Frauen-RL: SC Freiburg II überwintert als Spitzenreiter

Mit einem Sieg beim Kellerkind TSG Neu-Isenburg macht der SC Freiburg II in der Frauen-Regionalliga Süd die Wintermeisterschaft fix. Eintracht Frankfurt geht beim SC Sand II leer aus und muss dadurch den direkten Kontakt zum Spitzenreiter abreißen lassen. Der TSV Jahn Calden entscheidet ein Torfestival in Weinberg für sich und vergrößert damit die Sorgen des letztjährigen Zweitligisten.

In Neu-Isenburg zeigte die heimische TSG zu Beginn wenig Respekt vor dem Tabellenführer aus Freiburg. Mit ihrem sechsten Saisontor brachte Damla Bulut den hessischen Aufsteiger bereits nach sieben Minuten in Führung. Doch davon erholte sich der Ligaprimus aus dem Breisgau schnell und hatte die Partie durch Treffer von Michaela Seifritz und Jessica Reinhardt bereits in der 26. Spielminute zu seinen Gunsten gedreht. Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Freiburgerinnen am Drücker, jedoch hielt die TSG die Begegnung lange offen und nährte dadurch die Hoffnungen auf einen überraschenden Punktgewinn. Diese Hoffnungen fanden jedoch in der Schlussphase ein Ende, als der Tabellenführer mit zwei weiteren Treffern den Deckel auf die Partie machte. Zunächst behielt Selin Fockers in der 81. Minute im Eins-gegen-Eins-Duell gegen die Torhüterin der Gastgeberinnen die Nerven und stellte auf 1:3, ehe gleich der nächste Angriff des SC in ein Neu-Isenburger Eigentor mündete, welches den 1:4-Endstand besiegelte. Mit 37 Punkten aus 15 Begegnungen weist der SC Freiburg eine beeindruckende Bilanz auf und darf sich in der Winterpause die Tabelle von ganz oben anschauen. Erleichtert über die nun spielfreie Zeit ist auch die TSG Neu-Isenburg, denn den Saisonverlauf hatte sich der Aufsteiger ganz anders vorgestellt. Lediglich drei Zähler stehen für die TSG aus ihren 14 Begegnungen zu Buche, wodurch man zumindest bis März Träger der roten Laterne bleibt.

Anders sind dagegen die Emotionen beim zweiten Aufsteiger SC Würzburg gelagert. Zwar hatten die Mittelfranken zwischenzeitlich eine kleine Schwächephase mit vier Niederlagen in Serie zu beklagen, doch die restlichen elf Spiele konnte man allesamt siegreich gestalten. So auch am 15. Spieltag beim Hegauer FV, wo sich die Elf von SC-Trainerin Anna Fries zwar lange schwer tat, letztendlich aber durch den goldenen Treffer von Meike Bohn in der 75. Spielminute doch drei weitere Punkte einheimsen konnte. Als erster Verfolger des SC Freiburg II könnte man in Würzburg bei einem ähnlich erfolgreichen Verlauf der verbleibenden elf Begegnungen am Saisonende vielleicht sogar den ganz großen Wurf schaffen. Einen immens großen Wurd bräuchte auch der Hegauer FV, soll es zum Abschluss der Spielzeit 2019/20 nicht den direkten Wiederabstieg in die Oberliga zu betrauern geben. Fünf Punkte weist das Konto der Südbadnerinnen auf, die bei 15 Zählern Rückstand aufs rettende Ufer ein wahres Fußballwunder benötigen, soll das Saisonziel noch erreicht werden.

