Frauen-RL: Wetzlar ringt Spitzenreiter Punkte ab

Der FSV Hessen Wetzlar hat es in der Frauen-Regionalliga Süd mit einem 1:1-Unentschieden gegen den SC Freiburg II als zweites Team geschafft, dem souveränen Spitzenreiter in der Saison 2019/2020 Punkte abzuknöpfen. Da sich aber auch die unmittelbaren Verfolger des SC Freiburg II, Eintracht Frankfurt und SV Alberweiler, im direkten Duell mit einem Remis voneinander trennten, bleibt der Vorsprung des Tabellenführers beträchtlich. Der VfB Obertürkheim gewinnt das Kellerduell gegen den Hegauer FV und schöpft neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg.

Dabei schrammte der FSV Hessen Wetzlar nur um wenige Augenblicke an einem dreifachen Punktgewinn gegen den unangefochtenen Ligaprimus aus dem Breisgau vorbei. Bis weit in die Schlussphase hinein hatte die Führung der Gastgebrinnen aus Hessen Bestand, für die Antonia Rau kurz nach Beginn der zweiten Spielhälfte mit ihrem Treffer gesorgt hatte. Doch je nähe das Spielende rückte, umso hektischer wurde das Spielgeschehen, da die Gastgeberinnen zuvor einige Torchancen und somit die Vorentscheidung vergeben hatten, und sich der Spitzenreiter vehement gegen die drohende zweite Saisonniederlage stemmte. Und als die reguläre Spielzeit bereits abgelaufen war, überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst geriet der FSV Hessen Wetzlar durch eine gelb/rote Karte in Unterzahl, ehe der Tabellenführer dann doch noch zuschlagen und einen Punkt aus Hessen entführen konnte. Der kurz zuvor eingewechselten Leonie Lorenz war es vorbehalten, nach einem Eckball zum Ausgleich einzunetzen und ihr Team damit vor der Niederlage zu bewahren.

Hinter dem SC Freiburg II reiht sich nun mit dem SC Sand II die zweite Bundesliga-Reserve aus Südbaden ein. Allerdings bedurfte es für den Heimsieg gegen den TSV Jahn Calden eines gewaltigen Kraftaktes. Lange sah es nach einem torlosen Remis aus, die Gäste aus Nordhessen setzten alles daran, sich nach dem deutlichen Heimsieg über die TSG Neu-Isenburg in der Vorwoche weiter von den Abstiegsrängen zu lösen und boten den Gastgeberinnen die Stirn. Doch in der 80. Spielminute wurde dem TSV Jahn ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung zum Verhängnis. Der SC Sand schaltete blitzschnell um und brachte Mona Lohmann in Position, die sich die Chance nicht entgehen ließ und den siegbringenden Treffer markierte. Für die Elf von Sand-Trainer Benjamin Ziegler stand mit dem Schlusspfiff somit der achte Sieg aus den letzten neun Begegnungen zu Buche, wohingegen der TSV Jahn Calden nun wieder drei Zähler Rückstand aufs rettende Ufer aufweist und im anstehenden Heimspiel gegen den VfB Obertürkheim unter Druck steht.

Dem SC Würzburg merkte man in der Partie bei der TSG Neu-Isenburg an, dass der Sieg der Vorwoche eine Art Knotenlöser darstellte. Durch einen deutlichen 5:1-Erfolg hievte sich die Mannschaft von Trainerin Anna Fries auf Rang 3. Einen gewaltigen Anteil am Auswärtssieg des Aufsteigers aus Unterfranken hatte Nicole Kreußer, die nicht nur den ersten Treffer der Partie erzielte, sondern im zweiten Durchgang mit einem lupenreinen Hattrick nachlegte und für die Entscheidung sorgte. Neben Kreußer, die nun neun Saisontreffer auf ihrem Konto hat, war auch Theresa Damm für den SCW erfolgreich, als sie kurz vor Ablauf der ersten 45 Minuten auf 0:2 erhöhte. Hoffnung auf einen Punktgewinn im Aufsteigerduell keimte bei der TSG Neu-Isenburg kurz auf, als Astrid Küster in der 66. Minute zum zwischenzeitlichen 1:2 verkürzen konnte, doch statt des von den Gastgeberinnen erhofften Ausgleichs fielen die weiteren Tore auf der anderen Seite. Die TSG reist somit am kommenden Spieltag als Vorletzter zum Tabellenletzten aus Crailsheim und droht dort bei einer weiteren Niederlage ans Tabellenende zurückzufallen.

