Frauen-RL: Auftakt der Rückrunde

Mit einem knappen Heimsieg über den FC Forstern ist der Tabellenführer der Frauen-Regionalliga Süd, SC Freiburg II, in die Rückrunde gestartet. Auch die Verfolger aus Würzburg, Frankfurt und Sand fahren jeweils drei Punkte ein. Dagegen kassiert der SV Alberweiler eine empfindliche Pleite in Nürnberg und muss den Kontakt nach ganz oben erstmal abreißen lassen. In einem torreichen Spiel bezwingt der TSV Jahn Calden den Hegauer FV und verlässt dadurch die Abstiegszone.

Wie bereits im Hinspiel landete der SC Freiburg II gegen den FC Forstern einen mühsamen Arbeitssieg. Doch auch wenn beim denkbar knappen 1:0-Heimsieg der SC-Bundesligareserve viel Geduld, Arbeit und Kampf gefragt war, standen am Ende doch drei Zähler für den Spitzenreiter zu Buche, der damit Wiedergutmachung für die Niederlage in der Vorwoche gegen den SV Alberweiler betreiben konnte. Jessica Reinhardt avancierte für den SCF zur Matchwinnerin, als sie mit ihrem achten Saisontor nach einer gespielten Stunde für den Siegtreffer ihrer Farben sorgte. Zwar hatten die Gastgeberinnen über die gesamte Partie Feldvorteile, aber auch die Gäste aus Forstern kamen zu Tormöglichkeiten, sodass ein Punktgewinn möglich gewesen wäre. Jedoch schien das gegnerische Gehäuse an diesem Tag wie vernagelt, sodass mit dem Schlusspfiff ein letztendlich verdienter Sieg des SC Freiburg II in die Statistik einging. Mit nun 34 Zählern aus 14 Begegnungen stehen die Breisgauerinnen dicht davor, als Tabellenführer in die Winterpause zu gehen. Dagegen fielen die Gäste aus Oberbayern nach ihrer siebten Saisonniederlage auf einen Abstiegsrang zurück und werden alles daran setzen, diesen in ihren verbliebenden zwei Begegnungen (gegen Nürnberg und Nachholspiel gegen Alberweiler) vor der Winterpause wieder zu verlassen.

Den zweiten Tabellenplatz verteidigte des SC Würzburg erfolgreich durch einen 2:1-Heimsieg im Aufsteigerduell gegen den VfB Obertürkheim. Zwar starteten die Gäste aus Stuttgart engagiert in die Partie, dennoch gerieten sie nach 26. Minuten in Rückstand. Meike Bohn reagierte nach einem Pfostentreffer am schnellsten und netzte für den SC Würzburg ein. Doch der Schock saß dem VfB Obertürkheim nur kurz in den Gliedern, denn gerade einmal vier Zeigerumdrehungen später sorgte Sophie Gairing für den Ausgleich. Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Gastgeberinnen den Druck und belohnten sich mit dem erneuten Führungstreffer, für den Daniela Hofmann in der 56. Minute verantwortlich zeichnete. Im weiteren Spielverlauf mühten sich die Gäste zwar darum, doch noch etwas Zählbares mit auf die Heimreise nehmen zu können, doch die Würzburger Defensive ließ kaum noch zwingende Torchancen des Gegners zu. Mit nun zehn Siegen aus 14 Spielen weist der SC Würzburg eine beeindruckende Bilanz auf und steht auch am letzten Spieltag vor der Winterpause vor einer vermeintlich lösbaren Aufgabe, wenn die Reise zum Hegauer FV führt. Dem gegenüber verbleibt der VfB Obertürkheim bei zehn Zählern auf dem Konto und steht bei ebenso vielen Zählern Rückstand aufs rettende Ufer im anstehenden Spiel gegen den TSV Crailsheim unter Druck.

