Frauen-RL: Spitzenreiter muss zum Ende hin zittern

Der FC Ingolstadt 04 zieht in der Frauen-Regionalliga Süd auch nach dem 12. Spieltag weiter unbeirrt seine Kreise, auch wenn die Oberbayern in den Schlussminuten beim TSV Jahn Calden nochmal ordentlich zittern müssen. Es fehlt dem Spitzenreiter nun nur noch ein Spiel, um die komplette Hinserie der Spielzeit 2018/19 ungeschlagen zu bleiben. Im Tabellenkeller feiern der Hegauer FV und der FFC Wacker München eminent wichtige Siege, Frauenbiburg und Regensburg teilen sich die Punkte. Die Partie zwischen Sindelfingen und Alberweiler wurde kurzsfristig vom Spielplan abgesetzt, da die Torhüterin der Gastgeberinnen zu Länderspielen ihres Heimatlandes eingeladen worden war.

Der TSV Jahn Calden ging gegen den Tabellenführer aus Ingolstadt mutig ins Spiel und belohnte sich dafür nach 20 Minuten mit dem Führungstreffer, für den Sharon Braun verantwortlich zeichnete. Doch anschließend drehte der FCI auf und belegte eindrucksvoll, warum die Mannschaft von Trainer Alexander Ziegler so souverän das Feld anführt. Noch vor dem Seitenwechsel drehten Ricarda Kießling (29.‘) und Ramona Maier (33.‘) die Partie. Und nachdem es im zweiten Durchgang gerade einmal zehn Minuten dauerte, bis Anna-Maria Buckel und erneut Maier für die Gäste auf 4:1 gestellt hatten, stellte sich den meisten Zuschauern wohl nur noch die Frage nach der Höhe des Auswärtssieges. Doch zunächst sollten keine weiteren Treffer mehr fallen, souverän verwaltete der FCI seinen deutlichen Vorsprung. Möglicherweise waren sich die Spielerinnen aus der Audi-Stadt aber ihres Sieges zu sicher, denn in der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Zwar schien der Anschlusstreffer durch Arlene Rühmer in der 86. Spielminute zu spät zu fallen. Doch in der Nachspielzeit zappelte der Ball erneut im Netz vom Gästetorhüterin Franziska Maier. Das 3:4 durch Jil Ludwig brachte für die letzten Spielaktionen doch noch einmal Spannung, letztendlich aber auch den Endstand mit sich. Gegen den SC Freiburg II kann der FC Ingolstadt 04 nun am kommenden Wochenende eine beinahe perfekte Hinserie ohne Niederlage unter Dach und Fach bringen.

Zwar ist der SC Sand II im Gegensatz zum Spitzenreiter nicht ungeschlagen, allerdings liegt die letzte Niederlage der Südbadnerinnen schon viele Wochen zurück. Seither feiert die Mannschaft des Trainerduos Fabienne Breisacher/Georg Forscht einen Sieg nach dem anderen und hat sich zum ersten Verfolger des Spitzenreiters aufgeschwungen. Auch der 1. FC Nürnberg, der zu Saisonbeginn selbst lange um die obersten Ränge mitspielte, musste die Heimreise aus Sand mit leeren Händen antreten. Dies hatten die offensivstarken Gastgeberinnen Madeleine Kurek zu verdanken, die kurz nach beginn des zweiten Durchgangs mit einem Doppelschlag innerhalb von drei Minuten für den 2:0-Sieg ihrer Farben sorgte und ihr persönliches Trefferkonto damit auf sieben Saisontore erhöhen konnte. Mit nun 27 Zählern auf der Habenseite rangiert der SC Sand II unverändert fünf Punkte hinter dem FC Ingolstadt 04, der 1. FC Nürnberg liegt mit 21 Zählern im Mittelfeld der Tabelle und dürfte es schwer haben, nochmals den Anschluss nach ganz oben herzustellen.

Zum Aufeinandertreffen zweier Mannschaften mit langen Serien siegloser Spiele kam es zwischen dem FC Forstern und dem FFC Wacker München. Zugleich handelte es sich bei der Partie auch um das Duell der beiden Mannschaften, die geographisch am dichtesten beieinander liegen. Gerade einmal gute 30 Kilometer hatte der Tross des FFC Wacker zum Derby zurückzulegen. Und der Weg sollte sich für die Münchnerinnen lohnen, denn mit dem Schlusspfiff stand ein 3:2-Auswärtssieg zu Buche. Dass die Begegnung heiß umkämpft war, belegt auch die Tatsache, dass drei der insgesamt fünf Treffer per Strafstoß erzielt worden waren. Sonja Kolb zeigte sich dabei besonders nervenstark, sie war für den FFC Wacker gleich zweimal vom Punkt aus erfolgreich. Zuvor hatte Martina Mittermaier ihren FC Forstern in der 20. Minute in Führung geschossen, ehe Verena Pfeifer im direkten Gegenzug den Ausgleich markierte. Die beiden Strafstoßtore von Sonja Kolb brachten die Gäste auf die Siegerstraße, auch wenn in der 81. Minute die Gastgeberinnen ebenfalls einen Elfmeter zugesprochen bekamen, den Julia Deißenböck zum 2:3 in die Maschen setzte. Doch dies war zugleich der letzte Treffer der Partie, sodass die Niederlagen-Serie des FFC Wacker München nach sieben Spielen ohne Punktgewinn ein Ende nahm, wohingegen der FC Forstern nach einem sensationellen Saisonauftakt nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist und seinerseits nun schon seit fünf Spielen auf den achten Saisonsieg wartet.

