Frauen-RL: SC Regensburg feiert ersten Saisonsieg

Während sich mit dem FC Ingolstadt 04, dem 1. FC Nürnberg und der Überraschungsmannschaft des FC  Forstern die Teams an der Tabellenspitze auch am 5. Spieltag der Frauen-Regionalliga Süd keine Blöße gaben, warten mit dem Hegauer FV und dem Zweitliga-Absteiger VfL Sindelfingen Ladies noch zwei Mannschaften auf ihren ersten Zähler in der neuen Spielzeit. Riesengroß ist die Erleichterung beim SC Regensburg, der den FFC Wacker München bezwingen und damit seine Durststrecke beenden konnte.

Zu einem Vergleich zweier Teams, die bereits in der Vorsaison lange um die Spitzenplätze mitmischten, kam es zwischen dem aktuellen Spitzenreiter FC Ingolstadt 04 und dem SV Alberweiler, der nach seiner Auftaktniederlage in Freiburg zuletzt wieder in die Erfolgsspur gefunden hatte. Und das Spiel hielt, was man sich davon erhofft hatte. Beide Mannschaften suchten ihr Heil von Beginn an in der Offensive, was sich zunächst für die Gastgeberinnen bezahlt machen sollte. Stefanie Reischmann und Anna-Maria Buckel hatten nach nicht einmal einer Viertelstunde schon eine 2:0-Führung für den FCI herausgeschosssen. Doch anschließen fingen sich die Gäste wieder und setzten selbst die ersten Akzente. Lena Bucher stellte kurz vor der Halbzeitpause den Anschluss her, kurz nach dem Seitenwechsel netzte Tamara Würstle per Strafstoß zum Ausgleich ein und stellte die Uhren damit wieder auf Null. Doch letztendlich war es der Spitzenreiter, der an diesem Tag die besseren Nerven hatte. Ricarda Kießling schoss in der 65. Spielminute ihren FC Ingolstadt wieder in Front und legte in der 82. Spielminute zur Vorentscheidung nach. Dennoch gaben sich die Gäste aus Alberweiler nicht auf und mobilisierten nochmals alle Kräfte, um doch noch etwas Zählbares aus Oberbayern mitzunehmen. Doch die entblößte Gästeabwehr nutzte der Spitzenreiter in der Nachspielzeit clever aus und schraubte das Ergebnis durch die beiden eingewechselten Spielerinnen Meliha Dzafic und Sarah Müller zum 6:2-Endstand in die Höhe. Der weiterhin ungeschlagene FC Ingolstadt 04 untermauerte damit eindrucksvoll seine Ambitionen für die neue Spielzeit, wohingegen sich der SV Alberweiler mit einer ausgeglichenen Bilanz (je zwei Siege und zwei Niederlagen bei einer noch offenen Nachholbegegnung) vorerst im Tabellenmittelfeld wiederfindet.

Fünftes Saisonspiel – viertes „zu Null“. Auf die Abwehr des 1. FC Nürnberg mit seiner Torhüterin Lea Paulick ist weiterhin Verlass. Dies bekam nun auch der SV Frauenbiburg zu spüren, der sich an der mittelfränkischen Defensive vergeblich die Zähne ausbiss. Dabei spielte den Gästen aus Nürnberg natürlich auch die frühe Führung in die Karten, für die Franziska Mai in der 18. Spielminute gesorgt hatte. Anschließend erweisen sich die von Coach Osman Cankaya hervorragend eingestellten Gäste als sehr abgeklärt und ließen nur selten Szenen im eigenen Strafraum zu. So brachte der Treffer zum 0:2, für den Jokerin Lisa Tietz in der 75. Spielminute verantwortlich zeichnete, auch schon beinahe die Entscheidung zu Gunsten der Clubfrauen. Zwar mühte sich der SV Frauenbiburg in der Schlussphase nochmals redlich, doch gab es kein Durchkommen gegen die gut organisierte FCN-Abwehr. So feierten die Nürnbergerinnen letztendlich verdient ihren vierten Saisonsieg und setzen sich punktgleich mit dem FC Ingolstadt 04 erstmal in den obersten Regionen der Tabelle fest. Dagegen kehrt in Frauenbiburg Ernüchterung ein. Gerade einmal drei Zähler konnte die Elf von Trainer Georg Sewald aus ihren fünf Begegnungen einfahren und hat nun mit dem FC Forstern die nächste sehr hohe Hürde vor der Brust.

