U15-Turnier: Hessen triumphiert nach Herzschlagfinale

Als Titelverteidiger war die Auswahl des Hessischen Fußball-Verbandes zum diesjährigen SFV-Sichtungsturnier der C-Junioren an die badische Sportschule Schöneck gereist und durfte am Ende den Pokal auch wieder mit zurück ins heimische Grünberg nehmen. Zuvor hatte die Mannschaft von HFV-Trainer Christoph Liebich zum Turnierabschluss jedoch ein wahres Herzschlagfinale zu überstehen, denn letztendlich setzte man sich nur aufgrund eines einzigen mehr erzielten Tores gegenüber den Gastgebern aus Baden durch.

Zwar hatten sich die hessischen Junioren bereits am ersten Turniertag mit zwei Siegen über Württemberg (2:1) und Bayern (2:0) eine glänzende Ausgangsposition für den

HFV-Coach Christoph Liebich gibt taktische Anweisungen

zweiten Turniertag erspielt, doch lag man in der Blitztabelle gegenüber der badischen Elf zunächst noch in Rückstand, da diese in ihren Begegnungen einen Treffer mehr als die Hessen erzielt hatte. Zum direkten Aufeinandertreffen der beiden Teams kam es dann am Sonntagmorgen. Und die emotional geführte Begegnung hielt, was sich die zahlreichen Talentscouts und mitgereisten Eltern davon erhofft hatten. Auf beiden Seiten ergaben sich zahlreiche Möglichkeiten, das entscheidende Tor zu markieren. Vor allem der Titelverteidiger aus Hessen ließ zahlreiche Hochkaräter ungenutzt und ärgerte sich mit dem Abpfiff über das torlose Remis und die verpasste Chance, am bisherigen Spitzenreiter vorbeizuziehen. Doch den Ärger über die verpassten Chancen nahm die Liebich-Elf mit in ihre abschließende Begegnung gegen Südbaden, in der es die hessischen Junioren gleich viermal im gegnerischen Kasten klingeln ließen. Am Ende stand ein 4:1-Erfolg zu Buche, der die Grundlage für den Turniersieg bedeuten sollte. Denn mit dem klaren Sieg hatte man dem Kontrahenten aus Baden eine hohe Hürde für die folgende Begegnung mit auf den Weg gegeben, welche von den Gastgebern schlussendlich nicht überwunden werden konnte. So feierten die Hessen die erfolgreiche Titelverteidigung, mit der sie sich für beeindruckende Leistungen selbst belohnte.

Ihrer Favoritenrolle wurden die Gastgeber des Badischen Fußballverbandes, welche auf zahlreiche Spieler des Meisters der C-Junioren-Regionalliga Süd, TSG 1899 Hoffenheim, zurückgreifen konnten, zunächst mehr als gerecht. Durch zwei überzeugende Auftritte gegen Bayern (3:0) und Südbaden (2:1) setzte sich das Team von Trainer Michael Kadel an die Spitze des Feldes. In den zweiten Turniertag starteten die Badner dann mit dem Unentschieden gegen den Verfolger aus Hessen und haderten dabei mit den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns. Gern hätte man in zwei Situationen einen Strafstoß zugesprochen bekommen, hatte jedoch auf der anderen Seite auch oftmals Glück, dass man keinen Gegentreffer hinnehmen musste. Durch den darauf folgenden Sieg der Hessen über Südbaden standen die badischen Talente in ihrer abschließenden Begegnung gegen den Rivalen aus Württemberg schließlich unter Zugzwang. Ein Sieg mit drei Toren Differenz hätte den Turniersieg gebracht, ein 3:1-Erfolg der Badner hätte Punkt- und Torgleichheit mit den Hessen und damit einen Loesentscheid um den Turniersieg bedeutet. Doch der dritte Treffer wollte dem badischen Team nicht mehr gelingen, wobei sich mit zunehmender Spieldauer auch der Kräfteverschleiß bemerkbar machte. So behielt die Kadel-Elf zwar mit 2:1 die Oberhand und beendete den Wettbewerb mit zehn Punkten aus vier Begegnungen ungeschlagen, doch angesichts des denkbar knapp verpassten Turniersiegs machte sich trotz toller Auftritte auch ein wenig Enttäuschung bei den Gastgebern breit.