Neben dem SC Freiburg II und dem SC Sand II zählen auch der SV Alberweiler und Eintracht Frankfurt zu den Teams der Stunde in der Frauen-Regionalliga Süd. Entsprechend groß war der Respekt, den die Mannschaften zu Beginn des direkten Aufeinandertreffens voreinander hatten. In einem heiß umkämpften Spiel hatten die Gastgeberinnen im ersten Durchgang leichte Vorteile und hätten den Führungstreffer verdient gehabt. Nach dem Seitenwechsel kamen dann die Gäste aus der Mainmetropole besser ins Spiel und belohnten sich mit der Führung, für die in der 65. Minute Goalgetterin Annika Leber verantwortlich zeichnete. Doch der SVA bewies Moral und kämpfte bis weit in die Schlussphase hinein gegen die drohende Niederlage an. Der Lohn für die Einstellung der Gastgeberinnen folgte aber erst in der Nachspielzeit. Spielführerin Tamara Würstle visierte das lange Eck an, wo der Ball dann auch ohne Abwehrchance der Eintracht-Keeperin zum Ausgleich einschlug. Durch das 1:1-Unentschieden büßten zwar beide Clubs Plätze in der Tabelle ein, ließen aber ihren Rückstand auf den Spitzenreiter aus Freiburg nicht weiter anwachsen. Zum Abschluss der Hinrunde gastiert der SVA in Freiburg, wo dann auch die Frankfurter Eintracht wieder die Daumen dafür drücken dürfte, dass neue Spannung in die Frauen-Regionalliga Süd einkehrt.

Tamara Würstle erzielt hier in der Nachspielzeit der Partie gegen Eintracht Frankfurt den Ausgleich zum 1:1 für ihren SV Alberweiler (Foto: Peter Herle)

Nachdem der 1. FC Nürnberg zuletzt drei Niederlagen in Serie hatte einstecken und dadurch den Anschluss an die Tabellenspitze hatte abreißen lassen müssen, reiste man als Außenseiter zum fränkischen Duell nach Weinberg. Doch die Clubfrauen starteten mit viel Energie ins Derby und zwangen den Gastgeberinnen ihr Spiel auf. So war die Führung der Gäste, die Sophie Fournier in der 35. Minute markierte, zur Halbzeitpause durchaus verdient. Mit Beginn des zweiten Durchgangs wendete sich das Blatt. Nun war es der letztjährige Zweitligist aus Weinberg, der sich ein deutliches Übergewicht erspielte. Doch in die Drangphase des SVW hinein fuhr der 1. FC Nürnberg einen Konter, den Nastassja Lein mit ihrem zehnten Saisontreffer zum 0:2 vollstreckte (53. Minute). Davon unbeirrt übten die Gastgeberinnen weiter Druck auf gegnerische Tor aus und markierten in Person von Angelika Rößler nur wenig später den Anschlusstreffer zum 1:2 (Strafstoß, 61. Minute). Im weiteren Spielverlauf ergaben sich noch Möglichkeiten auf den Ausgleichstreffer, doch auch der 1. FC Nürnberg war mit seinen Kontern stets gefährlich. Jedoch sollte kein weiterer Treffer fallen, sodass der Club aus Nürnberg mit dem Schlusspfiff einen Auswärtssieg feiern konnte und mit nun 21 Zählern auf dem Konto am Spielgegner aus Weinberg (19 Punkte) vorbeiziehen konnte.

Den höchsten Sieg des 12. Spieltages fuhr der FC Forstern ein. Die Oberbayern ließen dem Schlusslicht aus Crailsheim beim 7:0 nicht den Hauch einer Chance. Schon zur Halbzeitpause war beim Stand von 3:0 für die Gastgeberinnen eine Vorentscheidung gefallen. Nach dem Seitenwechsel baute der FCF seine Führung kontinuierlich aus und feierte am Ende einen Kantersieg, durch den nicht nur der Punktevorsprung auf die Abstiegszone ausgebaut, sondern auch das Torverhältnis gegenüber der Konkurrenz deutlich aufgebessert werden konnte. Theresa Eder war dabei die einzige Akteurin, die zweifach über einen Treffer jubeln durfte. Ngoc Nguyen Minh, Pija Reininger, Sandra Obermeier und Laura Schatzeder erzielten die weiteren Tore für die Oberbayern, die zudem von einem Eigentor des TSV Crailsheim profitierten. Während der FC Forstern nun eine positive Bilanz aufweist (sechs Siegen stehen fünf Niederlagen gegenüber), erhofft man sich in Crailsheim am letzten Spieltag der Hinrunde den ersten Saisonsieg, wenn die TSG Neu-Isenburg zum absoluten Kellerduell ins Schönebürgstadion kommt.

Zwar durfte sich der VfB Obertürkheim am 12. Spieltag über seinen dritten Saisonsieg freuen, doch durch den Erfolg des FC Forstern bleibt der Rückstand des Aufsteigers aus Stuttgart auf das rettende Ufer unverändert bei acht Punkten. Das goldene Tor zum 1:0-Heimsieg über den Hegauer FV fiel gleich in der Anfangsphase der umkämpften Begegnung. Teresa Böpple war schon in der 4. Minute für ihren VfB zur Stelle und netzte zum späteren Heimsieg ein, der für den neuen Obertürkheimer Trainer André König zugleich einen Einstand nach Maß darstellte. Der Hegauer FV hatte bei einem Lattentreffer in der 32. Minute Pech, erspielte sich darüber hinaus aber kaum zwingende Torchancen und verbleibt somit bei lediglich vier Punkten auf seinem Konto. In Obertürkheim schöpft man indes neue Hoffnung auf den Klassenerhalt und reist nun in der kommenden Woche zum TSV Jahn Calden, der als Tabellenzehnter unmittelbar vor dem VfB rangiert.

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