Frauen-RL Süd: Frankfurter Befreiungsschlag

Während in der Qualigruppe 1 der Frauen-Regionalliga Süd Spitzenreiter Karslruher SC beim Schlusslicht TSG Neu-Isenburg nichts anbrennen ließ und seinen perfekten Saisonstart weiter ausbaute, gelang der Frankfurter Eintracht im vierten Anlauf der erste Saisonsieg. In der Qualigruppe 2 setzten sich am 4. Spieltag die Favoriten durch, der SV Alberweiler löste den spielfreien VfB Obertürkheim an der Tabellenspitze ab.

Im Duell des Spitzenreiters beim Tabellenletzten der Qualigruppe 1 sorgte der Karlsruher SC früh für klare Verhältnisse. Nele Schomaker traf bereits in der 3. Spielminute für die Führung des badischen Aufsteigers und legte nach gerade einmal 21 Minuten einen weiteren Treffer zum zwischenzeitlichen 3:0 nach. Zuvor hatte Melissa Zweigner-Genzer ebenfalls für ihren KSC getroffen (18. Minute). So war eine Vorentscheidung bereits gefallen, die gastgebende TSG Neu-Isenburg musste nach dem 1:8-Debakel in der Vorwoche beim SC Sand eine weitere Schmach befürchten. Doch mit dem sicheren Vorsprung im Rücken ließ es der Tabellenführer im weiteren Spielverlauf ruhiger angehen. So sollte im zweiten Durchgang lediglich ein weiterer Treffer fallen, die eingewechselte Lena Kasprzyk durfte sich für den Karlsruher SC ebenfalls in die Torschützenliste eintragen und stellte mit ihrem Treffer zum 0:4 in der 80. Minute zugleich den Endstand her. Während die TSG Neu-Isenburg weiter auf ihren ersten Zähler der neuen Saison wartet, ist der KSC nunmehr das einzige Team in der Qualigruppe 1 mit einer makellosen Bilanz und empfängt am 5. Spieltag seinen unmittelbaren Verfolger TSV Jahn Calden zum Spitzenspiel.

Zum Duell zweier bis dahin ebenfalls ungeschlagener Teams kam es in Calden zwischen dem TSV Jahn und der Bundesliga-Reserve des SC Sand. Zwar hatten die nordhessischen Gastgeber früh einen Rückschlag zu verkraften, als nach gerade einmal 17 Minuten Leistungsträgerin Jacqueline Baumgärtel verletzt ausgewechselt werden musste, doch dies schien wie ein weiterer Motivationsschub für die Elf von Trainer Robert Franke zu wirken, denn nur wenige Zeigerumdrehungen danach netzte Goalgetterin Johanna Hildebrandt zur Jahn-Führung ein. Die gleiche Spielerin war dann unmittelbar vor dem Pausenpfiff erneut zur Stelle und baute die Führung auf 2:0 aus, was für die Gäste aus Südbaden einen psychologischen Nackenschlag darstellte. Zwar bemühte sich der SC Sand II im zweiten Durchgang redlich um den Anschlusstreffer, doch gegen den stabilen Defensivverbund der Gastgeberinnen gab es an diesem Tag kein Durchkommen. Stattdessen markierte Arlene Rühmer in der 77. Minute den dritten Caldener Treffer und besiegelte nicht nur den 3:0-Endstand, sondern auch die erste Saisonniederlage des SC Sand II, der damit zugleich auch in der Tabelle überflügelt werden konnte.