Die Tabellenplätze tauschten der SC Sand II und Eintracht Frankfurt. Die Bundesliga-Reserve aus Sand erwischte einen perfekten Start in das Verfolgerduell und ging durch Marion Gavat bereits nach zwei Minuten in Führung. Dadurch angestachelt gestalteten die Gäste aus Frankfurt die Partie im ersten Durchgang zwar überlegen, doch die Chancenverwertung gehörte an diesem Tag nicht zu den Stärken der Eintracht. Nach dem Seitenwechsel folgte schnell der nächste Nackenschlag für die Elf aus der Mainmetropole, als Louisa Frank in der 50. Minute auf 2:0 für die Gastgeberinnen erhöhte. Auch danach gaben die Gäste nicht auf und erarbeiteten sich Torchancen. Doch entweder fand die Eintracht-Offensive in der Torhüterin des SC Sand ihre Meisterin, oder das Aluminium verhinderte den Anschlusstreffer. So brachte das 3:0 in der 77. Minute die endgültige Entscheidung und zugleich den Endstand, für den erneut Gavat verantwortlich zeichnete und ihr persönliches Torkonto auf 8 Saisontreffer aufstockte. In Sand freut man sich über ein erfolgreiches letztes Spiel vor der Winterpause, wohingegen die Frankfurter Eintracht am kommenden Wochenende noch ein Nachholspiel gegen den Hegauer FV zu bestreiten hat und somit aus eigener Kraft wieder am SC Sand II vorbei auf Rang 3 ziehen könnte.

Zwar kann auch der 1. FC Nürnberg im Nachholspiel gegen den FSV Hessen Wetzlar noch vor der Winterpause in Sachen Punkte nachlegen, doch blickt man bei den Clubfrauen vermutlich jetzt bereits mit gemischten Gefühlen auf den bisherigen Saisonverlauf zurück. In Forstern siegten die Nürnbergerinnen zwar dank eines Treffers in der Nachspielzeit mit 3:2 und behaupteten dadurch Rang 5, doch bei etwas mehr Konstanz wäre vielleicht eine noch bessere Platzierung für das Team von Trainer Osman Cankaya möglich gewesen. Nastassja Lein erzielte beim FC Forstern in der 21. Minute den Führungstreffer für ihren Club, doch die Gastgeberinnen glichen In Person von Franziska Stimmer, die nervenstark einen Strafstoß verwandelte, nach einer guten halben Stunde aus. Als im zweiten Durchgang Sandra Obermeier sogar das 2:1 für den FCF erzielte, deutete vieles darauf hin, dass die Oberbayern die Abstiegszone verlassen könnten. Doch es sollte anders kommen, denn in der 65. Minute bekamen auch die Gäste aus Nürnberg einen Strafstoß zugesprochen, den Jessica May zum 2:2 in die Maschen jagte. Lange schien es danach bei diesem Spielstand zu bleiben, ehe die Nachspielzeit doch noch einen Sieger hervorbrachte. Sophie Fournier war für den 1. FC Nürnberg zur Stelle und sorgte mit dem Siegtreffer zum 3:2 für ausgelassenen Jubel bei ihren Farben und große Ernüchterung beim FC Forstern. Die Gastgeberinnen verbleiben nach ihrer achten Saisonniederlage trotz eines positiven Torverhältnisses auf dem ersten Abstiegplatz und haben im Nachholspiel beim SV Alberweiler eine weitere schwere Aufgabe vor Augen.

Eben dieser SV Alberweiler zeigte sich im Heimspiel gegen den FSV Hessen Wetzlar gut erholt von der deutlichen Niederlage, die die Elf von Trainerin Chantal Bachteler in der Vorwoche beim 1. FC Nürnberg erlitten hatte. Allerdings profitierte der SVA gegen Wetzlar auch von einem Strafstoß, der den Gastgeberinnen nach einer Viertelstunde die Führung bescherte. Tamara Würstle ließ sich die Chance auf ihr siebtes Saisontor nicht entgehen. Weietere Tore bekamen die Zuschauer/innen dann erst in der zweiten Spielhälfte zu sehen. Und wieder war es ein Strafstoß, den erneut Würstle zum 2:0 im gegnerischen Gehäuse unterbrachte. Als nach einer gespielten Stunde Leonie Schick gar auf 3:0 für den SV Alberweiler erhöhte, war die Messe zu Gunsten der Gastgeberinnen gelesen, zumal die Gäste aus Wetzlar kurz darauf durch eine gelb/rote Karte auch noch in Unterzahl gerieten. So brachte der SV Alberweiler seinen achten Saisonsieg schlussendlich souverän über die Ziellinie und könnte den Rückstand auf die Tabellenspitze mit einem Sieg im Nachholspiel gegen Forstern auf acht Zähler verkürzen. Enttäuschung dagegen beim FSV Hessen Wetzlar, wo man nicht nur die Niederlage und die verpasste Chance, sich weiter Luft auf die Abstiegszone zu verschaffen, sondern auch Verletzungen wichtiger Spielerinnen zu beklagen hatte.