Deutlich schwerer als beim 7:0-Sieg zum Saisonauftakt tat sich die Frankfurter Eintracht im Nachbarschaftsduell gegen den Aufsteiger TSG Neu-Isenburg. Zwar gestalteten die Frankfurterinnen die Partie von Beginn an dominant, doch sollte der Knotenlöser erst in der 35. Minute erfolgen, als Nina Neumann den Führungstreffer für die Eintracht markierte. Ein ähnliches Bild ergab sich auch in Durchgang 2: Die Zuschauer/innen bekamen beinahe Einbahnstraßenfußball in Richtung des Neu-Isenburger Tors zu sehen, doch fehlte es den Akteurinnen mit dem Adler auf der Brust oft an der letzten Präzision im Abschluss. Für die Entscheidung sorgte Routinier Annika Leber, die in der 71. Minute mit dem Treffer zum 2:0 zugleich den Endstand herstellte, auch wenn in der Schlussphase bei weiteren Möglichkeiten ein höherer Sieg möglich gewesen wäre. Mit Spannung blickt man in Frankfurt nun dem anstehenden Verfolgerduell beim SC Sand II entgegen, ehe vor der Winterpause noch ein Nachholspiel gegen den Hegauer FV zu absolvieren ist. Dagegen behält die TSG Neu-Isenburg die rote Laterne und hat zum Abschluss des Kalenderjahres 2019 mit dem Heimspiel gegen den SC Freiburg II eine weitere hohe Hürde vor der Brust.

Gefährlich kreuzt hier eine Spielerin von Eintracht Frankfurt vor dem Tor der TSG Neu-Isenburg auf. Trotz drückender Überlegenheit gewann die Eintracht „nur“ mit 2:0 gegen das Schlusslicht. (Foto: Bernd Höppler)

Hatte sich der SC Sand II zum Saisonauftakt gegen den TSV Crailsheim noch mit einem Remis begnügen müssen, so fuhr die Elf von Trainer Benjamin Ziegler gegen den gleichen Gegner zum Auftakt der Rückserie ihren neunten Saisonsieg ein und wahrte damit den Kontakt an die Tabellenspitze (sechs Punkte Rückstand auf den SC Freiburg II). Doch beim 2:1-Auswärtssieg stand dem SC Sand II am 14. Spieltag durchaus auch ein bisschen das Glück zur Seite, denn das Kellerkind aus Crailsheim gestaltete das Spiel weitestgehend offen und vergab in der Schlussminute die große Chance auf den Ausgleich. Zuvor hatte Mona Lohmann nach 30 Minuten zur Gästeführung eingenetzt, die auch mit dem Pfiff zur Halbzeitpause Bestand hatte. In der 55. Minute erhöhte Marion Gavat in Folge einer Drangphase der Gäste auf 0:2, wodurch sich die SC-Spielerinnen vielleicht ein wenig zu sicher fühlten. Doch die Gastgeberinnen aus Crailsheim steckten nicht auf und schöpften nach dem Anschlusstreffer durch Lisa Wich (61. Minute) neue Hoffnung auf einen Punktgewinn. Doch obwohl der TSV viel Kraft investierte, stand mit der letzten vergebenen Chance in der Nachspielzeit fest, dass man sich nicht für den großen Aufwand würde belohnen können. Mit lediglich einem Sieg aus 14 Spielen bedarf es in Crailsheim eines Fußballwunders, soll am Saisonende doch noch der Klassenerhalt gefeiert werden.

Nach zuletzt sieben Begegnungen in Serie, die der SV Alberweiler ohne Niederlage geblieben war und sich dadurch ins vordere Drittel der Tabelle vorgearbeitet hatte, erwischte es das Team von Trainerin Chantal Bachteler zum Auftakt der Rückrunde nun umso deftiger. Die 1:6-Niederlage beim 1. FC Nürnberg fiel letztendlich sogar noch deutlicher aus als das Ergebnis des ersten Spieltages, an dem man sich dem gleichen Gegner mit 2:6 hatte geschlagen geben müssen. Torreich wurde es in Nürnberg jedoch erst nach dem Seitenwechsel, denn in der ersten Spielhälfte hatte lediglich Sophie Fournier für Jubel auf Seiten der Nürnbergerinnen gesorgt. Und auch im zweiten Durchgang sollte es zunächst 20 Minuten dauern, ehe der Ball wieder Netz des Gästegehäuses zappelte. Dafür ging es dann Schlag auf Schlag: Jessica May (65. Minute), Nastassja Lein (67.‘) und Anna Wachal (70.‘) schraubten das Ergebnis innerhalb weniger Momente auf 4:0. Damit war den Gästen aus Alberweiler der Zahn gezogen, in der Schlussphase erzielte Franziska Mai zwei weitere Tore für die Clubfrauen. Der Ehrentreffer des SVA, den Vera Ellgass zum zwischenzeitlichen 5:1 in der 84. Spielminute erzielte, war daher für den 1. FC Nürnberg zu verschmerzen. Durch den Kantersieg überflügelten die Nürnbergerinnen (24 Punkte) den Spielgegner (23 Punkte) in der Tabelle und haben mit einem Nachholspiel in der Hinterhand noch die Möglichkeit, den Rückstand auf die Tabellenspitze weiter zu verkürzen.

