Frauen-RL: Sechs Teams noch ungeschlagen

Während in der Qualigruppe 2 der Frauen-Regionalliga Süd das Teilnehmerfeld noch sehr eng zusammen liegt, setzen sich in der Qualigruppe 1 mit dem Karlsruher SC, dem SC Sand II und dem TSV Jahn Calden drei Teams schon früh vorne fest. Der Aufsteiger aus Offenbach geht als Derbysieger aus dem 3. Spieltag hervor und hält damit Anschluss an die Spitzenteams.

Die Brust des Aufsteigers Karlsruher SC war nach einem optimalen Saisonstart mit zwei Siegen aus zwei Begegnungen breit, was am 3. Spieltag nun auch der FSV Hessen Wetzlar zu spüren bekam. Dabei erwischten die Gäste aus Hessen zunächst einen Traumstart in die Partie, als Selina Heinzeroth den ersten Angriff gleich zur Führung ihrer Wetzlarerinnen ummünzen konnte. Doch der KSC – mit viel Selbstvertrauen ausgestattet – spielte anschließend stark auf und antwortete schnell. Nele Schomaker stellte mit dem Ausgleichstreffer nach 13 Minuten die Uhren wieder auf Null. Die zwei frühen Treffer stellten zugleich auch den 1:1-Halbzeitstand dar. Nach Wiederanstoß waren es diesmal die Gastgeberinnen, die einen Auftakt nach Maß verbuchen konnten. Der Zeiger hatte die Uhr noch nicht umrundet, da zappelte der Ball erneut im Wetzlarer Gehäuse. Pia Nagel hatte für die Karlsruher Führung gesorgt. Zwar bemühte sich der FSV Hessen Wetzlar nun ebenfalls um eine schnelle Reaktion, doch es schlug stattdessen die Stunde von KSC-Stürmerin Melissa Zweigner-Genzer. In der 55. und 61. Minute schraubte sie mit ihren Treffern das Ergebnis auf 4:1, ehe sie in der 81. Minute auch das Endergebnis von 5:1 herstellte. Mit dem auch in der Höhe verdienten Sieg verteidigte der Karlsruher SC die Tabellenführung und reist am kommenden Spieltag als Favorit zum Tabellenschlusslicht nach Neu-Isenburg.

Die Maximalausbeute von neun Punkten aus drei Spielen weist auch der SC Sand II auf. Und in Sachen Torverhältnis konnte die Bundesligareserve aus Südbaden am dritten Spieltag sogar noch auf den KSC aufholen, denn sie schickte eine überforderte TSG Neu-Isenburg mit einer 8:1-Packung auf die Heimreise. Beeindruckend war dabei insbesondere, dass mit Marion Louise Michele Gavat, die den Torreigen in der 5. Minute eröffnete und in der 74. Minute zum zwischenzeitlichen 5:1 nachlegen konnte, lediglich eine Spielerin doppelt traf. Jule Hartmann, Mona Lohmann, Julia Streif, Anne Rotzinger und Marine Campos steuerten je einen Treffer zum Kantersieg ihres SC Sand bei. Der TSG Neu-Isenburg wurde vor allem die Phase zwischen der 74. und 83. Minute Spielminute zum Verhängnis, in der man gleich vier Gegentreffer kassierte, darunter auch ein Eigentor. So stellte das Tor von Cintia Ibolya Malinovszky letztendlich nur den Ehrentreffer dar, auch wenn dieser den Anschlusstreffer zum 2:1 darstellte und kurzzeitig für Hoffnung auf Seiten der Gäste gesorgt hatte.

Auch der TSV Jahn Calden ist noch ungeschlagen in der Regionalliga-Saison 2020/21. Mit einem 4:1-Auswärtssieg in Freiburg verbuchten die Nordhessen ihre Zähler fünf, sechs und sieben auf der Habenseite und kehrten frohen Mutes von ihrer weitesten Auswärtsfahrt in der Qualifikationsphase zurück. Jacqueline Baumgärtel und Johanna Hildebrandt stellten mit ihren Treffern in der Anfangsphase die Weichen auf Sieg für ihren Jahn, auch wenn Luisa Wensing in der 36. Minute für den SC Freiburg II zum 1:2-Pausenstand verkürzen konnte. Doch auch im zweiten Durchgang konnte sich der TSV Jahn Calden auf seine Top-Torjägerin verlassen. Denn erneut Johanna Hildebrandt war nach einer Stunde Spielzeit zur Stelle und stellte den alten Zwei-Tore-Vorsprung wieder her, ehe sie mit ihrem dritten Treffer des Tages in der 82. Minute für die endgültige Entscheidung sorgte. Der TSV Jahn Calden setzt sich nach seinem zweiten Saisonsieg vorerst in der oberen Tabellenhälfte fest und macht sich schon früh Hoffnung auf den Einzug in die Meisterrunde. Dagegen kassierte der Vorjahresmeister aus Freiburg bereits seine zweite Saisonniederlage und steht vor seinem Gastspiel bei Eintracht Frankfurt III unter Zugzwang.