Eine überaus beeindruckende Saison 2018/19 legt auch der TSV Crailsheim hin, der im Vorjahr noch lange um den Klassenerhalt zittern musste, nun aber nach elf Spielen erst eine einzige Niederlage zu beklagen hat. Dennoch dürften die Crailsheimerinnen die Heimfahrt von ihrer Partie beim SC Freiburg II mit gemischten Gefühlen angetreten haben, denn trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung sollte am Ende lediglich ein Zähler für die Gäste aus Württemberg herausspringen. Luisa Scheidel stellte

SC Freiburg II – TSV Crailsheim (Foto: SC Freiburg)

die Weichen für die Gäste schon früh scheinbar auf Sieg, als sie in der 11. und 19. Spielminute für Crailsheimer Jubel sorgte. Zwar hatte der SC Freiburg II optisch mehr vom Spiel, doch zwingende Torchancen ergaben sich daraus kaum. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte hatten die Breisgauerinnen aber das Glück auf ihrer Seite, denn ein mehr als unglückliches Eigentor der Gäste brachte die Bundesliga-Reserve zurück ins Spiel. Davon beflügelt erlangte der SC Freiburg nun auch mehr Zug zum Tor, sodass der Ausgleichstreffer durch Sanja Homann in der 67. Minute nicht unverdient war. Beim 2:2 blieb es schließlich auch bis zum Schlusspfiff. Zwar zog der TSV Crailsheim durch den Punktgewinn in der Tabelle am spielfreien SV Alberweiler vorbei, doch ärgerte man sich auch ein wenig, dass es nicht drei Punkte im Gepäck waren.

Nach einem durchwachsenen Saisonstart sah es zuletzt so aus, als hätte sich der Vorjahresmeister Eintracht Frankfurt stabilisiert. Drei Siege in Serie sprachen eine deutliche Sprache und ließen die Hessinnen zuversichtlich zum vermeintlichen Angstgegner Hegauer FV reisen. Doch am 12. Spieltag lief nicht viel zusammen für die Elf von Eintracht-Coach Christian Yarussi. In einem umkämpften Spiel ohne viele Torraumszenen fehlte der Eintracht am gegnerischen Strafraum die zündende Idee, um die Abwehr der Gastgeberinnen in Verlegenheit zu bringen. So ging es folgerichtig mit einem torlosen Remis zum Pausentee. Dieser schien dem Hegauer FV besser zu bekommen, denn in der 55. Minute brach Tabea Griß durch in Richtung Tor der Frankfurterinnen und erzielte mit einem sehenswerten Heber die Führung für ihre Farben. Auch in der Folge waren Torchancen auf beiden Seiten eher Mangelware, doch Berenice Becker konnte für die Gastgeberinnen mit einem Fernschuss in der 78. Minute nachlegen. Das 2:0 war zugleich der Endstand und brachte dem Hegauer einen eminent wichtigen Dreier im Kampf um den Klassenerhalt. Die Frankfurterinnen treten dagegen im Mittelfeld der Tabelle auf der Stelle und müssen sich bei bereits 13 Zählern auf die Tabellenspitze wohl frühzeitig vom Traum der Titelverteidigung verabschieden.

Mit dem FFC Wacker München und dem Hegauer FV konnten also zwei Kellerkinder das Feld als Sieger verlassen. Dies erhofften sich auch der SV Frauenbiburg und der SC Regensburg, die sich im direkten Aufeinandertreffen jeweils den Befreiungsschlag erhofften. Und es waren die Gäste aus der Oberpfalz, die den besseren Start ins Spiel erwischten. Nach 23. Spielminuten markierte Toni Tewes ihren dritten Saisontreffer und brachte den SCR damit in Front. Bis in die Schlussphase der Partie hatte die Gästeführung auch Bestand, doch in der 85. Minute gelang den Gastgeberinnen dann doch noch der Ausgleich, für den Anita Wimmer verantwortlich zeichnete. Beide Teams verpassten somit die Möglichkeit, sich mit drei Punkten etwas Luft zu verschaffen. Der SC Regensburg weist nun zwei Zähler Rückstand auf das rettende Ufer auf, der SV Frauenbiburg liegt weitere vier Zähler dahinter auf dem vorletzten Tabellenplatz und blickt kurz vor Abschluss der Hinserie auf eine desaströse Bilanz zurück.

 

 

 

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