Weitaus spannender als es das 5:1-Endergebnis vermuten lässt verlief das hessische Aufeinandertreffer zwischen dem FSV Hessen Wetzlar und dem Aufsteiger Offenbacher Kickers. Die Gäste vom Bieberer Berg hatten in der ersten Hälfte durchaus Gelegenheiten, selbst in Führung zu gehen, scheiterten jedoch wiederholt an der Wetzlarer Torhüterin Janina Beffart. Dies rächte sich in der 38. Minute, als Maike Simbeck nach einem Eckstoß per Kopf zur Führung der Gastgeberinnen einnickte. Dies wiederholte sich in der 63. Minute: erneut Eckstoß für den FSV Hessen, erneut Kofball Simbeck, erneut Tor. Als fünf Minuten später Ann-Kathrin Kundermann sogar auf 3:0 erhöhte, schien eine Vorentscheidung gefallen. Doch die Kickers stemmten sich weiter gegen die drohende Niederlage und schöpften nach dem Anschlusstreffer durch Jennifer Kott (78. Minute) neue Hoffnung. Alles auf eine Karte setzend drängten die Offenbacher in der Schlussphase auf weitere Treffer. Dies eröffnete dem FSV Hessen Wetzlar Raum für Konter, den die Elf von Coach Marco Ebert in Person von Ann-Kathrin Kundermann zu nutzen wusste. Mit zwei weiteren Treffern in der Nachspielzeit sorgte sie für das deutliche Endergebnis. Mit seinem ersten Saisonsieg stellte der FSV Hessen Wetzlar den Anschluss an die obere Tabellenhälfte her, in der sich der Aufsteiger aus Offenbach trotz seiner zweiten Saisonniederlage weiterhin behauptet.

Die ambitioniert in die Saison gestartete Frankfurter Eintracht stand nach drei Niederlagen zum Auftakt gegen den SC Freiburg II bereits unter Zugzwang. Doch von Druck merkte man den Gastgeberinnen vom Anstoß weg wenig an. Nach gerade einmal einer knappen Viertelstunde hatten Rosalie Sirna und Kaho Fushiki eine 2:0-Führung der Eintracht herausgeschossen, was der Mannschaft aus der Mainmetropole ein gehöriges Maß an Sicherheit verlieh. Auch im zweiten Durchgang konnte die III. Mannschaft der Eintracht früh jubeln, Ebru Uzungüney hatte in der 56. Minute auf 3:0 erhöht. Auch wenn der SC Freiburg II zu weiteren Chancen kam, war damit die Vorentscheidung gefallen. Den endgültigen Deckel auf die Partie machte schließlich Rosalie Sirna mit ihrem zweiten Treffer des Tages, mit dem sie in der 83. Minute den 4:0-Endstand herstellte. Die Frankfurterinnen fuhren somit ihre ersten Saisonzähler ein und hoffen darauf, am kommenden Spieltag gegen Wetzlar nachlegen zu können. Dagegen musste der SC Freiburg II vor dem anstehenden Südbaden-Derby gegen den SC Sand II mit seiner dritten Saisonniederlage einen weiteren Rückschlag verkraften und fiel auf den vorletzten Tabellenplatz zurück.

In der Qualigruppe 2 musste der spielfreie VfB Obertürkheim machtlos mit ansehen, wie ihn gleich drei Mannschaften in der Tabelle überflügeln konnten. Der 1. FC Nürnberg feierte im seinem zweiten Saisonspiel den zweiten Sieg und hat es in der eigenen Hand, den neuen Spitzenreiter SV Alberweiler am Platz an der Sonne abzulösen.

Enorm torhungrig präsentierte sich der SV Alberweiler bei seinem Gastspiel in München, wo dem gastgebenden FFC Wacker früh eine Phase der Unachtsamkeit zum Verhängnis wurde. Innerhalb von gerade einmal fünf Minuten schossen Laureta Temaj (15.‘, Strafstoß), Vera Ellgass (17.‘) und Theresa Hauler (20.‘) eine deutliche 3:0-Führung für die Gäste aus Württemberg heraus. Doch der FFC Wacker bewies Moral und erzielte in Person von Lisa Flötzner in der 25. Minute den Anschlusstreffer zum 1:3, was zugleich den Pausenstand darstellte. Doch insgesamt erwies sich der SV Alberweiler an diesem Tag als zu starker Gegener für den Aufsteiger aus der bayerischen Landeshauptstadt. Svenja Kunz, Victoria Brinsa und Tamara Würstle schraubten im zweiten Durchgang das Ergebnis in die Höhe und stellten die Weichen endgültig auf Sieg für den SV Alberweiler, der bei besserer Chancenverwertung noch öfter hätte jubeln können. Das Tor zum 2:6-Endergebnis, welches Verena Pfeifer in der Schlussminute erzielte, hatte somit nur noch statistischen Wert. Zuversicht kann der FFC Wacker München trotz der deutlichen Niederlage daraus schöpfen, dass ihn in der Tabelle – auf Rang 5 liegend – vom Spielgegner und neuen Spitzenreiter SV Alberweiler gerade einmal drei Zähler trennen.

