Hessen verteidigt Titel beim U15-Sichtungsturnier

In beinahe letzter Sekunde hat die U15-Auswahl des Hessischen Fußball-Verbandes der Mannschaft aus Württemberg noch den Turniersieg entrissen und damit ihren Vorjahrestitel beim süddeutschen Sichtungsturnier verteidigt. Beide Mannschaften standen sich in einem echten Endspiel bei dem Wettbewerb, der vom 19.-21.05.2017 an der Sportschule Grünberg (Hessen) stattfand, gegenüber und boten den Talentscouts, mitgereisten Eltern und sonstigen Zuschauern zum Abschluss nochmals ein echtes Highlight.

Mit dem erlösenden Treffer zum 2:1-Sieg über Württemberg, den die Elf der gastgebenden Hessen gerade einmal fünf Minuten vor dem Schlusspfiff des allerletzten Turnierspiels erzielen konnte, sicherte sich die Mannschaft von HFV-Trainer Thomas Voggenreiter auf der Zielgeraden noch den Triumph beim Heimturnier und darf somit den SFV-Wanderpoakl für mindestens ein weiteres Jahr in der heimischen Trophäenvitrine zur Schau stellen, nachdem die hessischen Talente bereits im Vorjahr das Turnier für sich hatten entscheiden können. Dabei erwischten die Gastgeber zunächst einen holprigen Start ins Turnier und kamen in ihrer Auftaktbegegnung gegen Südbaden nicht über ein 1:1-Remis hinaus. Doch schon mit dem 3:0-Sieg über Baden zum Abschluss des ersten Spieltags ließen die Voggenreiter-Schützlinge aufhorchen, ehe sie am zweiten Turniertag beim 4:0 über Bayern gleich den nächsten deutlichen Sieg folgen ließen und sich damit selbst ein echtes Finale um den Turniersieg gegen Württemberg bescherten. In diesem gewann die HFV-Elf zunächst durch den Führungstreffer weiteren Rückenwind, ehe ein individueller Fehler den Ausgleich brachte, der den Titelverteidiger in der Blitztabelle auf Rang 2 zurückfallen ließ. Doch mit toller Moral belohnte sich die hessische U15 und ging erneut in Front. Diesmal konnten die HFV-Junioren ihren Vorsprung erfolgreich verteidigen und somit mit dem Schlusspfiff den Turniersieg und die erfolgreiche Titelverteidigung bejubeln.

Bis zum Endspiel gegen Hessen hatte das Team aus Württemberg, das mit zahlreichen Spielern des souveränen Regionalliga-Meisters VfB Stuttgart als vermeintlicher Favorit nach Grünberg gereist war, wie der sichere Sieger des Turniers ausgesehen. Mit drei Siegen aus drei Begegnungen (4:0 gegen Bayern, 2:1 gegen Baden, 1:0 gegen Südbaden) hatte die Elf von Trainer Michael Rentschler die Maximalausbeute eingefahren und dabei oft beeindruckenden Fußball gezeigt, der keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass man ein überaus gewichtiges Wort bei der Vergabe des Wanderpokals mitreden werde. Und als den wfv-Talenten in der finalen Begegnung gegen Hessen der Ausgleich zum zwischenzeitlichen 1:1 gelang, deutete erneut alles darauf hin, dass der Poakl nach 2015 wieder nach Württemberg gehen würde. Doch dann schlugen die Hessen nochmals zu und verdarben damit den Württembergern auch das süddeutsche „Double“, nachdem vor gerade einmal zwei Wochen die württembergische U17 noch das Heinz-Herbert-Kreh-Turnier hatte gewinnen können.

Mit vier Punkten aus zwei Spielen (1:1 gegen Hessen, 2:1 gegen Bayern) lag auch die von Manfred Linden gecoachte südbadische Auswahl nach dem ersten Spieltag aussichtsreich im Rennen. Doch die südbadische Hoffnung auf den Turniersieg endete am Folgetag mit der denkbar knappen Niederlage gegen Württemberg, bei der die SBFV-Elf zudem den moralischen Rückschlag zu verkraften hatte, dass ein allein aufs leere Tor zulaufender Spieler durch ein Foulspiel gestoppt wurde, was den sicheren Ausgleich verhinderte. In ihrem abschließenden Turnierspiel trennten sich die Südbadner schließlich  torlos von ihren nordbadischen Nachbarn und festigten damit einen verdienten Abschlussrang 3.

Da der bayerische Förderkader um Trainer Patrick Irmler in der ersten Begegnung des zweiten Spieltags gegen Baden knapp mit 1:0 die Oberhand behalten konnte, beendete die Mannschaft aus Bayern trotz der deutlichen Niederlagen gegen Württemberg und Hessen das Turnier auf Rang 4 unmittelbar vor den Badnern. Den Badnern fehlte in ihren Partien oftmals das entscheidene Quäntchen Glück. So unter anderem im Prestigeduell gegen Württemberg, in dem man nach zwischenzeitlicher Führung auch als Sieger hätte vom Feld gehen können. Letztlich sollte aber der Punkt aus dem Spiel gegen Südbaden der einzig zählbare Erfolg der Mannschaft von Trainer Michael Kadel bleiben.

Carsten Well, Jugendobmann des Hessischen Fußball-Verbandes und Beisitzer im SFV-Jugendausschuss, war im Rahmen der Siegerehrung voll des Lobes über die gezeigten Leistungen der süddeutschen Auswahlteams: „Allein, dass die Entscheidung um den Turniersieg so kurz vor Ende der letzten Begegnung fällt, zeigt, wie ausgeglichen das Turnier war. Die Spieler aller fünf Mannschaften haben definitiv bewiesen, dass sie zurecht in die Auswahlen ihrer Verbände berufen wurden. Wir wünschen ihnen, dass sie verletzungsfrei bleiben und noch viele weitere Auswahlturniere bestreiten werden. Der hessischen Mannschaft und dem Trainerteam gratulieren wir herzlich zum hart erkämpften Turniersieg.“ so Well.

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