U16-Mädchenturnier: Souveräner Sieg der badischen Auswahl

Vier Spiele – vier Siege: So lautete die beeindruckende Bilanz der Auswahl des Badischen Fußballverbandes beim diesjährigen SFV-U16-Mädchenturnier (Jahrgänge 2001 und 2002), das vom 30.09.-02.102016 an der hessischen Sportschule Grünberg ausgetragen wurde. Damit verhinderten die Badner zugleich auch den Titel-Hattrick Bayerns, das das Turnier in den beiden Vorjahren hatte für sich entscheiden können.

Einmal mehr konnten sich die Badnerinnen dabei auf eine stabile Defensive verlassen, die die gegnerischen Anriffsreihen kaum zur Entfaltung kommen ließ und somit den Grundstock für den Turniersieg legte. Schon am ersten Turniertag hatte sich die von Sabine Hartmann trainierte Mannschaft mit zwei Siegen über Hessen (2:0) und im Prestigeduell über Württemberg (1:0) eine hervorragende Ausgangslage verschaffen, ehe am Sonntagvormittag ein vorweggenommenes Endspiel gegen Bayern auf dem Spielplan stand. Beide Mannschaften hatten bis dahin die Maximalausbeute an Punkten eingefahren, sodass das direkte Aufeinandertreffen eine Vorentscheidung über den Turniersieg bringen sollte. Hier erwiesen sich die badischen Talente als sehr kaltschnäuzig. Jeweils die erste Offensivaktion in beiden Spielhälften konnte in einen Treffer umgemünzt werden, womit man den spielstarken Bayern den Zahn ziehen konnte. Da war es für die Hartmann-Elf zu verschmerzen, dass sie zwischenzeitlich ihren ersten und letztendlich einzigen Gegentreffer des Turniers hatte hinnehmen müssen, der bezeichnenderweise durch einen verwandelten Strafstoß fiel. Auch in ihrer abschließenden Begegnung gegen den Nachbarn aus Südbaden ließen die Badnerinnen trotz des bereits feststehenden Turniersiegs nichts mehr anbrennen. Mit dem ersten Angriff gingen sie in Führung, mit dem Schlusspfiff stand sogar ein klarer 3:0-Erfolg zu Buche. Der anschließende Jubel der Spielerinnen sowie der zahlreich mitgereisten Eltern war entsprechend laut und intensiv.

Ambitioniert war die bayerische Mannschaft nach Grünberg angereist und ließ ihren Ambitionen am ersten Spieltag auch Taten folgen. Gegen Hessen lag das Team von Trainerin Sabine Loderer bereits zur Halbzeitpause mit 3:0 in Front, nach dem Seitenwechsel wurden zwei weitere Treffer zum 5:0-Endstand erzielt, was zugleich auch den höchsten Sieg im gesamten Turnierverlauf bedeuten sollte. Gegen Südbaden

Spielszene Württemberg-Bayern

Spielszene Württemberg-Bayern

legten die Bayern dann nach und führten die Tabelle nach einem 3:0-Sieg souverän an. Nach der Niederlage gegen Baden machte sich jedoch am zweiten Spieltag Ernüchterung breit, die erhoffte Titelverteidigung war in weite Ferne gerückt. So ging auch das folgende Spiel gegen Württemberg, in dem man den Bayern die intensive Belastung des Wochenendes anmerkte, knapp mit 0:1 verloren. Dennoch behauptete die bayerische Mannschaft, die mit insgesamt neun erzielten Treffern den erfolgreichsten Angriff aller Mannschaften stellte, den zweiten Rang und fuhr angesichts der gezeigten Leistungen zufrieden nach hause.

Genau umgekehrt verlief das Turnier für die Gastgeberinnen aus Hessen. Hatte man am ersten Turniertag noch zwei deutliche Rückschläge (0:5 gegen Bayern, 0:2 gegen Baden) einstecken müssen, zeigte die von Barbara Wolinski gecoachte Auswahl am Folgetag eine tolle Moral und spielte groß auf. Zunächst ließ man der Mannschaft aus Südbaden beim 4:0-Sieg nicht den Hauch einer Chance, ehe die Hessinnen gegen Württemberg mit dem gleichen Ergebnis ihren zweiten Sieg folgen ließen. Zur Belohnung kletterte das HFV-Team noch auf Rang 3 und wies zum Turnierabschluss sogar eine positive Tordifferenz auf.

Die Chance auf Rang 2 hatte bis zum letzten Turnierspiel auch die Elf aus Württemberg. Zwar verlief der erste Turniertag mit einem 1:1-Unentschieden gegen Südbaden sowie der knappen Niederlage gegen Baden durchwachsen für die Spielerinnen von Trainerin Sandra Mülherr, doch nach dem Sieg über die bayerische Auswahl war plötzlich wieder der Silberrang in Reichweite. Allerdings erhielt die Hoffnung darauf im Spiel gegen Hessen einen schnellen Dämpfer, schon vor dem Seitenwechsel lagen die Württembergerinnen beinahe aussichtslos in Rückstand. Im zweiten Durchgang fing sich das WFV-Team zwar wieder und begegnete dem Gegner auf Augenhöhe, doch letztendlich musste man sich mit Abschlussrang 4 begnügen.

Tolle Spielzüge und viele Torraumszenen bekamen die Zuschauer/innen auch von der südbadischen Mannschaft zu sehen, allerdings mangelte es den Spielerinnen von Trainerin Viola Klausmann im Abschluss oftmals an Glück oder den entscheidenden Nerven. Dadurch sollte der Zähler, den die Südbadnerinnen in ihrer Auftaktpartie gegen Württemberg einheimsten, schlussendlich der einzige bis zum Abschluss des Turniers bleiben.

Im Rahmen der Siegerehrung sprachen Silke Sinning und Daniela Quintana vom

Sinning und Quintana überreichen Siegerpokal an Baden

Sinning und Quintana überreichen Siegerpokal an Baden

SFV-Ausschuss für Frauen- und Mädchenfußball allen Mannschaften großes Lob aus und hoben insbesondere auch die faire Spielweise der Teams hervor. „Wir hoffen, dass sich die Spielerinnen ihren hier gezeigten Ehrgeiz sowie insbesondere auch die Freude am Fußball bewahren. Mit Unterstützung ihrer Eltern, für die wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bedanken, wird sich einigen Talenten, die wir hier beim Turnier bestaunen durften, sicher die Tür zum hochklassen Frauenfußball öffnen!“ so Sinning. Anschließend überreichte Quintana der badischen Spielführerin den begehrten Wanderpokal.

Die Ergebnisse des U16-Mädchenturniers 2016:

Bayern – Hessen 5:0
Württemberg – Südbaden 1:1
Hessen – Baden 0:2
Südbaden – Bayern 0:3
Baden – Württemberg 1:0

Bayern – Baden 1:2
Südbaden – Hessen 0:4
Württemberg – Bayern 1:0
Baden – Südbaden 3:0
Hessen – Württemberg 4:0

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