Das erste Regionalliga-Hessenderby stand für die Kickers Offenbach auf dem Programm, der Aufsteiger hatte Eintracht Frankfurt III zu Gast. Und die Eintracht, in den vergangenen Jahren schon immer in den oberen Tabellenregionen der Frauen-Regionalliga zu finden, legte gleich druckvoll los und belohnte sich durch ein Strafstoßtor von Vanessa Klich mit der frühen Führung (6. Minute). Die Gäste blieben weiterhin spielbestimmend, mussten aber dennoch in der 17. Minute den Ausgleich durch Ginalolita Buglisi hinnehmen. Ein ähnliches Bild ergab sich auch in Durchgang 2. Die Gäste aus Frankfurt übten viel Druck aus, doch es war der Aufsteiger aus Offenbach, der jubeln durfte. Elisabeth Scherzberg, die kurz zuvor noch einen Strafstoß vergeben hatte, sorgte in der 68. Minute für die vielumjubelte Führung des Liganeulings. Zwar stemmte sich die Eintracht auch in der Schlussphase vehement gegen die drohende Niederlage, doch gab es an diesem Tag kein weiteres Durchkommen mehr gegen die Abwehrriegel der Kickers, die zudem in Torhüterin Kübra Peyker eine sichere Bank in ihren Reihen hatten. So feierte der OFC mit dem Schlusspfiff einen glücklich, aufgrund der kämpferischen Leistung aber nicht unverdienten 2:1-Sieg und schwimmt weiter auf der Aufstiegs-Euphoriewelle. Dagegen wird man in Frankfurt alle Hebel in Bewegung setzen, den mit drei Niederlagen vollkommen missglückten Saisonstart schnellstmöglich auszubügeln.

Auch in der Qualigruppe 2 sind drei Mannschaften noch ungeschlagen. Neben dem 1. FC Nürnberg, der am dritten Spieltag spielfrei war und aufgrund seiner Teilnahme am DFB-Pokal erst ein Saisonspiel absolviert hat, sind dies der VfB Obertürkheim und der SV 67 Weinberg. Da sich jedoch beide Teams bislang je zweimal mit einem Remis vom Spielgegner trennten, liegen alle Mannschaften noch eng in der Tabelle beisammen.

Der VFB Obertürkheim hatte am 3. Spieltag den FFC Wacker München zu Gast, der nach seinem Auswärtssieg in Forstern die nächsten Zähler nachlegen wollte. Doch zunächst musste der Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt einen Rückschlag einstecken, denn Teresa Böpple sorgte nach einer knappen Viertelstunde für die Führung ihres VfB. In einer umkämpften aber fair geführten Begegnung bedeutete das 1:0 zugleich auch den Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel bewies Wacker-Trainer Dragan Terzic ein glückliches Händchen, indem er Kira Winter ins Spiel brachte. Gerade einmal sechs Minuten nach ihrer Einwechslung markierte die Jokerin den Ausgleichstreffer zum 1:1 (64. Minute). Anschließend suchten zwar beide Teams weiter die Offensive, doch schlussendlich blieb es beim Unentschieden, durch das der VfB Obertürkheim seine Tabellenführung verteidigen konnte.

Die Chance, am VfB Obertürkheim vorbeizuziehen, verpasste der SV Alberweiler, der sich im Duell zweier hochgehandelter Mannschaften mit 2:2 vom SV 67 Weinberg trennte. Tamara Würstle brachte den Ball in der 11. Spielminute zunächst zur SVA-Führung im Weinberger Kasten unter, was zugleich auch der einzige Treffer im ersten Durchgang bleiben sollte. Routinier Nina Heisel war es dann nach dem Seitenwechsel vorbehalten, für den Ausgleich der Gäste aus Mittelfranken zu sorgen (53. Minute). Der SV Alberweiler drängte davon unbeirrt aber weiter auf einen Sieg und bekam in der 65. Minute einen Strafstoß zugesprochen, den Laureta Temaj nervenstark zur erneuten Führung der Gastgeberinnen verwandelte. Jedoch dauerte es nicht lange, bis auch die die Gäste aus Weinberg sich vom Strafstoßpunkt probieren durften. Diese Möglichkeit ließ sich erneut Nina Heisel nicht entgehen und stellte mit dem 2:2 den Endstand in der Partie her.

Als einziges Team der Qualigruppe 2 mit voller Punktausbeute ging somit der FC Forstern aus dem 3. Spieltag hervor. Mit einem deutlichen 5:1 behielten die Oberbayern beim TSV Crailsheim die Oberhand und konnten Wiedergutmachung für die Heimniederlage gegen den FFC Wacker München betreiben. Bereits mit Ablauf der ersten Spielhälfte war eine Vorentscheidung zugunsten der Gäste gefallen, denn Evi Popp mit einem Doppelschlag (9. und 12. Minute) sowie Pija Reininger (42. Minute) hatten eine beruhigende 3:0-Führung für die Elf von Trainer Thilo Herberholz herausgeschossen. Veronika Auer und Johanna Stadler bauten den Vorsprung im zweiten Durchgang auf 5:0 aus, ehe dem TSV Crailsheim in Person von Paula Schwab in der Nachspielzeit zumindest noch der Ehrentreffer gelang. Während sich der FC Forstern über seinen ersten Saisonsieg freut, heißt es beim TSV Crailsheim Wunden lecken, um für das nun anstehende Derby beim SV 67 Weinberg trotz des misslungenen Saisonstarts wieder Selbstvertrauen zu gewinnen.

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