Frauen-RL: Schlusslicht Sindelfingen feiert Auswärtssieg

Während an der Tabellenspitze in der Frauen-Regionalliga Süd auch nach dem ersten Spieltag der Rückserie alles beim Alten bleibt, gelingt dem Schlusslicht VfL Sindelfingen Ladies ein überraschender Auswärtserfolg beim FFC Wacker München. Die anderen Kellerkinder gehen hingegen leer aus und benötigen im Hinblick auf den Klassenerhalt einen wahren Kraftakt. Der TSV Crailsheim schiebt sich indes auf Rang 3 vor.

Deutlich waren die Vorzeichen in Ingolstadt, wo der Spitzenreiter den Tabellenvorletzten SV Frauenbiburg zu Gast hatte. Und der FC Ingolstadt 04 machte auch sofort klar, wer Herr im Hause ist. Keine Minute war gespielt, da hatte es bereits im Frauenbiburger Kasten geklingelt. Schon nach zehn Minuten erhöhte der Gastgeber auf 2:0, bis zur 43. Minute sogar auf 5:0. Ramona Maier mit zwei Treffern, Ricarda Kießling, Vanessa Heim und ein Eigentor der Gäste hatten dafür gesorgt, dass sich zu diesem Zeitpunkt bereits nur noch die Frage nach der Höhe des Kantersiegs stellte. Doch trotz der aussichtslosen Lage bewies der SV Frauenbiburg nochmals Moral. Mit Ablauf des ersten Durchgangs erzielte Anja Riebesecker den Anschlusstreffer. Und im zweiten Durchgang stand der SVF dann auch in der Defensive stabiler, was natürlich auch daran lag, dass der FCI einen Gang runtergeschaltet hatte. So blieb es bis in die Schlussminute beim 5:1, ehe die Gäste in Person von Andrea Kurz noch einen weiteren Treffer erzielten und sich mit dem Endstand von 5:2 noch halbwegs achtbar aus der Affäre ziehen konnten. Mit seinem zwölften Saisonsieg im 14. Spiel unterstrich der FC Ingolstadt 04 seine Ambitionen in Richtung 2. Bundesliga. Der SV Frauenbiburg verbleibt bei sieben Zählern und hat es lediglich der besseren Tordifferenz gegenüber dem VfL Sindelfingen Ladies zu verdanken, dass die rote Laterne nicht nach Niederbayern weitergereicht wurde.

Dass der FC Ingolstadt 04 nicht längst einsam seine Kreise an der Tabellenspitze zieht, ist vorwiegend dem SC Sand II zu verdanken, der sich hartnäckig an die Fersen des Spitzenreiters heftet. Auch beim FC Forstern gingen die Gäste aus Südbaden als Sieger vom Feld, wobei sie dafür aber ein hartes Stück Arbeit zu verrichten hatten. Zwar sorgte Katja Milbradt mit ihrem achten Saisontreffer schon in der ersten Spielminute für einen Auftakt nach Maß ihres SC Sand, doch anschließend sollte trotz Möglichkeiten auf beiden Seiten bis zur Halbzeitpause kein weiterer Treffer fallen. Im zweiten Durchgang war es schließlich der Aufsteiger aus Forstern, der früh jubeln durfte, denn Stefanie Kothieringer erzielte unmittelbar nach Wiederanpfiff den Ausgleich für ihre Farben. Davon ließen sich die Gäste aber nicht beirren und antworteten mit einem schnellen Doppelschlag. Julia Zirnstein (49. Spielminute) und Anne Rotzinger (51.‘) stellten die Weichen auf Sieg für die Bundesliga-Reserve. Zwar gelang Lina Fortmann in der 80. Minute noch der Anschlusstreffer für ihren FC Forstern, doch in der Schlussphase lag trotz aller Bemühungen der Gastgeberinnen eher der nächste Gästetreffer als der Ausgleich in der Luft. Letzendlich blieb es beim 2:3-Endstand, wodurch der SC Sand II auch weiterhin der einzige aussichtsreiche Verfolger des FC Ingolstadt 04 bleibt. Der FC Forstern büßte gleich zwei Tabellenplätze ein und befindet sich nun als Siebter gerade noch in der oberen Tabellenhälfte.