Oftmals ließen die Spielerinnen des SV Alberweiler (hier Annika Enderle) dem Gegner aus Wetzlar das Nachsehen und fuhren so einen letztlich verdienten 3:0-Heimsieg über den letzjährigen Zweitligisten aus Hessen ein (Foto: Peter Herle)

Echte Big Points hatte indes der TSV Jahn Calden im Gepäck auf seiner Heimreise vom Spiel in Weinberg. Ein wahres Torspektakel hatten die Gäste aus Nordhessen für sich entschieden und feierten insbesondere ihre Torjägerin Johanna Hildebrandt, die gleich vier Treffer zum achten Saisonsieg des Jahn beigesteuert hatte. Neben Hildebrandt war auch Jacqueline Baumgärtel mit zwei Treffern für ihre farben erfolgreich gewesen. Dass es trotz der sechs Caldener Treffer am Ende ein Zittersieg für die Gäste wurde, lag an der tollen Moral des SV 67 Weinberg. Zwar lag der letztjährige Zweitligist zur Pause mit 0:2 zurück und musste unmittelbar nach Beginn der zweiten Hälfte den dritten Gegentreffer hinnehmen, doch mit großem Engagement konnte der SVW immer wieder verkürzen. Ellen Rieß, Angelika Rößler sowie Annika Kömm mit zwei Treffern sorgten dafür, dass zunächst zum 2:3, dann zum 3:4 und schließlich zum 4:5 der Anschluss an den Gegner geschafft wurde. Gegen die Offensiv-Power aus Calden war aber an diesem Tag kein Kraut gewachsen, sodass mit dem Schlusspfiff eine 4:6-Heimniederlage für den SV 67 Weinberg zu Buche stand. Bei lediglich zwei Zählern Vorsprung auf die Abstiegszone steht der SVW im anstehenden Nachholspiel gegen den VfB Obertürkheim nun unter Druck und sehnt die Winterpause herbei.

Der VfB Obertürkheim könnte seinerseits mit einem Sieg in Weinberg den Rückstand aufs rettende Ufer auf gerade einmal vier Zähler verkürzen. Die Grundlage dafür legte der Aufsteiger aus Stuttgart mit einem 2:0-Heimsieg im württembergischen Duell gegen den TSV Crailsheim. Hierbei avancierte Sophie Gairing zur Matchwinnerin für den VfB, denn die Stürmerin markierte beide Treffer zum vierten Saisonsieg des Aufsteigers, der bereits das Hinspiel in Crailsheim für sich hatte entscheiden können. Aus Sicht der Gastgeberinnen fielen Gairings Tore zu denkbar günstigen Zeitpunkten. Den Führungstreffer erzielte die kurz vor Ende der ersten Spielhälfte, ehe sie schließlich in der Nachspielzeit der Partie mit dem zweiten Treffer den Heimsieg unter Dach und Fach brachte. Dem gegenüber befindet sich der TSV Crailsheim nun in der Winterpause und blickt auf desaströse Monate zurück. Zwar startete man mit einem Remis beim aktuellen Tabellendritten SC Sand II verheißungsvoll in die neue Spielzeit, doch es folgten anschließend 14 Spiele, aus denen der TSV 13 mal als Verlierer vom Platz gehen musste. Bei nun 16 Punkten Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze befasst man sich gedanklich in Crailsheim wohl bereits mit der Oberliga.

Die Akteurinnen des VfB Obertürkheim stimmen sich auf das Heimspiel gegen den TSV Crailsheim ein. Mit einem 2:0-Sieg konnte der VfB den Rückstand aufs rettende Ufer verkürzen. (Foto: Nadine Gairing)
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