Frauen-RL: SC Sand II neuer Spitzenreiter

Der 11. Spieltag in der Frauen-Regionalliga Süd brachte erneut einen neuen Spitzenreiter hervor. Nachdem in den Wochen zuvor bereits der SV Frauenbiburg, der FV Löchgau, Eintracht Frankfurt, der SV Alberweiler sowie der SV 67 Weinberg das Feld angeführt hatten, grüßt nach einem klaren Sieg über das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth nun die Bundesliga-Reserve aus Sand von ganz oben und verdrängte damit den SV Alberweiler, der sich dem FFC Wacker München knapp geschlagen geben musste. Im Tabellenkeller beendet der ETSV Würzburg eine lange Durststrecke und fährt drei immens wichtige Zähler gegen den TSV Crailsheim ein.

Den vermeintlichen Fluch der Tabellenführung bekam nun auch der SV Alberweiler zu spüren, der wie so viele seiner Vorgänger auch nur für lediglich eine Woche den Platz an der Sonne belegen konnte, ehe er durch eine Niederlage ins Verfolgerfeld zurückfiel. Gegen den FFC Wacker München, der nach einer Serie von vier Spielen ohne Niederlage mit einer breiten Brust zum württembergischen Aufsteiger gereist war, geriet der SVA schon nach 13 Minuten in Rückstand, als Bernadette Angstwurm für die Gäste aus der bayerischen Landeshauptstadt zuschlagen konnte. Doch der SV Alberweiler berappelte sich im Duell der beiden stabilsten Abwehrreihen und konnte kurz vor Ablauf der ersten 45 Minuten mit dem Treffer zum 1:1-Ausgleich antworten, für den Tamara Würstle verantwortlich zeichnete. Im zweiten Durchgang sah es dann lange so aus, als sollten beide Mannschaften dem Gegner keinen weiteren Treffer gestatten, doch nach 77 Minuten stach für die Gäste aus München der zur Pause eingewechselte Joker. Lisa Flötzner avancierte mit ihrem vierten Saisontreffer zur Matchwinnerin und sorgte für den 2:1-Auswärtssieg ihrer Mannschaft, der den FFC Wacker München am SV Alberweiler vorbei auf Rang 3 ziehen lässt. Mit einem weiteren Sieg über den SC Sand II am kommenden Wochenende könnte sich der FFC Wacker München unter Umständen sogar zum siebten Tabellenführer der Saison 2017/18 küren.

Eben dieser SC Sand II kommt nach einem holprigen Start in die Spielzeit 2017/18 mit lediglich zwei Siegen aus fünf Begegnungen immer mehr in Fahrt und konnte in mittlerweile fünf seiner letzten sechs Begegnungen das Feld als Sieger verlassen. Allein in den letzten drei Spielen erzielte die Elf von Georg Forscht 16 Treffer und weist damit damit den erfolgreichsten Angriff der Liga auf. Lohn der Erfolgsserie ist die Tabellenführung, die die Südbadnerinnen dank eines 5:0-Sieges über die SpVgg

SC Sand II – SpVgg Greuther Fürth (Foto: Ralph Braun)

Greuther Fürth erstmals erklimmen konnten. Gegen das Schlusslicht aus Mittelfranken brachte Anne Rotzinger ihre Farben zwar bereits in der 8. Spielminute in Führung, doch anschließend ließen weitere Treffer einige Zeit auf sich warten. Erst kurz vor dem Seitenwechsel erhöhte Madeleine Kurek auf 2:0. Im zweiten Durchgang dauerte es wieder nur acht Minuten, bis Christine Veth mit ihrem 7. Saisontor auf 3:0 stellte und für die Vorentscheidung sorgte. Anschließend waren erneut Rotzinger und Kurek nochmals erfolgreich und sorgten mit ihren Treffern für den 5:0-Endstand. Während die SpVgg Greuther Fürth dadurch mit fünf Zählern am Tabellenende verbleibt und aufgrund der Erfolge der Konkurrenz nun schon acht Zähler Rückstand aufs rettende Ufer hat, reist der SC Sand II am 12. Spieltag zum Tabellendritten FFC Wacker München und hofft darauf, die Tabellenführung nicht ebenfalls gleich wieder abtreten zu müssen.

Gut erholt von seiner Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg in der Vorwoche zeigte sich der SV 67 Weinberg bei seinem Gastspiel in Ingolstadt, welches richtungsweisenden Charakter hatte. Wollten die Weinbergerinnen ihrerseits den Gegner auf Distanz halten, hätte sich der gastgebende FCI mit seinem sechsten Saisonsieg endgültig ins Spitzenfeld der Tabelle katapultieren können. Doch gegen Gästestürmerin Nina Heisel war an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Zwar konnte der FC Ingolstadt 04 den ersten Treffer der SVW-Akteurin (22.‘) noch umgehend mit dem Ausgleich durch Alina Mailbeck beantworten, doch in der zweiten Spielhälfte netzte Heisel noch zwei weitere Male ein (74.‘ und 82.‘) und erhöhte ihr persönliches Torkonto nicht nur auf zehn Saisontreffer, sondern sorgte auch beinahe im Alleingang für den 3:1-Auswärtssieg ihrer Farben. Mit nun 22 Punkten auf der Habenseite rangiert der SV 67 Weinberg lediglich einen Zähler hinter dem neuen Spitzenreiter aus Sand auf Rang 2, während der FC Ingolstadt 04 mit 18 Zählern einen neuen Anlauf in Richtung Aufstiegsränge nehmen muss. Die Chance dazu bietet sich der Mannschaft von Trainer Florian Ächter schon am 12. Spieltag, wenn das Verfolgerduell beim Tabellennachbarn Eintracht Frankfurt ansteht.