Neuer Tabellendritter ist der TSV Crailsheim, der sich im Heimspiel gegen den SC Regensburg zwar im ersten Durchgang noch schwer tat mit dem Toreschießen, nach der Pause jedoch den Pflichtsieg unter Dach und Fach brachte. In einem umkämpften Duell gab es vor dem Seitenwechsel kaum spielerische Höhepunkte, wodurch letztendlich auch

TSV Crailsheim – SC Regensburg (Foto: Heiko Kirbach)

Torchancen weitestgehend Mangelware blieben. So war es bezeichnend, dass in der 56. Spielminute schließlich eine Standardsituation als Knotenlöser diente. Juliane Klenk trat für den TSV Crailsheim einen Freistoß von der Außenlinie, der immer länger wurde und sich schließlich zum Entsetzen der Gäste aus der Oberpfalz in die Maschen senkte. Dies verlieh den Gastgeberinnen weiteres Selbstvertrauen, sie nahmen das heft des Handelns zunehmend in die Hand. So war dann das 2:0 durch Lisa Wich gerade einmal fünf Minuten nach dem Führungstreffer nicht unverdient. Auch im weiteren Spielverlauf bestimmte der TSV das Spielgeschehen, sodass der vierte Crailsheimer Heimsieg nicht mehr ernsthaft in Gefahr geriet. Zudem sicherte die stärkste Abwehr der Liga ein weiteres Zu-Null-Spiel ihrer Torhüterin Nadine Steiner. Der SC Regensburg tritt im Abstiegskampf nach seiner zehnten Saisonniederlage auf der Stelle und hatte zumindest dahingehend Glück, dass der FFC Wacker München nicht weiter davonziehen konnte.

Dass der TSV Crailsheim auf Rang 3 vorrücken konnte, hatte er dem Remis zwischen dem SV Alberweiler und dem SC Freiburg II zu verdanken, welches für den SVA den ersten Punktverlust nach zuletzt sechs Siegen in Serie bedeutete. Bereits zur Halbzeitpause stand das spätere Endergebnis von 2:2 fest, wobei kurioserweise alle vier Treffer zwischen der 30. und 40. Spielminute fielen. Vanessa Ziegler legte für die Gäste, welche dem SV Alberweiler am ersten Spieltag bereits eine von lediglich drei Saisonniederlagen zugefügt hatten, vor. Und keine Zeigerumdrehung später durften sich die Bundesliga-Reserve aus Freiburg über den zweiten Treffer freuen, der aus Sicht der Gastgeberinnen unglücklicherweise aus einem Eigentor resultierte. Doch erneut dauerte es keine Minute, bis dass das nächste Tor fallen sollte. Diesmal brachte der SVA den Ball im „richtigen“ Netz unter, Annika Enderle markierte den Anschlusstreffer. Und in der 39. Spielminute fiel dann auch noch der Ausgleich, für den Ecem Cumert verantwortlich zeichnete. Gegen ihren Ex-Verein traf sie sehenswert mit einem Distanzschuss. Im zweiten Durchgang drängte der SV Alberweiler auf den Sieg, doch scheiterten die gastgeberinnen immer wieder an der Freiburger Defensive oder am Torgestänge. So blieb es beim 2:2, das für den SV Alberweiler die erste Punkteteilung der Spielzeit 2018/19 bedeutete. Der SC Freiburg II trauerte angesichts des Spielverlaufs nur kurz dem verspielten Vorsprung hinterher und stellte nach Schlusspfiff mit Erleichterung fest, dass die Mannschaften aus dem Tabellenkeller mit Ausnahme der Sindelfinger Ladies leer ausgingen. Sieben Zähler Vorsprung weist der SC aktuell auf die Abstiegsränge auf.

Erfolgreich Revanche für die Niederlage am ersten Spieltag konnte die Frankfurter Eintracht nehmen, die den TSV Jahn Calden letztendlich deutlich mit 4:1 bezwang. Zur Spielerin des Tages avancierte dabei die Dänin in Reihen der Eintracht, Lise Overgaard Munk, die gleich drei Treffer für die Heimelf erzielte. Druckvoll startete der

Eintracht Frankfurt – TSV Jahn Calden (Foto: Bernd Höppler, Akzent-Foto)

