf und reist am kommenden Spieltag mit breiter Brust zur absoluten Top-Begegnung nach Würzburg.

Dem Spitzenspiel schaut man jedoch auch beim SC Würzburg voller Zuversicht entgegen, denn der Aufsteiger ging in seinen bislang fünf absolvierten Spielen auch jeweils als Sieger vom Platz. Dabei hatte die Elf von SC-Trainerin Anna Fries am sechsten Spieltag bei Eintracht Frankfurt eine hohe Hürde zu überwinden, doch auch diese wurde erfolgreich überwunden. In einer spannenden Partie feierten die Unterfranken einen 4:3-Auswärtssieg und bleiben dem Spitzenreiter auf den Fersen. Dabei hatte es im ersten Durchgang noch nicht nach vielen Toren ausgeschaut, der erste Treffer fiel unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Vanessa Klich konnte ihre Eintracht in Führung bringen. Die Elf aus Würzburg drehte dann aber in der zweiten Spielhälfte auf. Medina Desic mit einem Doppelpack, Nicole Kreußer und Meike Bohn schossen zwischen der 60. und 80. Spielminute eine scheinbar beruhigende 4:1-Führung für die Gäste heraus, wodurch die Zuschauer/innen davon ausgehen mussten, dass die Begegnung entschieden war. Doch in der Schlussphase stemmte sich die Eintracht nochmals gegen die drohende Niederlage. Ein Würzburger Eigentor sowie ein Treffer von Kim Ohlheiser brachten wieder Spannung herbei, doch letztendlich fielen die Tore zu spät, als dass sie dem Spiel nochmals eine Wende hätte verleihen können.

Auf das anstehende direkte Duell der beiden in der Tabelle führenden Teams blickt auch der 1. FC Nürnberg mit Spannung. Gegen den Hegauer FV landeten die Club-Frauen ihren vierten Sieg im fünften Spiel und bleiben in Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Lisa Ebert brachte ihren FCN gegen die Gäste aus Südbaden mit zwei Treffern innerhalb von drei Minuten auf die Siegerstraße. Da an diesem Tag die Abwehr der Gastgeberinnen stabil stand, sollte der Heimsieg auch im weiteren Spielverlauf nicht mehr in Gefahr geraten. Zwar mühten sich die Spielerinnen aus dem Hegau redlich, doch in der Schlussphase mussten sie noch einen weiteren Gegentreffer durch Lisa Tietz hinnehmen und die Heimreise mit einer 0:3-Niederlage antreten. Mit lediglich einem Sieg aus fünf Begegnungen hängt der HFV vorerst im Tabellenkeller fest und hofft nun gegen den FSV Hessen Wetzlar auf den Knotenlöser.

Zum erweiterten Feld der Spitzenteams gehört mit zehn Zählern auf der Habenseite auch der Zweitligaabsteiger SV 67 Weinberg. Im Derby beim TSV Crailsheim feierte die Mannschaft von Weinberg-Coach Jürgen Schmidt einen 4:2-Erfolg und lauert als Tabellenfünfter auf Ausrutscher der oberen Teams. In Crailsheim schien zunächst alles auf eine einseitige Partie hinauszulaufen, denn Nina Heisel, Ellen Rieß und Angelika Rössler sorgten für eine 3:0-Pausenführung der Gäste aus Mittelfranken. Doch durch eine Notbremse geriet der SVW kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs in Unterzahl. Den Freistoß, den das begangene Foulspiel zur Folge hatte, verwerteten die Gastgeberinnen in Person von Anna Horwarth zum 1:3, ehe nur wenige Zeigerumdrehungen später Maren Schmitt den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielte und damit wieder für Spannung im Nachbarschaftsduell sorgte. In der Folgezeit blieb das Spiel hektisch, Crailsheim drängte auf den Ausgleich. Doch die Gäste aus Weinberg stabilisierten sich schließlich wieder und münzten einen Konter in den 4:2-Endstand um, Annika Kömm erzielte in der 79. Minute den letzten Treffer des Tages.

Der SV 67 Weinberg war jedoch nicht die einzige Mannschaft, die am sechsten Spieltag in Unterzahl einen Sieg einfahren konnte. Das gleiche gelang dem FC Forstern, der jedoch zuhause gegen das Schlusslicht TSG Neu-Isenburg ein hartes Stück Arbeit zu verrichten hatte, ehe der dritte Saisonsieg unter Dach und Fach war. Nachdem bis zur 54. Spielminute noch kein Treffer gefallen war, brachten sich die Gastgeberinnen durch eine Notbremse und den daraus resultierenden Feldverweis zunächst selbst in Bedrängnis, was bei den Gästen aus Hessen die Hoffnung auf ihre ersten Punkte in der Regionalliga weiter steigen ließ. Doch in der 70. Minute netzte Julia Deißenböck zur Führung des FC Forsten ein und brachte die TSG damit wieder in Zugzwang. Die sich nun bietenden Räume konnten die Gastgeberinnen für sich nutzen und durch Pija Reininger für die Entscheidung sorgen. Während der FC Forstern nun eine positive Bilanz (drei Siege – zwei Niederlagen) aufweist, traten die weiterhin punktlosen Gäste enttäuscht die Heimreise nach Neu-Isenburg an.

Der FSV Hessen Wetzlar konnte sich in seiner Heimpartie gegen den VfB Obertürkheim einmal mehr auf seine stabile Abwehr verlassen. Bereits zum dritten Mal hielt die Defensive des Zweitligaabsteigers die Null und war somit Garant für den 2:0-Heimsieg über den Aufsteiger aus Stuttgart. Zudem hatte der FSV mit Ann-Kathrin Kundermann eine weitere Matchwinnerin in seinen Reihen. Kundermann erzielte beide Treffer und belohnte ihre Farben damit für ein überlegen geführtes Spiel. Dagegen ist der VfB Obertürkheim nach einem verheißungsvollen Auftakt in die Saison nun in die Abstiegszone abgerutscht und hofft vor dem württembergischen Duell gegen den punktgleichen SV Alberweiler darauf, mit einem Heimsieg wieder ins Tabellenmittelfeld springen zu können.

Der SV Alberweiler kommt dagegen in der neuen Spielzeit noch nicht richtig in Tritt. Die Elf von Trainerin Chantal Bachteler gehörte in den vergangenen Jahren stets zu den Spitzenteams der Frauen-Regionalliga, musste aber nun im Heimspiel gegen den SC Sand II bereits ihre dritte Saisonniederlage einstecken und fiel damit auf den ersten Abstiegsrang zurück. Für die Bundesliga-Reserve aus Sand war nach einer halben Stunde Anne Rotzinger zur Stelle und markierte den Führungstreffer. In einem Duell auf Augenhöhe sollte es danach bis zur 68. Minute dauern, ehe der nächste Treffer fallen sollte. Erneut waren es die Gäste aus Südbaden, die jubelb durften, Mona Lohmann hatte auf 0:2 erhöht. Der SV Alberweiler gab jedoch nicht auf und bekam in der 78. Minute einen Strafstoß zugesprochen, den Tamara Würstle nervenstark verwandelte. Zu mehr als dem Anschlusstreffer sollte es für die Gastgeberinnen jedoch nicht mehr reichen, das Ergebnis von 1:2 hatte auch mit dem Schlusspfiff noch Bestand.

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