Eben jener FC Forstern ist weiterhin die einzige Mannschaft, die in der Spielzeit 2018/19 eine makellose Bilanz aufweist. Nicht nur mit dem Triumphzug im DFB-Pokal, in dem den Oberbayern im Achtelfinale mit einem Duell gegen den Deutschen Meister VfL Wolfsburg ein absolutes Highlight bevorsteht, sondern auch durch die Siegesserie in der Regionalliga sorgt der Aufsteiger für ungläubiges Augenreiben. Gegen den SC Freiburg II hatte der FCF jedoch ein hartes Stück Arbeit zu verrichten, um seine Weste blütenrein zu wahren. Zwar sorgte Martina Mittermaier mit dem frühen Führungstreffer (14. Spielminute) für weiteres Selbstvertrauen beim Aufsteiger, doch die Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau war nicht angereist, um dem Gegner die Punkte kampflos zu überlassen. Und nachdem Naemi Hausen kurz vor Ablauf des ersten Durchgangs den Ausgleich markiert hatte, war für die zweiten 45 Minuten wieder alles offen. Doch vor 200 Zuschauern sollte es nach dem Wiederanstoß erneut nicht lange dauern, ehe der FC Forstern wieder in Führung lag. Ngoc Nguyen Minh, die erst zur Pause ins Spiel gekommen war, erzielte das 2:1 für die Gastgeberinnen. Dieser Treffer sollte dann auch schon der letzte des Tages bleiben, denn der FC Forstern hielt den folgenden Angriffen des SC Freiburg Stand und rettete die knappe Führung über die Ziellinie. Bei nun vier Siegen aus vier Begegnungen ist der FC Forsten die einzige Mannschaft mit der Optimalausbeute und wird von der Konkurrenz sicher nicht mehr unterschätzt, was die anstehenden Aufgaben sicher nicht leichter werden lässt.

Als vierte Mannschaft ist auch der TSV Jahn Calden weiterhin ungeschlagen und freut sich über einen überausaus erfolgreichen Saisonauftakt. Die Nordhessen stockten mit einem deutlichen 4:0-Heimsieg im Aufsteigerduell gegen den Hegauer FV ihr Punktekonto auf zehn Zähler auf und sorgen damit weiterhin für Furore in der Frauen-Regionalliga Süd. Zu verdanken hatte die Elf von Jahn-Trainer Wolfgang Berndt  ihren  dritten Erfolg im vierten Saisonspiel den beiden Doppeltorschützinnen Sharon Braun und Jil Ludwig. Beide Spielerinnen waren je einmal pro Halbzeit erfolgreich, sodass mit dem Schlusspfiff ein 4:0-Sieg des TSV Jahn Calden zu Buche stand. Da alle vier Treffer schon nach 55 Spielminuten gefallen waren, hatte es zwischenzeitlich sogar so ausgesehen, als würde der Caldener Sieg noch höher ausfallen. Dass es am Ende „nur“ beim 4:0 blieb, dürfte den Gästen aus dem Hegau indes kein Trost sein. Die mit einer Rumpftruppe angereiste Mannschaft von Gästetrainer Gino Radice wartet auch nach vier Begegnungen noch auf den Befreiungsschlag und ziert punktlos das Tebellenende. So stehen die Hegauer vor dem südbadischen Duell mit dem SC Freiburg II am 6. Spieltag schon gehörig unter Druck, soll nicht frühzeitig der Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle verloren gehen. Dagegen reist der TSV Jahn Calden in der kommenden Woche überraschend als Favorit zum ebenfalls punktlosen VfL Sindelfingen Ladies. Waren in der vergangenen Spielzeit die beiden Teams noch durch zwei Spielklassen voneinander getrennt, haben sich die Vorzeichen nun deutlich gedreht.

