Frauen-RL: Tabellenführer setzt sich ab

Der Spitzenreiter der Frauen-Regionalliga Süd, FC Ingolstadt 04, löste am 10. Spieltag seine Aufgabe beim Schlusslicht Hegauer FV souverän und profitierte zudem auch von den Niederlagen der Verfolger aus Forstern und Nürnberg. Während der SC Sand II weiter von Sieg zu Sieg eilt, pirscht sich der SV Alberweiler zunehmend an die Spitzenränge heran. Die Mannschaften aus dem Tabellenkeller gehen allesamt leer aus und drohen den Anschluss an das untere Mittelfeld frühzeitig zu verlieren.

Letztendlich standesgemäß fiel das Ergebnis im Duell des Tabellenletzten gegen den Ligaprimus aus. Doch so leicht, wie es der Endstand von 0:3 vermuten lässt, tat sich der FC Ingolstadt 04 beim Hegauer FV nicht. Lange hielt die Abwehr des Aufsteigers aus Südbaden den Angriffen der Gäste aus Oberbayern stand. So ging es auch mit einem torlosen Remis in die Halbzeitpause. Im zweiten Durchgang zeichnete sich der Spitzenreiter schließlich durch seine Geduld aus. Nach einer knappen Stunde Spielzeit war es so weit: Ramona Maier sorgte für die Führung des haushohen Favoriten und brachte ihr Team damit auf die Siegerstraße. Denn gerade einmal zehn Minuten später legte Anna-Maria Buckel zum 0:2 nach und sorgte damit für die Vorentscheidung. Zwar bemühten sich die gastgeberinnen in der Folge nochmals intensiv um den Anschlusstreffer, doch die Defensive des Spitzenreiters war an diesem Tag nicht zu knacken. In der Nachspielzeit bekam der FCI schließlich noch einen Strafstoß zugesprochen, den Alina Mailbeck nervenstark zum Endstand verwandelte. Beide Teams steht nun jeweils der VfL Sindelfingen Ladies als nächster Gegner bevor. Schon am Donnerstag empfängt der Hegauer FV in einer Nachholpartie vom 4. Spieltag den unmittelbaren Konkurrenten in einem eminent wichtigen Duell um den Klassenerhalt, ehe die Sindelfinger dann am kommenden Wochenende als krasser Außenseiter zum FC Ingolstadt 04 reisen, der auch nach zehn Spieltagen noch ungeschlagen ist und sich zunehmend zum Meisterschaftsfavoriten entwickelt.

Bis vor wenigen Wochen marschierte der FC Forstern in der Frauen-Regionalliga Süd vorweg, doch inzwischen ist der starke Aufsteiger ein bisschen auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Die 1:2-Heimniederlage gegen den SV Alberweiler ließ nicht nur den unmittelbaren Kontakt des FCF zum FC Ingolstadt 04 ein bisschen abreißen, sondern bedeutete schon das dritte sieglose Spiel in Folge für die Oberbayern. Der SV Alberweiler, der seinerseits die Liga in der Vorsaison als Aufsteiger aufgemischt und lange um den Aufstieg mitgespielt hatte, bot den Gastgeberinnen von Beginn an die Stirn und erarbeitete sich Feldvorteile. Doch die sich bietenden Chancen ließ der SVA noch ungenutzt, sodass mit einem 0:0 die Seiten gewechselt wurden. Auch im zweiten Durchgang blieben die Gäste aus Württemberg überlegen, doch das erste Tor erzielte der FC Forstern. Theresa Eder markierte in der 68. Spielminute ihren vierten Saisontreffer und stellte den Spielverlauf damit ein wenig auf den Kopf. Doch die Elf des SV Alberweiler zeigte anschließend, dass sie nach einem durchwachsenen Saisonstart wieder gefestigt ist. In der Schlussviertelstunde drehte Victoria Stvoric mit einem Doppelschlag (78. und 85. Spielminute) die Begegnung zu Gunsten der Gäste, die durch ihren sechsten Saisonsieg als Tabellenvierter nun bei einer Nachholpartie in der Hinterhand aus eigener Kraft am FC Forstern vorbeiziehen können.

