Frauen-RL: SV 67 Weinberg erklimmt Tabellenspitze in Unterzahl

Das „Bäumchen-wechsel-Dich“-Spiel an der Tabellenspitze der Frauen-Regionalliga Süd hält weiter an. Nach dem 9. Spieltag belegt nun der SV 67 Weinberg den Platz an der Sonne und ist damit bereits die fünfte Mannschaft, welche in der noch relativ jungen Saison das Feld anführt. Besonders beeindruckend ist dabei, dass die Weinbergerinnen den Sprung an die Spitze dank eines Auswärtssieges in Augsburg schafften, den sie aufgrund eines frühen Platzverweises in nummerischer Unterzahl errangen. Der bisherige Spitzenreiter Eintracht Frankfurt geht dagegen beim SC Sand II kräftig baden, ebenso kassiert der TSV Crailsheim in Nürnberg eine derbe Abfuhr im Abstiegskampf.

TSV Schwaben Augsburg – SV 67 Weinberg (Foto: Roger Schlensog)

Mit neuem Selbstvertrauen ging der TSV Schwaben Augsburg nach seinem jüngsten Erfolg beim TSV Crailsheim ins nächste Duell mit einem letztjährigen Zweitligisten. Doch an Selbstvertrauen mangelt es auch dem SV 67 Weinberg nicht, denn die Tendenz der Elf aus Mittelfranken ging zuletzt stark nach oben, was auch der deutliche 4:0-Sieg über den SC Sand II gerade einmal drei Tage zuvor belegte. So entwickelte sich vom Anpfiff weg eine spannende Partie, in welcher sich dann auch noch vor dem Seitenwechsel einige Höhepunkte ereigneten. Zunächst gingen die Gäste aus Weinberg in Führung, Maren Haberäcker war nach 27 Minuten für die Schellenberg-Mannschaft erfolgreich. Doch der TSV Schwaben fand die passende Antwort und startete nur drei Zeigerumdrehungen später einen Angriff, den die Torhüterin des SV 67 Weinberg außerhalb ihres Strafraums nur mit einem Foulspiel zu stoppen wusste und von der Schiedsrichterin daraufhin des Feldes verwiesen wurde. Und auch den daraus resultierenden Freistoß konnten die Gastgeberinnen konsequent für sich nutzen, Lisa Steppich zirkelte den Ball zum Ausgleich in die Maschen. Doch wer nun geglaubt hatte, dass sich der SV 67 Weinberg in Unterzahl auf das Verteidigen des Zwischenstandes konzentrieren würde, sah sich noch vor Ablauf des ersten Durchgangs getäuscht, als Julia Brückner ihre Farben in der 42. Minute erneut in Führung schoss. Und auch im zweiten Durchgang kamen die Gäste dem Augsburger Tor immer wieder mal gefährlich nahe, wobei gleichzeitig die Abwehrreihen des SVW den Spielerinnen des TSV Schwaben nur selten gefährliche Aktionen gestattete. So blieb es beim knappen 2:1-Auswärtssieg der Mittelfranken und dem damit verbundenen, erstmaligen Sprung an die Tabellenspitze der Frauen-Regionalliga Süd.

Kein gutes Omen stellt die Tabellenführung indes für Eintracht Frankfurt dar. Schon dreimal grüßten die Hessinnen von ganz oben, dreimal verloren sie die Tabellenspitze aber auch wieder gleich am folgenden Spieltag. Diesmal hatte die Elf von Eintracht-Coach Christian Yarussi beim SC Sand II nichts zu bestellen und lag bereits zur Pause beinahe aussichtslos mit 1:4 in Rückstand. Ann-Christin Angel mit der ersten Aktion des Spiels, Christine Veth, Julia Zirnstein und Jenny Gaugigl hatten den Südbadnerinnen mit ihren Treffern einen mehr als beruhigenden Zwischenstand beschert, auch wenn Kanako Fuse in einer turbulenten Anfangsphase schon in der 2. Spielminute zum zwischenzeitlichen 1:1 für die Eintracht hatte ausgleichen können. Im zweiten Durchgang ließen es die Gastgeberinnen dann angesichts ihres sicheren Vorsprungs bis in die Schlussphase hinein etwas ruhiger angehen, ehe sie das Ergebnis mit zwei weiteren Treffern doch nochmal in die Höhe schraubten. Erneut Gaugigl (85.‘) und Jennifer Schlee in der Schlussminute stellten den 6:1-Endstand her. Während sich also die Elf von Sand-Trainer Georg Forscht eindrucksvoll für die Niederlage in der Vorwoche beim SV 67 Weinberg rehabilitierte und nun gemeinsam mit dem SV Frauenbiburg den erfolgreichsten Angriff der Liga stellt (jeweils 23 Tore), mussten die Frankfurterinnen gleich drei Konkurrenten passieren lassen und rangieren nun auf Tabellenplatz 4.