Der Befreiungsschlag, auf den der Hegauer FV so sehnsüchtig wartet, gelang nun dem SC Regensburg im Spiel gegen den FFC Wacker München. Dabei war den Spielerinnen des SCR nicht anzumerken, dass sie nach vier Niederlagen zum Saisonauftakt schon unter Druck standen. Die Elf

SC Regensburg – FFC Wacker München (Foto: Thomas Schneider)

von Trainerin Birgit Fellner legte los wie die Feuerwehr und lag schon nach 20 Minuten mit zwei Toren in Front. Ina Schlosser und Marina Keilholz hatten mit ihren Treffern dafür gesorgt, dass die Regensbuger Brust zunehmend breiter wurde. Dies führte dazu, dass der SCR den gegner auch im weiteren Spielverlauf in Schach hielt. Zwar fielen vor dem Seitenwechsel keine weiteren Treffer, doch schon in der 65. Spielminute sorgte Toni Tewes mit ihren zweiten Saisontreffer für die endgültige Entscheidung, da den Gästen aus der bayerischen Landeshauptstadt an diesem Tag die Durchschlagskraft fehlte. So war es nicht verwunderlich, dass der Wacker-Tross die Heimreise ohne Zähler im Gepäck antreten musste. In Regensburg war dafür die Erleichterung angesichts des ersten Saisonsieges geradezu greifbar, was die Hoffnungen in der Oberpfalz auf eine Überraschung im anstehenden Auswärtssspiel beim 1. FC Nürnberg sicher größer werden lässt.

Während der SC Regensburg seinen ersten Saisonsieg einfahren konnte, gab es auch für den TSV Crailsheim eine Premiere. Dies jedoch im negativen Sinne, denn gegen Eintracht Frankfurt musste der frühere Zweitligist das Feld erstmals in dieser Spielzeit als Verlierer verlassen. Zum Verhängnis wurde dem TSV eine ungeordnete Phase kurz vor Ende des ersten Durchgangs. Innerhalb von sechs Minuten (36., 38. und 42. Spielminute) schenkte die Eintracht den Gastgeberinnen gleich drei Treffer ein und schien damit frühzeitig auf der Siegerstraße. Kaho Fushiki, Annika Leber und Nina Neumann waren für die Gäste aus Hessen erfolgreich. Doch anschließend bewiesen die Gastgeberinnen, dass ihr Nervenkostüm in dieser Spielzeit deutlich stabiler zu sein scheint als in der Vorsaison, in der erst auf der Zielgeraden der Klassenerhalt gesichert wurde. Juliane Klenk sorgte noch vor Ablauf der ersten Spielhälfte für den Anschlusstreffer und hielt die Crailsheimer Hoffnung damit am Leben. In den zweiten 45 Minuten stemmte sich die TSV-Elf gegen die drohende Niederlage und belohnte sich durch den Treffer von Lisa Wich (71. Minute), die unmittelbar zuvor noch mit einem Lattentreffer im Pech gewesen war. Anschließend hatten die Gastgeberinnen weitere Gelegenheiten, doch der Ausgleich sollte trotz toller Moral nicht mehr fallen. Durch den 3:2-Auswärtserfolg hat die Eintracht nun neun Zähler auf dem Konto und überflügelte den TSV Crailsheim (sieben Punkte) in der Tabelle, wobei die Crailsheimerinnen erst vier Begegnungen absolviert haben.

Keine Chance ließ der SC Sand II seinen Gästen aus Sindelfingen und schickte die Ladies aus Württemberg mit einer deftigen 5:0-Packung wieder nach hause. Madeleine Kurek und Jennifer Schlee waren für die Bundesliga-Reserve aus Südbaden jeweils doppelt erfolgreich, zwischendurch hatte Katja Milbradt zum 2:0 eingenetzt. Während der SC Sand II durch seinen zweiten Saisonsieg nun ein Polster von drei Zählern auf die Abstiegszone aufweist, wird die Luft für den letztjährigen Zweitligisten aus Sindelfingen zunehmend dünner. Vier Niederlagen aus vier Spielen, so hatte sich die Mannschaft von Trainer Muhidin Avdusinovic den Neustart in der Regionalliga sicher nicht vorgestellt. Mit dem TSV Jahn Calden reist am kommende Wochendende eine Mannschaft mit Rückenwind nach Sindelfingen, ehe es am 30.09.2018 zum Nachholspiel der beiden bislang punktlosen Tabellenkinder Hegauer FV und VfL Sindelfingen Ladies kommt.

 

 

 

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