Zwischen dem FC Forstern auf Rang 2 und dem SV Alberweiler liegt als Tabellendritter unverändert der SC Sand II, der sein Gastspiel beim FFC Wacker München mit 2:0 für sich entscheiden und damit seinen sechsten Sieg in Folge einfahren konnte. Dabei erzielten die Gäste aus der Ortenau ihre Treffer zu psychologisch günstigen Zeitpunkten. Erst brachte Jennifer Schlee ihre Farben bereits in der 4. Spielminute in Führung, ehe Anne Rotzinger unmittelbar vor dem Seitenwechsel die Führung ausbaute und den Gastgeberinnen aus der bayerischen Landeshauptstadt damit einen erheblichen Dämpfer verpasste. In Hälfte 2 behauptete die Bundesliga-Reserve ihren Vorsprung schließlich routiniert und brachte den Auswärtssieg über die Ziellinie. Während sich der SC Sand II damit endgültig im Spitzenfeld der Tabelle etabliert hat, kassierte der FFC Wacker bereits seine vierte Niederlage im fünften Heimspiel und hält sich mit neun Zählern aus zehn Spielen nur aufgrund der ebenfalls sieglosen Konkurrenz auf einem Nichtabstiegsplatz.

Zwar liegt der TSV Crailsheim „nur“ auf Rang 5, doch die „Horaffen“haben weiterhin lediglich eine einzige Niederlage im Saisonverlauf hinnehmen müssen und befinden sich mit ihren 18 Zählern auf der Habenseite in Lauerstellung zur Tabellenspitze. Kämpfte der TSV in der Saison 17/18 lange gegen den Abstieg aus der Regionalliga an, fuhr er diesmal unter gänzlich anderen Voraussetzungen zum Zweitliga-Absteiger aus Sindelfingen, der seinerseits auch in der laufenden Saison nur schwer Fuß fasst und sich in großen Abstiegssorgen befindet. Dennoch blieb die Partie bei winterlichen Temperaturen und Schneefall lange offen, denn erst in der 51. Spielminute sollte der erste Treffer fallen. Für diesen zeichnete Celia Philine Kirbach verantwortlich, die die verdiente Führung für die Gäste aus Crailsheim markierte. Damit gerieten die Gastgeberinnen unter Zugzwang und lockerten ihre Defensivreihen. Dies aber führte nicht zum erhofften Ausgleich, vielmehr nutzten die Gäste den sich bietenden Raum und schraubten das Ergebnis in der Schlussphase noch in die Höhe. Luisa Scheidel war gleich doppelt erfolgreich und stellte den 0:3-Endstand her. Punktgleich mit dem SV Alberweiler rangiert der TSV Crailsheim im Verfolgerfeld und wartet auf Ausrutscher der Mannschaften von ganz oben. Die Ladies aus Sindelfingen bleiben mit vier Zählern Vorletzter und erhoffen sich beim Hegauer FV am Donnerstag den Befreiungsschlag und den damit verbundenen Anschluss ans rettende Ufer.