Neben dem SV 67 Weinberg und dem SC Sand II gelang es auch dem SV Alberweiler, am Mitaufsteiger aus Frankfurt vorbeizuziehen. Dank eines 3:0-Heimsieges im württembergischen Duell über den FV Löchgau wahrte der SVA den direkten Kontakt zur Tabellenspitze und rückte nur drei Tage nach seiner ersten Saisonniederlage wieder auf einen potenziellen Aufstiegsrang vor. Vor über 300 Zuschauern erwischte die Heimelf dabei in beiden Durchgängen einen Start nach Maß. Dauerte es nach dem Anstoß zur ersten Halbzeit noch zwölf Minuten, ehe Tamara Würstle für die Gastgeberinnen einnetzen konnte, so waren zu Beginn der zweiten Spielhälfte keine zwei Minuten auf der Uhr, als Kerstin Schneider zum 2:0 für die Elf von SVA-Trainer Peter Kalmbach nachlegen konnte. Und nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit fiel auch schon die endgültige Entscheidung, für die erneut Tamara Würstle mit ihrem zweiten Treffer des Tages sorgte. Mit seinem fünften Saisonsieg festigte der SV Alberweiler seinen Platz im Spitzenfeld der Frauen-Regionalliga Süd und hat zudem noch ein Nachholspiel gegen den ETSV Würzburg in der Hinterhand. Dagegen tut sich der FV Löchgau aktuell schwer, an die erfolgreiche Vorsaison anzuknüpfen, in der die Schuster-Mannschaft lange um den Meistertitel mitspielte.

Weiter im Gleichschritt marschieren der FC Ingolstadt 04 und der FFC Wacker München, die am 9. Spieltag beide einen Sprung nach oben verpassten. Während der FC Ingolstadt 04 in seinem Heimspiel gegen den ETSV Würzburg nicht über ein torloses Remis hinauskam, musste sich auch der FFC Wacker München beim Tabellenvorletzten SC Regensburg trotz nummerischer Überzahl in der Schlussviertelstunde (rote Karte gegen eine SCR-Spielerin in der 75. Minute) mit einem Zähler begnügen. Dabei sahen sich die Münchnerinnen sogar einem Rückstand ausgesetzt, nachdem Julia Haselbeck ihre Regensburgerinnen in der 59. Spielminute sogar in Führung gebracht hatte. Doch Lisa Flötzner glich für den FFC Wacker in der 74. Minute zumindest noch aus. Anschließend konnte die Elt von Wacker-Coach Stefan Schubert kein Kapital aus ihrer Überzahl schlagen und fiel durch das 1:1-Unentschieden auf Rang 5 zurück. Unmittelbar hinter den Münchnerinnen reiht sich der FC Ingolstadt 04 ein.

1. FC Nürnberg – TSV Crailsheim

Mit lediglich acht erzielten Treffern hatte der 1. FC Nürnberg bis dato den schwächsten Angriff der Liga aufzuweisen, doch am 9. Spieltag ließen es die Cluberinnen gegen den TSV Crailsheim dann ordentlich krachen. In einem Spiel, das für beide Mannschaften von großer tabellarischer Bedeutung war, stellten die Gastgeberinnen die Weichen schon früh auf Heimsieg. Anna Wachal und Luisa Richert waren je einmal erfolgreich, sodass bereits nach 24 Spielminuten eine 2:0-Führung für den 1. FCN zu Buche stand. Und die beiden Torschützinnen konnten dann im zweiten Durchgang auch jeweils einmal nachlegen und dadurch endgültig für klare Verhältnisse sorgen. In der 85. Spielminute sorgte schließlich die kurz zuvor eingewechselte Lisa Tietz für den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie, als sie den 5:0-Endstand herstellte. Während Nürnberg-Coach Osman Cankaya nun hofft, dass der Knoten bei seiner Elf nach dem zweiten Sieg innerhalb von vier Tagen vor dem anstehenden Duell beim Spitzenreiter aus Weinberg endgültig geplatzt ist, stagniert der TSV Crailsheim in der Abstiegszone und wartet seit nun bereits vier Spieltagen auf seinen dritten Saisonsieg.

Einen 2:0-Pflichtsieg fuhr derweil der SV Frauenbiburg gegen das Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth ein. Yvonne Dengscherz (36. Spielminute) und Lea Hochholzer (84.‘) zogen mit ihren Treffern den tapfer kämpfenden Gästen aus Fürth den Zahn und sorgten dafür, dass das Spitzenteam der vergangenen Spielzeit als derzeitiger Tabellensiebter nicht nur den Vorsprung auf die Abstiegszone auf fünf Zähler ausbauen konnte, sondern bei vier Punkten Rückstand auf Rang 2 vielleicht auch wieder langsam nach oben schielen darf. Dagegen herrscht bei der SpVgg Greuther Fürth erneut Enttäuschung vor. Trotz einer ansprechenden kämpferischen Leistung musste man die Heimreise erneut mit leeren Händen antreten, konnte aber zumindest ein anderes Gesicht zeigen als noch bei der 1:5-Klatsche gegen den FFC Wacker München drei Tage zuvor. Bei lediglich vier Zählern Rückstand zum rettenden Ufer wird man die Köpfe beim Aufsteiger nun auch gewiss nicht in den Sand stecken.

 

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