Früh hatte sich abgezeichnet, dass die Mannschaften aus Baden und Hessen den Turniersieg unter sich ausmachen würden. Dennoch hätte die württembergische Auswahl von Trainer Pascal Stöffler, die aus ihren Begegnungen am ersten Turniertag lediglich einen Zähler hatte einfahren können (0:0 gegen Südbaden), mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz im allerletzten

Spielszene Württemberg – Südbaden

Turnierspiel gegen Baden sogar noch Abschlussrang 2 erklimmen können. Diese Möglichkeit hatten sich die wfv-Talente am Sonntag durch einen 2:1-Erfolg über die Mannschaft aus Bayern verschafft, in der sie Moral bewiesen und einen frühen Rückstand noch in einen Sieg umwandelten. Doch mit dem gleichen Ergebnis mussten sich die Württemberger schließlich den Badnern geschlagen geben und beendeten das Turnier dadurch auf dem Bronzerang.

Dass auch für die Auswahl aus Südbaden mit ein bisschen mehr Glück eine bessere Platzierung möglich gewesen wäre, belegte die Mannschaft von Coach Manfred Linden in ihrem ersten Turnierspiel. Zwar geriet man gegen die Gastgeber aus Baden schnell mit zwei Treffern in Rückstand, doch anschließend markierte man den Anschlusstreffer und hatte im zweiten Durchgang sogar mehrfach die Chance auf den Ausgleich gegen den favorisierten Nachbarn. So aber musste sich das SBFV-Team mit jeweils einem Zähler aus den Partien gegen Württemberg und Bayern (jeweils 0:0) begnügen und landete auf Rang 4.

Lehrgeld bezahlten indes die mit dem Förderkader angereisten Bayern. Vor allem am ersten Tag war der Elf von Trainer Robert Heringlehner noch der große Respekt vor den Gegnern anzumerken. Da es zudem in den ersten Begegnungen auch gleich gegen die beiden Spitzenmannschaften aus Baden und Hessen ging, sprang für die Bayern kein zählbarer Erfolg heraus. So war das Spiel gegen Südbaden zum Auftakt des zweiten Tages schon ein Duell um den vierten Rang, in dem sich die Bayern zwar einige Torchancen erspielten, jedoch im Abschluss oftmals nicht konsequent genug waren und sich somit mit einer Punkteteilung zufrieden geben mussten.

Rouven Ettner vom SFV-Jugendausschuss sprach allen Mannschaften bei der Siegerehrung Dank und Respekt für gezeigten Leistungen aus. „Das U15-Turnier war für die Spieler das erste Auswahlturnier auf Ebene des Regionalverbandes. Aber sie haben

Pokalübergabe

gezeigt, dass wir ganz sicher viele der Talente in den nächsten Jahren erneut bei SFV-Turnieren antreffen werden. Dafür wünschen wir Euch natürlich viel Erfolg und drücken den süddeutschen Mannschaften beim anstehenden DFB-Länderpokalturnier die Daumen. Der Mannschaft aus Hessen gratulieren wir herzlich zum Turniersieg, den sie sich durch attraktiven Fußball sowie am Ende auch durch Nervenstärke verdient hat.“ so Ettner, ehe er den Wanderpokal zurück in die Hände des HFV-Kapitäns übergab.

 

Ergebnisse im Überblick:
Baden  –  Bayern    3:0
Hessen  –  Württemberg    2:1
Südbaden  –  Baden    1:2
Bayern  –  Hessen    0:2
Württemberg  –  Südbaden    0:0
Südbaden  –  Bayern    0:0
Baden  –  Hessen    0:0
Bayern  –  Württemberg    1:2
Hessen  –  Südbaden    4:1
Württemberg  –  Baden    1:2

Abschlusstabelle:
1. Hessen           8:2   10
2. Baden            7:2    10
3. Württemberg  4:5     4
4. Südbaden      2:6     2
5. Bayern           1:7     1

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