Torchancen gab es für den SV Alberweiler im Spiel beim FFC Wacker München zuhauf (Foto: Peter Herle)

Obwohl der 1. FC Nürnberg bedingt durch seine Teilnahme am DFB-Pokal erst zwei Saisonspiele in der Frauen-Regionalliga absolviert hat, rangiert er sich früh in der Spitzengruppe ein. Um ihre weiße Weste wahren zu können, hatten die Clubfrauen beim FC Forstern jedoch ein schweres Stück Arbeit zu verrichten. Zwar sorgte Sophie Fournier mit dem Führungstreffer in der 7. Minute für einen Auftakt nach Maß der Gäste aus Mittelfranken, doch ließen sich die Gastgeberinnen aus Forstern davon nicht aus dem Konzept bringen. Die Elf von FCF-Coach Thilo Herberholz bot den Gästen die Stirn und belohnte sich mit dem Ausgleichstreffer, den Helena Altenweger kurz vor Ablauf der ersten 45 Minuten erzielte. Auch der zweite Durchgang war heiß umkämpft, es dauerte deshalb auch bis zur 75. Minute, ehe der nächste Treffer fallen sollte. Diesmal waren es wieder die Gäste aus Nürnberg, die jubeln durften, Nastassja Lein hatte zum 1:2 für ihre Farben eingenetzt. Zwar warf der FC Forstern in der Schlussphase nochmals alles in die Waagschale, doch für einen Punktgewinn sollte es gegen das routinierte Team vom Club trotz aller Bemühungen an diesem Tag nicht reichen. Mit zwei Remis war der SV 67 Weinberg in die Saison 2020/21 gestartet und wartete somit vor dem Nachbarschaftsduell gegen den TSV Crailsheim noch auf seinen ersten Saisonsieg. Noch dramatischer war die Ausgangslage hingegen beim Gegner aus Crailsheim, der in seinen ersten beiden Begegnungen empfindliche Niederlagen einstecken musste und nun auf die eigenen Gesetze eines Derbies hoffte. Doch der SV 67 Weinberg drückte der Begegnung früh seinen Stempel auf und bekam in der 18. Minute einen Strafstoß zugesprochen, den Torjägerin Nina Heisel zur Führung der Gastgeberinnen verwandelte. Nach einer halben Stunde erhöhte Annika Kömm auf 2:0, womit die Aufgabe für das Tabellenschlusslicht aus Crailsheim zunehmend schwerer wurde. Zu Beginn der zweiten Spielhälfte löste sich der TSV Crailsheim zwar ein wenig vom Weinberger Druck, doch in der Offensiv fehlte es den Gästen an Durchschlagskraft. So ging das 3:0, welches erneut Annika Kömm in der 69. Minute erzielte, beinahe schon mit einer Entscheidung der Partie einher. In der Schlussphase wurde es dann sogar richtig bitter für den TSV Crailsheim, denn Nina Heisel hatte ihren Torhunger noch nicht gestillt und legte mit ihren Saisontreffern 5 und 6 zum 5:0-Endergebnis nach. Durch seinen erlösenden ersten Saisonsieg glückte dem SV 67 Weinberg zugleich der Sprung unter die Top3-Teams der Qualigruppe 2, welche sich nach Abschluss der Qualifikationsphase für die anschließende Meisterrunde qualifizieren.

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