Vorjahresmeister in das Hessenduell und belohnte sich schon in der 4. Spielminute mit dem Führungstreffer. Und die Gäste aus Calden hatten Mühe, sich vom gegnerischen Druck zu berfreien, was dann aber in der 13. Minute umso beeindruckender gelang, als Sharon Braun den Ausgleich für den Jahn erzielen konnte. Anschließend waren es aber wieder die Gastgeberinnen, die sich zahlreiche Torchancen erspielten und in der 34. Minute erneut dank Munk jubeln durften. Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Caldernerinnen ihre Offensiv-Bemühungen, jedoch blieben diese erfolglos. Gleiches galt für die Konter der Eintracht, zumindest bis in die Schlussphase hinein. In den letzten Minuten schraubte die Elf aus der Mainmetropole dann noch in die Höhe. Munk zum Dritten (83. Minute) und Vanessa Klich (86.‘) sorgten für klare Verhältnisse. Durch ihren achten Saisonsieg arbeitete sich die Frankfurter Eintracht mittlerweile schon auf Rang 5 vor, der Blick des TSV Jahn Calden richtet sich bei unverändert 17 Zählern auf dem Konto trotz eines bärenstarken Saisonstarts aber nun nach unten, zumal am kommenden Spieltag mit dem FFC Wacker München ein direkter Konkurrent nach Nordhessen reist.

Seinen siebten Saisonsieg fuhr gleichzeitig der 1. FC Nürnberg ein und konnte dadurch in der Tabelle den FC Forstern überflügeln. Mit 2:0 behielten die Clubfrauen die Oberhand gegen den Hegauer FV und gingen damit auch aus dem zweiten Duell gegen den südbadischen Aufsteiger als Sieger hervor. Jedoch dauerte bis weit in den zweiten Durchgang hinein, ehe der erste Treffer der Begegnung fallen sollte. Diesen erzielte schließlich Anna Wachal und sorgte damit in der 70. Minute für die Erlösung auf Seiten der Gastgeberinnen. Dass der Hegauer FV sich in großer Sorge um den Klassenerhalt befindet, liegt vor allem daran, dass sich die Elf von Gino Radice mit dem Toreschießen schwer tut. Lediglich acht eigene Treffer konnte der HFV in seinen 14 Begegnungen erzielen. Auch in Nürnberg sollten nach dem Rückstand alle Bemühungen unvollendet bleiben, stattdessen legte der FCN nochmal nach. Luisa Richert sorgte mit ihrem Tor in der 85. Minute für die endgültige Entscheidung.

Nachdem der FFC Wacker München in der Vorwoche mit seinem Last-Minute-Sieg über den Hegauer FV eine lange Durststrecke beendet hatte, sollte nun mit einem weiteren Heimsieg über das Schlusslicht VfL Sindelfingen Ladies der nächste große Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht werden. Und die Hoffnung darauf wurde nach dem Münchener Führungstreffer durch Sonja Kolb in der 15. Minute größer, in der Blitztabelle betrug der Wacker-Vorsprung auf die Abstiegszone nun schon acht Zähler. Doch vielleicht war sich die Elf aus der bayerischen Landeshauptstadt ihrer Sache anschließend zu sicher. Nur wenige Augenblicke fehlten dem FFC Wacker, um den Vorsprung in die Halbzeitpause zu retten, denn unmittelbar vor dem Pausenpfiff der Schiedsrichterin schlugen die Gäste aus Württemberg doch noch zu. Jana Spengler markierte den Ausgleich und stellte die Uhren damit für die zweite Spielhälfte auf Null. In dieser waren beide Teams darauf bedacht, eigene Fehler zu vermeiden. So zeichnete sich immer mehr ab, dass es bei der Punkteteilung bleiben sollte. Doch schließlich waren es abermals die Ladies aus Sindelfingen, die einen späten Treffer bejubeln durften. In der 82. Minute erzielte Nina Müller das 2:1 für die Gäste, welches zugleich auch den Sieg für das Schlusslicht bedeutete. Der zweite Sindelfinger Saisonsieg brachte zwar keine tabellarische Verbesserung mit sich, aber der Rückstand auf den FFC Wacker München, der mit Rang 10 den letzten Nichtabstiegsplatz einnimmt, konnte auf acht Zähler reduziert werden.

 

 

 

 

 

This entry was posted in Aktuelles, News, Regionalliga Frauen News, Regionalliga Frauen Saison. Bookmark the permalink.