Süddeutsches U15-Sichtungsturnier: Baden bricht die württembergische Dominanz

In der südbadischen Sportschule Steinbach (Baden-Baden) wurde vom 27.-29. Juni das diesjährige SFV-Länderpokalturnier der U15-Junioren ausgetragen, das an Spannung kaum zu überbieten war. Erst die letzten beiden Begegnungen des Wettbewerbs brachten eine Entscheidung darüber, welches Team erstmals den neuen Wanderpokal mit nach hause nehmen darf. Am Ende setzte sich die Auswahl des Badischen Fußballverbandes hauchdünn vor dem Team aus Hessen durch. Dritter wurde die Mannschaft aus Württemberg und verpasste es dadurch knapp, das U15-Turnier zum vierten Mal in Folge für sich zu entscheiden.

Schon zum Auftakt ließen die von Michael Kadel und Rainer Scharinger gecoachten Spieler aus Baden keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie ein gutes Turnier spielen würden. Gegen Bayern landeten sie einen auch in der Höhe verdienten 5:0-Kantersieg. Auch in ihrer zweiten Begegnung des ersten Spieltages musste die badische Auswahl gegen Württemberg keinen Gegentreffer hinnehmen, wobei jedoch auch selbst kein eigener Torerfolg bejubelt werden konnte. Dennoch führte Baden die Tabelle mit vier Punkten am Samstag an. Einen Dämpfer erlitten die Hoffnungen dann zunächst am Sonntag, nachdem man sich der hessischen Mannschaft mit 0:1 geschlagen geben musste und aufgrund der Ergebnisse aus den anderen Partien den Turniersieg nicht mehr in der eigenen Hand hatte. Jedoch profitierten die Badner anschließend vom torlosen Unentschieden zwischen Hessen und Württemberg und bezwangen im letzten Turnierspiel die südbadischen Gastgeber mit 4:1, wodurch sie dank der besseren Tordifferenz noch an den punktgleichen Hessen vorbeiziehen konnten. Stolz nahmen die Badner nach diesem Erfolg den Siegerpokal aus den Händen des süddeutschen Jugendobmanns, Karl-Heinz Wilhelm, entgegen.

Bayern-Baden klein

Die hoch gehandelte Mannschaft aus Hessen, mit zahlreichen Spielern des neuen Regionalliga-Meisters Eintracht Frankfurt im Kader, wurde ihrer Favoritenrolle anfangs gerecht. Gegen Südbaden feierten die Spieler um Trainer Steffen Winter einen souveränen 3:0-Sieg. Jedoch bissen sie sich im folgenden Spiel an der stabilen Abwehr des bayerischen Teams die Zähne aus und mussten durch einen Konter sogar das 0:1 hinnehmen, welches trotz einiger aussichtsreicher Möglichkeiten im weiteren Spielverlauf nicht mehr wettgemacht werden konnte. Zwar fanden die Hessen am zweiten Spieltag durch den 1:0-Erfolg über den späteren Turniergewinner aus Baden auf die Erfolgsspur zurück und hätten sich mit einem weiteren Sieg über Württemberg ihrerseits den Titel sichern können, aber im abschließenden Spiel fehlte es trotz Feldüberlegenheit an Kaltschnäuzigkeit im Abschluss, was sich in einem torlosen Endergebnis niederschlug. Somit landeten die Hessen mit Abschlussrang 2 ein beachtliches Ergebnis, trauerten jedoch ein wenig den vergebenen Chancen hinterher.

Nach drei Turniersiegen in Serie aus den Vorjahren ging auch die württembergische Mannschaft um Trainer Dirk Mack hoch motiviert in das Turnier. Dabei verlief ihre Auftaktbegegnung gegen Baden äußerst intensiv, die Kontrahenten schenkten sich nichts und trennten sich in einem rassigen Spiel schließlich torlos. Diesem Unentschieden ließ die wfv-Auswahl am ersten Spieltag einen klaren 4:0-Sieg über Südbaden folgen und verschaffte sich dadurch eine gute Ausgangslage für den zweiten Spieltag. An diesem kam man zum Auftakt jedoch gegen die Mannschaft aus Bayern trotz Führung nicht über ein 1:1 hinaus und hatte trotzdem noch alle Möglichkeiten, sich erneut als Turniersieger feiern zu lassen. Dafür hätte es jedoch zum Abschluss eines Erfolgs über das Team aus Hessen bedurft. Das 0:0 half aber letztendlich keiner der beiden Mannschaften weiter, tatenlos mussten sie mit ansehen, wie Baden noch an ihnen vorbeizog. Obwohl sie das Turnier mit je zwei Siegen und zwei Unentschieden ungeschlagen beendeten, mussten sich die Württemberger am Ende somit mit Rang 3 zufrieden geben und werden im Jahr 2015 einen neuen Anlauf nehmen, um den SFV-Wanderpokal wieder nach Stuttgart zu holen.

Mit denkbar ungünstigen Vorzeichen hatten die erneut mit dem Förderkader angetretenen Bayern zu kämpfen, zahlreiche Absagen von Leistungsträgern erschwerten die Vorbereitung. Entsprechend deutlich verlief auch ihr Auftaktspiel gegen Baden. Danach konzentrierten sich die Spieler von Roland Hack und Hannes Salberg überwiegend darauf, ihr Spiel aus einer stabilen Abwehr aufzuziehen, was sich in einem knappen Erfolg über Hessen sowie einem Unentschieden gegen Württemberg auswirkte. Unter anderem die nachlassenden Kräfte führten jedoch dazu, dass es zum Abschluss nochmals eine hohe Niederlage gegen die Südbadner setzte und die Bayern das Turnier somit als Vierter beendeten.

Zwar kamen die von Werner Zink trainierten Gastgeber nicht über Rang 5 hinaus, jedoch boten sie den zuschauenden Eltern und Talentscouts ein hohes Maß an Unterhaltung. Südbaden-Hessen kleinInsgesamt 17 Treffer fielen in den vier Begegnungen mit südbadischer Beteiligung. Einem unglücklichen ersten Spieltag ließ die südbadische Auswahl am Sonntag einen 5:0-Sieg über Bayern folgen, wobei nahezu alle Tore mit tollen Spielzügen herausgespielt wurden. Auch hätten die Südbadner im letzten Turnierspiel trotz des 1:4-Endergebnisses beinahe noch die Titelhoffnungen der Badner zerplatzen lassen. Zur Halbzeitpause stand es noch 1:1, wobei sich die Badner aufgrund des Spielverlaufs auch über einen Rückstand nicht hätten beklagen können.

Im Rahmen der Siegerehrung zollte Karl-Heinz Wilhelm allen teilnehmenden Teams Respekt für einen guten Wettkampf. „Alle Mannschaften wurden von ihren Trainern bestens auf das süddeutsche Turnier vorbereitet, was sich dann auch in den größtenteils hervorragenden Leistungen auf dem Spielfeld zeigte. Das lässt uns hoffen, dass die Mannschaften der süddeutschen Verbände auch beim anstehenden DFB-Länderpokalturnier eine gute Rolle spielen werden, wofür wir Euch natürlich beide Daumen drücken.“ so Wilhelm abschließend.

Tabelle:
1. Baden                   7              9:2
2. Hessen                 7              4:1
3. Württemberg        6              5:1
4. Bayern                 4              2:11
5. Südbaden            3              6:11

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