Die Frankfurter Eintracht behielt indes beim 1. FC Nürnberg mit 1:0 die Oberhand und beendete zugleich die Siegesserie der Gastgeberinnen, die sich zuletzt mit der Maximalausbeute von neun Zählern aus drei Begegnungen etwas aus dem Tabellenkeller befreit hatten, nun aber wieder den Atem der Verfolger im Nacken spüren. Nachdem die Eintracht im ersten Durchgang zunächst einige Möglichkeiten ausließ, sorgte Kaho Fushiki in der 38. Spielminute doch noch für die Pausenführung der Gäste aus der Mainmetropole, die ihre beide Partien zuvor verloren hatten. Auch nach dem Seitenwechsel boten sich der Eintracht einige Chancen, die Führung auszubauen und damit für eine Vorentscheidung zu sorgen. Da diese jedoch ungenutzt blieben, hätte der 1. FC Nürnberg in einer druckvollen Schlussphase noch den Ausgleich erzielen können, doch mit taktischer Disziplin und einer tollen Moral brachten die Gäste ihren knappen Vorsprung über die Zeit und durften sich somit über ihren sechsten Saisonsieg freuen. Mit 20 Zählern hat der Aufsteiger aus Hessen weiterhin den direkten Kontakt zur Tabellenspitze, wohingegen der 1. FC Nürnberg als Tabellensiebter zwar in der oberen Tabellenhälfte liegt, aber mit 14 Punkten auf dem Konto lediglich einen Zähler Vorspung auf die Abstiegszone aufweist und nun zum direkten Konkurrenten FV Löchgau reisen muss.

Der FV Löchgau verpasste beim TSV Schwaben Augsburg einen Big Point im Rennen um den Klassenerhalt. In einer umkämpften Begegnung, die kurz vor Spielende wegen eines Schneesturms für fünf Minuten unterbrochen werden musste, setzten sich die Gastgeberinnen des TSV Schwaben mit 2:1 durch und schlossen damit nach Punkten zum Spielgegner auf (jeweils 13 Punkte). Zur Pause hatten die Gäste noch mit 1:0 in Führung gelegen, die sie einmal mehr der Top-Torjägerin in ihren Reihen zu verdanken hatten. Katja Milbradt hatte in der 33. Spielminute ihren 9. Saisontreffer erzielt. Doch mit der ersten Aktion des zweiten Durchgangs ließ auch die Torjägerin des TSV Schwaben, Mona Budnick, ihr Können aufblitzen und sorgte für den 1:1-Ausgleich. Der Siegtreffer zum 2:1 resultierte schließlich aus einem Strafstoß, den die Gastgeberinnen nach einer Stunde zugesprochen bekamen. Lisa Steppich bewahrte vom Punkt aus die Nerven und sorgte für den vierten Saisonsieg ihrer Augsburgerinnen, die zwar aufgrund der Tordifferenz nicht die Abstiegszone verlassen konnten, jedoch nach einem miserablen Start in die Saison nun drei Siege aus den vergangenen vier Spielen einfahren konnten und am 12. Spieltag das Auswärtsspiel beim Schlusslicht in Fürth zu bestreiten haben.

Mit dem ETSV Würzburg und dem SC Regensburg feierten zwei weitere Teams wichtige Siege im Kampf gegen den Abstieg, die beide gegen direkte Konkurrenten eingefahren werden konnten. Während der SC Regensburg mit 1:0 als Sieger aus dem „Derby“ gegen den SV Frauenbiburg hervorging, bezwang der ETSV Würzburg den

SC Regensburg – SV Frauenbiburg (Foto: Thomas Schneider)

TSV Crailsheim mit dem gleichen Ergebnis. Überlebenswichtig war vor allem der Regensburger Sieg, denn bei einer weiteren Niederlage wäre das rettende Ufer für den SCR schon in weite Ferne gerückt. Julia Claus erzielte den goldenen Treffer für die Gastgeberinnen aus der Oberpfalz, die auf Rang 12 zwar immer noch tief im Abstiegskampf stecken, jedoch mit 11 Zählern wieder in Schlagdistanz zu zahlreichen Konkurrenten liegen. Zu diesen Konkurrenten gehört auch der SV Frauenbiburg, der als Tabellenachter gerade einmal zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als der SC Regensburg.

Von enormer Bedeutung war auch das Duell zwischen dem ETSV Würzburg, der bis dahin zehn Zähler gesammelt hatte, und dem TSV Crailsheim, der mit acht Punkten in der Abstiegszone steckte. Um eine Austragung zu gewährleisten, wurde die Begegnung kurzfristig auf den Kunstrasen nach Erlabrunn vor den Toren Würzburgs gelegt. Doch obwohl der ETSV sein Heimspiel auf einem ungewohnten Platz austragen musste, konnte er die drei Zähler behaupten und den letztjährigen Zweitligisten aus Crailsheim noch tiefer in den Tabellenkeller schießen. Zu verdanken hatten die Gastgeberinnen dies Marie-Christine Seeger, der in der 74. Spielminute im strömenden Regen der spielentscheidende Treffer gelang. Während die Würzburgerinnen dank ihres dritten Saisonsieges am FV Löchgau vorbei auf Rang 9 vorrücken konnten, hält die Horrorserie des TSV Crailsheim weiter an. Lediglich einen Zähler konnte die Elf aus ihren letzten sechs Begegnungen einheimsen und sehnt die Winterpause herbei, um neue Kräfte sammeln zu können. Doch bis dahin gilt es noch vier Begegnungen zu absolvieren, von denen gleich die nächste beim direkten Tabellennachbarn SC Regensburg für den TSV Crailsheim wieder Endspiel-Charakter hat.

 

 

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