Punktgleich mit dem SV Alberweiler liegt der FSV Hessen Wetzlar auf Rang 7 und komplettiert damit die obere Tabellenhälfte. Zu verdanken hab die Hessinen dies einem Last-Minute-Heimsieg im Duell der letztjährigen Zweitligisten gegen den SV 67 Weinberg. Als alles bereits auf ein torloses Remis hingedeutet hatte, schlug in der Nachspielzeit doch noch Ann-Kathrin Kundermann für Wetzlar zu und sorgte für ausgelassenen Jubel bei ihren Farben. Angesichts einer stürmischen Schlussphase der Gastgeberinnen, die vor dem siegbringenden Treffer bereits mehrfach an der Weinberger Torhüterin oder dem Aluminium gescheitert waren, war der Sieg durch den Zeitpunkt des entscheidenden Treffers zwar überaus glücklich, aber am Ende nicht unverdient. Die Gäste aus Weinberg traten die Heimreise mit einer großen Portion an Frust und Enttäuschung an, denn durch ihre fünfte Saisonniederlage büßten sie gleich zwei Ränge in der Tabelle ein und belegen nun den letzten Nichtabstiegsplatz. Allerdings hat der SVW vor der Winterpause in seinen zwei Heimspielen gegen den Tabellennachbarm aus Calden sowie den VfB Obertürkeim (Nachholspiel) noch die Chance, seinen Vorsprung auf die Abstiegszone auszubauen.

Insgesamt drei Treffer hatte der Hegauer FV in seinen bisherigen zwölf Begegnungen erzielt. In Calden verdoppelten die Südbadnerinnen dann auf einen Schlag ihr Trefferkonto, doch zu einem Punktgewinn sollte es dennoch nicht reichen. Denn in der torreichsten Begegnung des 14. Spieltages war der TSV Jahn Calden gleich sechsmal erfolgreich und schaffte durch seinen siebten Saisonsieg den Sprung am SV 67 Weinberg vorbei auf Rang 8. Bereits den ersten Angriff der Partie konnte Luisa Radice zur Führung für die Gäste aus dem Hegau ummünzen. Doch Jacqueline Baumgärtel war wenig später für den TSV Jahn zur Stelle und stellte die Uhren mit dem Ausgleichstreffer wieder auf Null. Mit dem Zwischenstand von 1:1 wurden auch die Seiten gewechselt, ehe erneut die Gäste den Torreigen in Durchgang 2 eröffneten. Beim 1:2 profitierte der HFV von einem Eigentor der Gastgeberinnen, welche dieses Malheur aber anschließend innerhalb kürzester Zeit ausmerzten. Gerade einmal eine Viertelstunde benötigte der Jahn, um aus dem 1:2 ein 6:2 zu machen. Die Führende der Regionalliga-Torjägerliste, Johanna Hildebrandt, erwies sich dabei wieder einmal als besonders treffsicher. Mit drei Treffern stockte sie ihr persönliches Torkonto auf 18 Saisontore auf. Dazu waren erneut Baumgärtel und Sharon Braun erfolgreich und ließen so trotz des noch folgenden dritten Treffers der Gäste (Malin Feldt, 84. Minute) keinen Zweifel am deutlichen Heimsieg aufkommen.

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