Gleich zwei Plätze büßte der 1. FC Nürnberg ein, der gegen Eintracht Frankfurt in letzter Minute den entscheidenden Treffer zur 1:2-Heimniederlage hinnehmen musste. Damit weisen die Franken auf Rang 6 zwar wie der SV Alberweiler und der TSV Crailsheim 18 Zähler auf, haben jedoch bereits zwei Begegnungen mehr als beiden Mannschaften aus Württemberg absolviert. In einem temporeichen Spiel, in dem sich die Mannschaften jeweils im Wechsel Phasen deutlicher Feldvorteile und Torchancen erspielten, ging der Vorjahresmeister aus Frankfurt durch Annika Leber in der 16. Minute in Führung. Das 0:1 bedeutete zugleich auch den Pausenstand. Nach dem Seitenwechsel drängten die Gäste auf die Vorentscheidung, doch stattdessen glichen die Clubfrauen aus. In der 56. Spielminute stellte leonie Vogel mit dem Treffer zum 1:1 die Uhren wieder auf Null. Anschließend sah es trotz weiterer Torchancen auf beiden Seiten lange nach einer Punkteteilung aus, ehe die Eintracht in der Schlussminute noch einen Freistoß am gegnerischen Strafraum zugesprochen bekam. Diesen verwandelte Kaho Fushiki eiskalt zum Siegtreffer und wurde anschließend unter einer Jubeltraube ihrer Mitspielerinnen begraben. Mit nun 16 Zählern auf dem Konto liegt der Titelverteidiger auf Rang 8, weist aber lediglich zwei Zähler Rückstand auf Rang 4 auf. Der 1. FC Nürnberg hingegen versucht am kommenden Spieltag in München, seine Serie von inzwischen schon fünf Spielen ohne dreifachen Punktegewinn zu beenden.

Auch der TSV Jahn Calden wartete vor dem 10. Spieltag schon länger auf seinen fünften Saisonsieg, ehe dieser nun im Heimspiel gegen den SC Regensburg eingefahren wurde. Dabei erwischten die Gäste aus der Oberpfalz den besseren Start in die Partie, Sabine Treml brachte den SCR bereits in der 5. Minute in Führung. Doch davon ließen sich die Nordhessen nicht beirren und konnten sich zudem auf ihre Top-Torjägerinnen verlassen. Knapp 20 Minuten nach der Gästeführung markierte Arlene Rühmer den 1:1-Ausgleich, ehe die gleiche Spielerin mit ihren Saisontreffern 6 und 7 im zweiten Durchgang die Vorentscheidung zu Gunsten des Jahn herbeiführte. Und auch die aktuell Führende der Torschützenliste, Sharon Braun, durfte sich anschließend noch feiern lassen, als sie in der Schlussphase mit ihrem 8. Saisontreffer auf 4:1 erhöhte. Damit war die Messe gelesen, auch wenn im direkten gegenzug die Gäste nochmals erfolgreich waren. Jedoch hatte der Treffer von Marina Keilholz zum 4:2-Endstand nur noch statistischen Wert. Während sich der TSV Jahn Calden mit nun 17 Zählern weiter von der Abstiegszone entfernen konnte, steht der SC Regensburg vor seinem kommenden Spiel gegen den SC Freiburg II unter Druck.

Eben diesem SC Freiburg II gelang mit einem 3:2-Heimsieg über den SV Frauenbiburg ein wichtiger Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt. Wären die Gäste mit einem Auswärtssieg bis auf einen Zähler an die Bundesliga-Reserve aus dem Breisgau herangerückt, liegen stattdessen nun sieben Punkte zwischen den beiden Teams. Der erste Durchgang entwickelte sich zu einer Vanessa-Ziegler-Show. Mit einem lupenreinen Hattrick brachte die SC-Spielerin ihre Farben scheinbar sicher mit 3:0 in Führung. Doch die Pausenansprache von Gästetrainer Georg Sewald zeigte Wirkung, denn der SV Frauenbiburg steckte nicht auf und belohnte sich für seine Moral mit einem schnellen Doppelschlag. Binnen einer Minute (60. und 61. Spielminute) verkürzten Sophia Wiesmeier und Lorena Erlacher auf 3:2 und nährten damit die Hoffnung auf Seiten der Niederbayern auf einen zählbaren Erfolg. Da aber die Gastgeberinnen die knappe Führung anschließend mit Glück und Geschick über die Zeit brachten, musste der SV Frauenbiburg die Heimreise doch mit hängenden Köpfen antreten und hat am kommenden Wochenende die nächste hohe Hürde vor der Brust, wenn es erneut zu einem Bundesliga-Reserve nach Südbaden, nämlich zum formstarken SC Sand II geht.

 

 

 

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